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Simone Buchholz: Hotel Cartagena

(c) Suhrkamp

Mit “Mexikoring” hat Simone Buchholz den Deutschen Krimipreis 2019 gewonnen (und den Sprung auf die Liste meiner Lieblingskrimis des Jahres 2018 geschafft). Nun liegt mit “Hotel Cartagena” seit längerer Zeit ihr neuester Kriminalroman aus der Kultserie rund um die eigenwillige Staatsanwältin Chastity Riley vor: Sie wird mit ihren Freunden in einer Hotelbar als Geisel genommen.

Schräge, lebensechte Charaktere und ein feines Gespür für das Zwischenmenschliche kennzeichnen die Bücher der Autorin (sehr stark auch der Vor-Vorgänger “Beton Rouge”). Diesmal aber übertreibt sie es aus meiner Sicht mit ihrer Kapitalismuskritik, vor allem steuert sie ab der Hälfte – und das ist für ihre Romane untypisch – auf ein vorhersehbares Ende zu. Macht aber nichts, meine Vorfreude auf den nächsten Chastity-Riley-Krimi (“River Clyde”, erscheint im März 2021) ist jetzt schon groß.

7 von 10 Punkten

Simone Buchholz: “Hotel Cartagena”, Suhrkamp Nova, 229 Seiten.

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Lee Child: Der Bluthund

(c) Blanvalet

Jack Reacher ist eine der Kultfiguren des modernen Thrillers. Nur mit einer Zahnbürste bewaffnet reist er quer durch die USA. Sein Ziel ist ihm unbekannt, zumeist steigt er in jenen Bus, der als nächstes am Busbahnhof abfährt. Oder er fährt als Anhalter mit. Eines sollte man den ehemaligen Militärpolizisten aber nicht: sich zum Feind machen. Denn dann ist der einsame Reiter kompromiss- und erbarmungslos. Da kann man sich gleich sein Grab schaufeln.

Der Bluthund” ist bereits das 22. Reacher-Abenteuer und ein Ende der Serie ist nicht in Sicht. Denn nach den nächsten beiden, noch nicht übersetzten Bänden (“Past Tense”, Blue Moon”) werden vier weitere Jack-Reacher-Romane in Co-Arbeit mit Childs Bruder Andrew Grant erscheinen. Danach übernimmt der kleine Bruder die Serie überhaupt.

Aber zurück zum aktuellen Buch. Diesmal entdeckt Reacher zufällig bei einem Pfandleiher einen Abschlussring der Militärakademie West Point. Wie dieser dorthin gelangt ist? Das lässt den hartnäckigen Gerechtigkeitsfanatiker nicht mehr los und schon bald steckt er in massiven Schwierigkeiten – naja, genau genommen, die Bösen natürlich.

Hatte man bei den vergangenen Bänden der Reihe immer wieder das Gefühl, der Autor würde ein wenig ermüden, findet Child nun wieder zu alter Stärke zurück. Dabei ist Jack Reacher diesmal so sanft wie schon lange nicht. So wenig Schlägereien und Schießereien finden selten statt.

Dem Lesevergnügen tut das keinen Abbruch – im Gegenteil. Allerdings ist der Thrill-Faktor ein wenig reduziert worden, was vielleicht nicht jedem Fan behagt. Reacher wirkt diesmal fast wie ein echter Mensch – nicht übergroß. Vor allem setzt sich Autor Child diesmal mit einer sehr realen Problematik in den USA auseinander: der Opioid-Krise, die mittlerweile das ganze Land erschüttert und alle Gesellschaftsschichten durchdringt.

Fazit: Auch ein Held ist nur ein Mensch.

7 von 10 Punkten

Lee Child: “Der Bluthund”, übersetzt von Wulf Bergner, Blanvalet Verlag, 447 Seiten.

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Tommie Goerz: Meier

(c) Ars Vivendi

Zehn Jahre lang hat Meier im Gefängnis gesessen, wegen Mordes – unschuldig. Als er wieder in Freiheit kommt, versucht er sein Leben in den Griff zu bekommen. Er agiert wohlüberlegt und schreckt auch vor kriminellen Taten nicht zurück, um sich finanziell über Wasser zu halten. Autor Tommie Goerz porträtiert in “Meier” einen vom Leben Betrogenen, der nicht akzeptiert, Opfer zu sein. Als sich Meier durch Zufall die Möglichkeit zur Rache bietet, zögert er nicht.

Atmosphärisch sehr dicht erzählt, überzeugt diese “Ballade des zufriedenen Knackis”, wie die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” schreibt, in vielen Punkten. Einziges Manko des schmalen Buches: Es sind dann doch ein paar Zufälle zu viel: Dass er den eigentlichen Schuldigen seiner Haftstrafe zufällig wiedersieht, ein Beweisstück zufällig auftaucht – an einem Ort, an den Meier wohl nie im Leben kommen würde. Das ist nicht ganz glaubwürdig. Das ist wohl dem Umstand geschuldet, dass der Autor sein Buch ohne wirklichen Plan geschrieben hat, wie er auf “BR.de” sagt. Das ist einerseits sein großes Plus, weil es nicht in irgendein Schema hineinfällt, aber eben auch sein großes Minus.

Für den ersten Versuch im Hardboiled-Genre ist “Meier” aber eine echte Überraschung im positiven Sinne, zumal der Autor bislang vor allem für seine “Bierkrimis” um den schrullig-kauzigen Kommissars Friedemann “Friedo” Behütuns bekannt war.

7 von 10 Punkten

Tommie Goerz: “Meier”, Ars Vivendi Verlag, 160 Seiten.

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Robert Pobi: Manhattan Fire

Es ist eigentlich ein unmöglicher Schuss: Mit höchster Präzision tötet ein Scharfschütze mitten in New York City einen FBI-Agenten – noch dazu, während ein Blizzard die Stadt heimsucht. Deshalb wird Lucas Page, brillanter Ballistiker und Ex-Kollege des Toten, herangezogen, um dem Täter auf die Spur zu kommen.

Mit der Figur Lucas Page hat Autor Robert Pobi eine Figur erschaffen, die ein Fixpunkt des Krimigenres werden könnte. Der körperlich Versehrte verfügt über ein unglaubliches Talent räumlicher Wahrnehmung und kann Tatorte “lesen”. Er ist eine Art “Tatortflüsterer”.

Die ungewöhnliche Familiensituation der Hauptfigur verleiht der Lektüre darüber hinaus einen besonderen Reiz. Page und seine Frau kümmern sich um Kinder, die das US-Sozialsystem ausgespuckt hat. Es ist eine sympathisch unperfekte – um nicht zu sagen: chaotische – Familiensituation. Kaum wo werden die Werte der Familie so betont wie in den USA. Da kann man diese Konstellation durchaus als Kritik verstehen.

Besonders spannend fand ich es auch, dass es dem Autor gelungen ist, die USA als tief gespaltenes Land zu porträtieren. Denn “Manhattan Fire” wartet mit einer ordentlichen Portion Medienkritik auf. Sowohl CNN als auch Fox News bekommen ihr Fett ab. Es ist eine mitunter scharfe Abrechnung mit den beiden TV-Giganten. Die Wahrheit findet weder da noch dort, sondern irgendwo in der Mitte statt.

7 von 10 Punkten

Robert Pobi: “Manhattan Fire”, übersetzt von Wolfgang Thon, Aufbau Verlag, 445 Seiten.

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Carlo Lucarelli: Hundechristus

(c) Folio Verlag

Bologna im Jahr 1943, Italien befindet sich im Krieg. Bei einer Razzia stürzt Commissario De Luca im Dunkeln. Das rettet ihm das Leben, denn ein Querschläger streift ihn am Nacken. “Als er aufstehen wollte, rutschten seine Hände in einer Lache aus klebrigem Zeug aus.” Vermutlich hat er beim Hinfallen einen Topf mit Zuckersirup umgestoßen, sind die ersten Gedanken des Polizisten. Doch kurz darauf wird klar, dass er auf etwas anderes gefallen ist: Eine Leiche – ohne Kopf.

De Luca muss feststellen, dass in Zeiten des Krieges das Interesse an einem Toten mehr oder weniger nicht allzu groß ist. Daran ändert sich auch nichts, als er es schon bald mit vier Leichen zu tun hat. Zumal die Spur zu einer einflussreichen Allianz von Gegnern führt: Schwarzhändlern, der faschistischen Miliz und Kokainhändlern mit Beziehungen zum Adel. Als dann auch noch Benito Mussolini gestürzt wird, besteht plötzlich Hoffnung, dass der Krieg rasch enden könnte. Doch im Endeffekt wird die Lage noch unübersichtlicher.

Was ist der Preis für die Suche nach der Wahrheit?

Der italienische Krimiautor Carlo Lucarelli porträtiert mit seiner Hauptfigur De Luca einen Aufrechten, der sich der Frage stellen muss, welchen Preis er für die Suche nach der Wahrheit zu zahlen bereit ist. Denn eines ist klar: Sauber bleiben kann hier niemand. Lucarelli beleuchtet auch das Privatleben des Polizisten, der in einer Liebesbeziehung steckt. An dieser Nebenfront wird er letztlich ebenfalls vor die Wahl gestellt, was ihm wichtiger ist: Sein Beruf, der ihm alles bedeutet – oder die Liebe.

Der Autor liefert keine einfachen Antworten. Vielmehr zeigt er auf, welch schmerzhaften Entscheidungen De Luca unweigerlich treffen muss. Unbehagen ist das bestimmende Gefühl bei der Lektüre dieses Buches. Man wird es niemals los. Denn wie auch immer sich der Polizist entscheidet, er kann eigentlich nur verlieren. Es bleiben zwei zentrale Fragen: Kann man in einem faschistischen System bis zu einem gewissen Grad auch weiterhin normal und korrekt seine Tätigkeit als Polizist erledigen? Oder ist das nur eine Illusion, die man aufrecht erhalten muss, um nicht verrückt zu werden? Die Antworten muss der Leser selbst finden.

Auf eine andere Frage findet der Leser allerdings eine Antwort: Was zum Teufel ist der titelgebende Hundechristus? Lesen!

Alles in allem werde ich immer mehr zu einem Fan italienischer Kriminalliteratur. Sowohl die Bücher von Massimo Carlotto (“Am Ende eines öden Tages”) als auch Paolo Roversi (“Milano Criminale”, “Schwarze Sonne über Mailand”) wirken bei mir auch Jahre nach der Lektüre immer noch nach.

7 von 10 Punkten

Carlo Lucarelli: “Hundechristus”, übersetzt von Karin Fleischanderl, Folio Verlag, 270 Seiten.

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Melba Escobar: Die Kosmetikerin

(c) Heyne

“Maniküre. Massage. Mord” – das steht auf der Rückseite des Kriminalromans “Die Kosmetikerin” von Melba Escobar und lässt das Schlimmste befürchten. Doch weit gefehlt!

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die gefragte Kosmetikerin Karen, deren Leben sich mit jenem ihrer Kundinnen auf unterschiedlichste Weise verknüpft. Eine davon wird tot aufgefunden. Statt eines Psychothrillers nach gängigem Muster hat die Kolumbianerin Escobar allerdings einen Noir ganz ohne Narco-Machos geschrieben – fast ausnahmslos mit weiblichen Charakteren.

Aus mehreren Sichtweisen und manchmal etwas unübersichtlich erzählt, vermag das Buch dennoch zu fesseln.

Ach ja, ein außerordentlich gelungenes Cover übrigens, das aus all den immer gleich aussehenden Krimis heraussticht – ganz ohne Krähen, Messer oder stilisierte Blumen.

7 von 1o Punkten

Melba Escobar: “Die Kosmetikerin”, übersetzt von Sybille Martin, Heyne Verlag, 320 Seiten.

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Crime Fiction beats Corona Reality

(c) Blanvalet

Dieser Blog ist in den vergangenen Monaten langsam entschlummert. Mein letzter Beitrag ist drei Monate her. In Zeiten wie diesen – ja, wie oft hört man diese Phrase “in diesen Tagen” 😉 – muss man aber jede Art von Beitrag leisten, um der Virus-Tristesse entgegenzuarbeiten. Mit anderen Worten Widerstand leisten! Also werde ich hier ab sofort wieder meine Krimi-Tipps präsentieren. Ganz nach dem Motto: Crime Fiction beats Corona Reality.

Im Gegensatz zur Vergangenheit werde ich hier aber nur mehr jene Kriminalromane besprechen, die mich wirklich begeistert haben bzw. die aus meiner Sicht für das Genre von Bedeutung sind. Denn: Für schlechte Bücher ist gerade in Zeiten wie diesen keine Zeit 😉

Beginnen will ich mit einem Buch, das mir viel Spaß gemacht hat: mit dem Thriller “Parceval. Auf der Flucht”. Ralf Parceval hat in Afghanistan aus Rache 15 Menschen getötet und gilt als Mörder. Im ersten Band von Chris Landows (das ist übrigens das Pseudonym eines deutschen Bestsellerautors – wer bloß dahinter stecken mag?) Reihe gelang ihm die Flucht aus dem Gefängnis. Im zweiten Teil lebt er – gesucht von der Polizei und selbst auf der Suche nach seiner verschwundenen Schwester – unauffällig als U-Boot im Land. Als er Zeuge eines Anschlags wird, handelt er dennoch, um Unschuldige zu retten. Landow hat eine Figur erschaffen, die Kultpotenzial besitzt. Ein deutscher Jack Reacher sozusagen. Zwar ist vieles überzeichnet und unrealistisch – aber das ist ideal, um ein paar Stunden aus der Realität zu flüchten.

7 von 10 Punkten

Chris Landow: “Parceval. Auf der Flucht”, Blanvalet Verlag, 411 Seiten, 10,30 Euro

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Frederick Forsyth: Der Fuchs

(c) C. Bertelsmann

Mit einem Schakal hat alles begonnen und mit einem Fuchs könnte alles enden. Als Jugendlicher haben mich Frederick Forsyths multiperspektivische Politthriller “Die Faust Gottes” und “Das schwarze Manifest” nachhaltig beeindruckt – ebenso wie die Verfilmung von Forsyths Debütroman “Der Schakal” (natürlich das Original aus dem Jahr 1973 mit Edward Fox als Schakal). Nun ist also “Der Fuchs” erschienen, angeblich das letzte Buch von des mittlerweile 81-jährigen Autors (seinen Vorgänger-Thriller “Die Todesliste” habe ich hier vor sechs Jahren besprochen).

Ganz anders als bei dem anderen Altmeister des politischen Thrillers, John le Carré (siehe letzter Beitrag “Federball”), sind bei Forsyth die Rollen stets ganz klar verteilt. Die Briten und ihr amerikanischer Verbündeter sind die Guten – Nordkorea, Iran und Russland sind die Bösen.

Worum es diesmal geht? Als ein junger britischer Hacker, der einsiedlerisch im Dachzimmer seines Wohnhauses haust, im Alleingang in die sichersten Computersysteme der USA eindringt, erkennen die westlichen Geheimdienste rasch sein wahres Potenzial. Das unbedarfte Genie wird zur perfekten Waffe umfunktioniert, um die Schurkenstaaten das Fürchten zu lehren. Wie gewohnt beschreibt Forsyth minutiös militärische Kommandoaktionen und die Zusammenarbeit von Geheimdiensten. Seine Sympathie gilt den unsichtbaren, aber stets patriotischen Geheimdienstmitarbeitern und Soldaten.

Forsyth ist kein Zweifler

Sehr fesselnd beschreibt der 81-jährige Autor außenpolitische Hintergründe und Zusammenhänge. Wie hängen Irans und Nordkoreas Bestrebungen zur Erreichung der Atombombe und die Giftattentate auf russische Verräter zusammen? Forsyth hat nichts verlernt, gebannt rast man durch die Seiten. Eines ist aber klar: Zweifelnde Zwischentöne sind nicht so sein Ding.

7 von 10 Punkten

Frederick Forsyth: “Der Fuchs”, übersetzt von Rainer Schmidt, C. Bertelsmann, 320 Seiten.

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Melissa Scrivner Love: Lola

(c) Suhrkamp

Melissa Scrivner Loves “Lola” weist die üblichen Zutaten eines Mainstream-Thrillers auf – rasant, ein wenig oberflächlich und klischeemäßig, ein übertriebener Showdown. Eigentlich wenig verwunderlich, denn die Autorin hat sich bereits als Drehbuchautorin für TV-Serien wie “CSI Miami” und “Person of Interest” einen Namen gemacht.

“Lola” ist definitiv ein Versprechen für die Zukunft. Eine junge Drogendealerin als Heldin, das gibt es nicht oft. Überhaupt sind es hier die Frauen, die die Richtung vorgeben, die Männer sind eher Marionetten (oft, ohne es zu wissen).

Seltsam sauberes Ghetto

Bei allem Wohlwollen kann ich aber über gewisse Schwächen – auch handwerklich – nicht hinwegsehen. So steht Lola in mindestens zwei Szenen am Rande des Geschehens und kann dennoch den Dialogen der in Entfernung stehenden Personen problemlos und perfekt folgen. Das ist unrealistisch. Zu oft gibt es auch Formulierungen wie “sie verliebte sich auf Anhieb in diese Frau” – wann immer Lola Sympathie für irgendjemanden hegt.

“Lola” wirkt bei aller Spannung auch ein wenig gekünstelt. Das Ghetto spürt man hier nicht, zu sauber geht es hier zu. Ja, die kaputte Mutter darf nicht fehlen, aber irgendwie stinkt es hier nicht. Hier ist es nicht wirklich grindig. Zumindest ist das nicht spürbar. Es ist ein wenig so, als schreibe ein weißes Mädchen über eine Latina-Gang. Lola, die kalt kalkulierende Gangster-Queen schreckt auch vor Mord nicht zurück. Das ist auch literarisch zu kalkuliert. Wow, eine Frau, die tötet. Das alleine sollte nicht schockieren.

Die größte Schwäche der jungen Autorin ist es aber wohl, dass sie sich immer wieder bemüßigt fühlt, das Handeln ihrer Figur rechtzufertigen. Es wirkt fast so, als müsse man die Handlungen einer Frau, die Dinge tut, die für Männer normal sind, besonders begründen.

Überzeugend ist es allerdings, wie sie ihre Rolle als Frau nutzt. Sie wird lange nur als die hübsche Frau an der Seite des Drogengangsters gesehen. Diese Schwäche des männlichen Geschlechts nutzt sie eiskalt aus.

Fortsetzung folgt

“Capitana”, die Fortsetzung der Schilderung des Überlebenskampfes einer schlauen Frau in einer Machowelt, wird übrigens im Mai 2020 erscheinen. Ich bin gespannt, ob die Autorin noch zulegen kann.

7 von 10 Punkten

Melissa Scrivner Love: “Lola”, übersetzt von Sven Koch und Andrea Stumpf, Suhrkamp, 391 Seiten.

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Estelle Surbranche: Nimm mich mit ins Paradies

(c) Polar Verlag

Im modernen Kriminalroman nehmen Frauen nicht mehr brav ihre Plätze entweder als Opfer, schrullige Hobbyermittlerin oder Stabilitätsanker an der Seite eines überlasteten Polzisten ein.

Aktuelles Beispiel: In “Nimm mich mit ins Paradies” sind sie einerseits die vom Leben überforderte, keinesfalls geniale, aber dennoch hartnäckig ermittelnde Kommissarin Gabrielle Levasseur und andererseits die brutale Killerin Nathalie, für die man angesichts ihrer Vorgeschichte dennoch Sympathien empfindet.

Estelle Surbranche versteht es, die beiden sehr vielschichtig zu porträtieren, aber auch die Handlung um einen Mann, der Frauen in die Abhängigkeit und den Tod treibt, glaubwürdig voranzutreiben.

7 von 10 Punkten

Estelle Surbranche: “Nimm mich mit ins Paradies”, übersetzt von Cornelia Wend, Polar Verlag, 325 Seiten.

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