Monthly Archives: August 2017

Krimi-Bestenliste August: Ein Abgleich

(c) Suhrkamp

Die Krimi-Bestenliste vom August entspricht großteils meiner geplanten Leseliste der nächsten Wochen. Sowohl die neue Nummer eins, “Die Lieferantin”, als auch “Die Treibjagd”, “Hard Revolution”, “Beton Rouge” und “Alles so hell da vorn” stehen auf meinem kriminalliterarischen Speiseplan. In der Lektüre von Becks Buch stecke ich gerade und ich bin durchaus begeistert.

Larry Browns “Fay” werde ich wohl schon angesichts des Umfangs, 656 Seiten, eher ausschließen. Und auch Carsten Jensens Buch “Der erste Stein” hat über 600 Seiten…

Die restlichen Krimis sprechen mich inhaltlich jetzt nicht so ganz an, aber ich werde mal erste Rezensionen abwarten, ob ich hier nicht irgendetwas verpasse.

Die Liste im Überblick:

1. Zoë Beck: Die Lieferantin (9)
2. Antonin Varenne: Die Treibjagd (-)
3. Larry Brown: Fay (-)
4. George Pelecanos: Hard Revolution (10)
5. Simone Buchholz: Beton Rouge (-)
6. Monika Geier: Alles so hell da vorn (1)
7. Carsten Jensen: Der erste Stein (2)
8. Graeme Macrae Burnet: Das Verschwinden der Adèle Bedeau (-)
9. Donato Carrisi: Der Nebelmann (-)
10. Robert Hültner: Lazare und der tote Mann am Strand (-)

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Joe Ide: IQ

(c) Suhrkamp

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Isaiah Quintabe hat Köpfchen – deshalb wird er auch IQ genannt. Sein Bruder Marcus hat daher vor allem die Sorge, dass IQ sein Talent in seinem Hood in Los Angeles wegwirft. Er predigt ihm daher: “Gott hat dir keine Begabung geschenkt, damit du Hedgefonds-Manager wirst. Wenn du diesen Weg einschlägst, mich enttäuschst, dir einen Bentley kaufst oder ein Grundstück mit Golfplatz, dann tret – ich – dir – in den Arsch.”

Das Buch wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Einerseits gerät IQ im Jahr 2005 nach einem Todesfall völlig aus der Bahn, nämlich auf die schiefe Bahn. Er wird als Einbrecher kleinkriminell – aber immer mit Köpfchen. Das hat er mit seinem leichtsinnigen Gehilfen Dodson auch schwer nötig, um sich aus verzwickten Situationen zu retten. Autor Joe Ide liefert da wirklich ein paar genial-komische Szenen. Das macht richtig Spaß beim Lesen.

Und dann gibt es die zweite Zeitebene, die parallel zur ersten erzählt wird. Im Jahr 2013 hat IQ die Kurve gekratzt. Er hat sich in seinem Hood als Detektiv, der seinen Nachbarn hilft, einen Namen gemacht. Nun muss er herausfinden, wer hinter den Mordanschlägen auf Rapper-Ikone Murda One steckt.

“Wobei Calvin eigentlich gar keine wollte, aber Kinderkriegen war gerade angesagt, ein Fashion Statement. Wenn man kein Baby hatte, das man Zippy oder Apple Pie taufte, war man echt total out.”

Es ist faszinierend, wie leichtfüßig Joe Ide eine schlüssige Detektivgeschichte mit viel skurrilem Personal erzählt, ohne je in billigen Klamauk abzudriften. Er liefert sehr einfühlsame, tiefe Momente. Es geht auch um Schuld und Sühne. Wie kann  man nach schlimmen Taten weitermachen? Kann man, obwohl man Böses getan hat, auch noch Gutes tun?

8 von 10 Punkten

Joe Ide: “IQ”, übersetzt von Conny Lösch, 388 Seiten, Suhrkamp.

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