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Krimi-Bestenliste im Mai: Ein Abgleich

(c) Litradukt

Haiti ist von der Krimilandkarte nicht mehr wegzudenken, Gary Victor sei Dank. Ich konnte mich bereits mit “Soro” von den Qualitäten des Autors überzeugen. Nun liegt also “Suff und Sühne” vor und ich denke, auch hier wird Victor nicht enttäuschen. Besonders begeistert hat mich, wie dicht man auf wenigen Seiten schreiben kann. Hatte der Vorgänger 144 Seiten, sind es diesmal 160. Aber davon wird bestimmt jede sehr intensiv sein.

Worum es geht? Der Verlag schreibt: Inspektor Dieuswalwe Azémar hat keine Wahl: Will er nicht aus dem Polizeidienst entlassen werden, muss er sich der Entziehungskur unterziehen, die sein neuer Vorgesetzter ihm verordnet hat. Der Entzug wird zu einem Gang durch die Hölle. Ausgerechnet in diesem geschwächten Zustand wird Azémar in ein Komplott hineingezogen, das sein Leben und das seiner Tochter bedroht. Die Spur führt zur MINUSTAH, der UN-Mission in Haiti.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Jérôme Leroys Polit-Roman “Der Block” habe ich kürzlich besprochen. Von Candice Fox lasse ich seit ihrem Trilogie-Auftakt “Hades” die Finger. Das war meine große Enttäuschung des Vorjahres. Dennoch will ich im Oktober unbedingt “Crimson Lake” lesen, den Auftakt zu einer weiteren Serie. Dass Fox talentiert ist, daran gibt es ja keinen Zweifel.

Wallace Strobys zweiten Teil rund um Crissa Stone, “Geld ist nicht genug”, lese ich gerade. Der erste Teil, “Kalter Schuss ins Herz”, war schon gut. Teil zwei kann da mithalten und vielleicht sogar noch ein Schäufelchen drauflegen. Bald kann ich davon mehr berichten.

Von den restlichen Neueinsteigern interessiert mich Marina Heibs “Drei Meter unter Null” am meisten. In der Buchhandlung hatte ich dieses Buch schon angesichts seiner typischen Psychothriller-Aufmachung ausgeschlossen …

Die Liste im Überblick:

1. Gary Victor: Suff und Sühne (-)
2. Jérôme Leroy: Der Block (1)
3.Candice Fox: Fall (-)
4. Wallace Stroby : Geld ist nicht genug (2)
5. James Rayburn: Sie werden dich finden (-)
6. Carol O´Connell: Es geschah im Dunklen (-)
7. Marlon James: Eine kurze Geschichte von sieben Morden (3)
8. Marina Heib: Drei Meter unter Null (-)
9. Denis Johnson: Die lachenden Ungeheuer (10)
10. Reginald Hill: Die letzte Stunde naht (5)

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Krimi-Bestenliste im März: Ein Abgleich

(c) Rowohlt

Die neue Krimi-Bestenliste hat mich auf den ersten Blick diesmal ein wenig enttäuscht. Was sich da finden lässt, fällt großteils nur bei sehr großzügiger Auslegung in die Kategorie Krimi. Damit habe ich grundsätzlich kein Problem, denn ich bin ein Suchender, der gern abseits der ausgetretenen Krimipfade wandelt. Und natürlich gibt mir die Liste auch diesmal Hilfe. Auf “Sein blutiges Projekt” oder “Der Block” wäre ich sonst wohl nie gestoßen.

Aber ein wenig beschleicht mich die Befürchtung, dass ein Krimi künftig möglichst wenig Krimi sein soll, um es auf die Liste zu schaffen. Das fände ich schade. Ein guter Krimi ohne eindeutige politische Botschaften oder literarische Ansprüche? Das scheint es momentan offenbar nicht zu geben, zumindest wenn man der Krimi-Bestenliste glaubt. Ich vermute, dass jedes Buch auf der Liste einzeln betrachtet durchaus herausragend ist, aber kurzzeitig habe ich mir schon gedacht: Wo bin ich hier jetzt eigentlich gelandet?

Offenbar bin ich doch ein konservativerer Krimileser, als ich bisher dachte. Klassische Krimis sind diesmal in der Minderzahl, darum will ich extra darauf hinweisen: “Gefrorener Schrei”, “Sea Detective – Ein Grab in den Wellen”, “Die Straße ins Dunkel” und “Moorbruch”. Das letztgenannte Buch habe ich schon gelesen und kann es jedem ans Herz legen.

Die Liste im Überblick:

1. Denis Johnson: Die lachenden Ungeheuer (-)
2. Jerome Charyn: Winterwarnung (2)
3. Graeme Macrae Burnet: Sein blutiges Projekt (-)
4. Jérôme Leroy: Der Block (-)
5. Tana French: Gefrorener Schrei (1)
6. Mark Douglas-Home: Sea Detective – Ein Grab in den Wellen (9)
7. Max Annas: Illegal (-)
8. Paul Mendelson: Die Straße ins Dunkel (3)
9. Peter May: Moorbruch (-)
10. Federico Axat: Mysterium (-)

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KrimiZeit-Jahresbestenliste 2016: Ein Abgleich

(c) Unionsverlag

(c) Unionsverlag

Seit einer Woche ist die KrimiZeit-Jahresbestenliste 2016 da. Meine davon gelesenen Bücher können sich sehen lassen: Über den Sieger “Bitter Wash Road” habe ich hier genauso geschrieben wie über das zweitplatzierte “Blaue Nacht” und auch das drittplatzierte intensive Krimi-Kurzstück “Die Mauer”.

Tja, und in der Lektüre des viertplatzierten Buchs “Miss Terry” stecke ich momentan. Schon allein diese vier Krimis zeigen, wie vielseitig das Genre ist. Von Malla Nunn habe ich übrigens soeben das “falsche” Buch fertiggelesen: “Zeit der Finsternis” befindet sich zwar auf der aktuellen Dezember-Liste auf Platz drei, aber für die Jahresliste hat es nicht gereicht, dort ist eben das im Frühjahr erschienene “Tal des Schweigens” zu finden.

Was sagt mir die Liste sonst: Südafrika bleibt ein Hotspot und mit Nunn bin ich erstmals auch dorthin vorgedrungen – wohl nicht zum letzten Mal. Auch Australien scheint auf der Krimi-Landkarte fix verankert. Ich hoffe 2017 ja auf das Erscheinen von Dishers angekündigten Krimi “Hitze”, der bei Pulpmaster erscheinen könnte. Aber wer den von mir hoch geschätzten Kleinstverlag kennt, weiß, dass daraus auch 2018 werden könnte. Egal, die Vorfreude ist groß.

Und in ein paar Tagen gibt es hier meine persönliche Bestenliste für das Jahr 2016. Lasst euch überraschen, denn die Überschneidungen sind nicht so groß.

Die Liste im Überblick:

1 Garry Disher: Bitter Wash Road
2 Simone Buchholz: Blaue Nacht
3 Max Annas: Die Mauer
4 Liza Cody: Miss Terry
5 Franz Dobler: Ein Schlag ins Gesicht
6 Giancarlo De Cataldo/Carlo Bonini: Die Nacht von Rom
7 Andreas Pflüger: Endgültig
8 James Grady: Die letzten Tage des Condor
9 Dominique Manotti: Schwarzes Gold
10 Malla Nunn: Tal des Schweigens

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KrimiZeit-Bestenliste Dezember: Ein Abgleich

(c) Ariadne Kriminalroman

(c) Ariadne Kriminalroman

Ich muss feststellen, dass meine eigenen Krimi-Lesegewohnheiten in den vergangenen Monaten ziemlich von der KrimiZeit-Bestenliste abweichen. Aber eigentlich macht das gar nichts. Dadurch werden mir allmonatlich immer wieder Kriminalromane vor Augen geführt, von denen ich sonst eher die Finger lassen würde. Immer wieder siegt dann das schlechte Gewissen und ich denke mir: Hmm, vielleicht sollte ich das doch probieren. Soeben ist das etwa bei Malla Nunns “Zeit der Finsternis” der Fall. Nach einem Drittel kann ich sagen: Die Lektüre lohnt sich außerordentlich.

Auch Liza Codys “Miss Terry” wollte ich nach ersten weniger berauschenden Kritiken eigentlich auslassen, doch nun ist das Buch sogar auf Platz eins der Liste eingestiegen. Ich werde dieser Miss Terry also in Kürze begegnen.

Dann muss ich aber auch sagen, dass die KrimiZeit mir manchmal ein wenig zu sehr auf gewohnte und bekannte (zugegeben sehr gute!) Autoren setzt. Ich liebe es jedoch, wenn hier vor allem eher unbekannte Autoren und Autorinnen auftauchen, die man erst so richtig entdecken kann. Ich will hier kurz für “Wolfsspinne” von Horst Eckert (den man natürlich nicht mehr entdecken muss), “Der anatolische Panther” von André Pilz sowie “Asphaltseele” von Gregor Weber plädieren (die ich auch alle in Kürze hier besprechen werde).

Die Liste im Überblick:

1 (-) Liza Cody: Miss Terry
2 (-)  Patrick McGinley: Bogmail
3 (2) Malla Nunn: Zeit der Finsternis
4 (1) Franz Dobler: Ein Schlag ins Gesicht
5 (4) Peter Temple: Die Schuld vergangener Tage
6 (5) Matthias Wittekindt: Der Unfall in der Rue Bisson
7 (-) Ian McEwan: Nussschale
8 (3) Giancarlo de Cataldo/Carlo Bonini: Die Nacht von Rom
9 (-) Christian von Ditfurth: Zwei Sekunden
10 (7) Friedrich Ani: Nackter Mann, der brennt

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KrimiZeit-Bestenliste November: Ein Abgleich

(c) Tropen

(c) Tropen

Die KrimiZeit-Bestenliste im November wird durch drei australische (Temple, Carter, Fox) und drei deutsche (Dobler, Wittekindt, Ani) Kriminalromane geprägt. An der Spitze steht mit Franz Dobler der Deutsche Krimipreisträger 2015 (für “Ein Bulle im Zug”). Erneut steht Robert Fallner, mittlerweile Ex-Bulle, im Zentrum der Geschichte. Diesmal soll er eine bekannte Schauspielerin vor einem Stalker schützen.

Peter Temples hoch gelobtes “Tage des Bösen”, das allerdings ein Politthriller ist, war nicht wirklich mein Fall. Aber vielleicht kann mich Temple mit seinen klassischen Krimis eher überzeugen. Immerhin kenne ich auch ein paar Örtlichkeiten. Denn ich war schon einmal zwei Wochen im australischen Bergarbeiterdorf Ballarat, wo einige von Temples Romanen spielen. Der Autor lebt auch dort.

Von den zehn Büchern auf der Liste habe ich nur eines gelesen: Benjamin Whitmers “Nach mir die Nacht”, das ich zuletzt hier besprochen habe.

Ein Buch werde ich definitiv nicht lesen: “Eden” von Candice Fox. “Hades” war für mich eine der großen Enttäuschungen des heurigen Krimijahres. Den Hype darum verstehe ich überhaupt nicht.

Die Liste im Überblick:

1 (-) Franz Dobler: Schlag ins Gesicht
2 (10) Malla Nunn: Zeit der Finsternis
3 (1) Giancarlo de Cataldo/Carlo Bonini: Die Nacht von Rom
4 (-) Peter Temple: Die Schuld vergangener Tage
5 (-) Matthias Wittekindt: Der Unfall in der Rue Bisson
6 (6) Alan Carter: Des einen Freud
7 (2) Friedrich Ani: Nackter Mann, der brennt
8 (7) Benjamin Whitmer: Nach mir die Nacht
9 (-) Candice Fox: Eden
10 (4) Patrícia Melo: Trügerisches Licht

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KrimiZeit-Bestenliste Oktober: Ein Abgleich

(c) Folio Verlag

(c) Folio Verlag

Die KrimiZeit-Bestenliste für den Oktober ist da. Wieder einmal zeigt die aktuelle Liste, wie wunderbar breitgefächert das Krimi-Genre ist. Da sollte doch für jeden etwas dabei sein.

Ich gehe es der Reihe nach durch. Ich kippe gerade ein wenig in die italienischen Krimis rein, die ich bislang eher wenig gelesen habe. Daher wird es hier demnächst mehr über Massimo Carlottos “Am Ende eines öden Tages” sowie Paolo Roversis “Schwarze Sonne über Mailand” zu lesen geben. Eines vorweg: Beide Kriminalromane sind keine klassischen Mafia-Krimis. Tja, “Die Nacht von Rom” würde da eigentlich perfekt dazupassen. Mal sehen.

Über Friedrich Ani muss man eigentlich nichts sagen. Er ist ein Garant für einfühlsame Bücher, wie er 2015 auch mit “Der namenlose Tag” ein weiteres Mal unter Beweis gestellt hat.

McNamee und Melo klingen beide gut und ich habe auch schon viele wohlwollende Kritiker gelesen. Ich werde aber wohl nicht zum Lesen kommen.

Iain Levisons “Gedankenjäger” habe ich hingegen schon gelesen, auch dazu gibt es hier bald mehr. Ebenso zu Benjamin Whitmers “Nach mir die Nacht”, da stecke ich gerade mitten in der Lektüre.

Zu den restlichen Büchern der Liste: Als Australien-Fan reizt mich Alan Carters “Des einen Freud” sehr, zumal ich im Vorjahr “Prime Cut” verpasst habe. Donald Ray Pollock ist eigentlich immer auf Pflicht. Arne Dahl lockt mich jetzt nicht so und Malla Nunn kenne ich immer noch nicht. Wie immer: Die Qual der Wahl ist groß!

Die Liste im Überblick:

1 (2) Giancarlo de Cataldo/Carlo Bonini: Die Nacht von Rom
2 (6) Friedrich Ani: Nackter Mann, der brennt
3 (7) Eoin McNamee: Blau ist die Nacht
4 (4) Patrícia Melo: Trügerisches Licht
5 (9) Iain Levison: Gedankenjäger
6 (–) Alan Carter: Des einen Freud
7 (–) Benjamin Whitmer: Nach mir die Nacht
8 (1) Donald Ray Pollock: Die himmlische Tafel
9 (–) Arne Dahl: Sieben minus eins
10 (-) Malla Nunn: Zeit der Finsternis

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KrimiZeit-Bestenliste August: Ein Abgleich

(c) rororo

(c) rororo

Drei von zehn Büchern der aktuellen KrimiZeit-Liste habe ich gelesen. Vor Kurzem habe ich “Die Mauer” von Max Annas und “Hades” von Candice Fox besprochen. Zuletzt war Olen Steinhauers “Der Anruf” an der Reihe. “Die Mauer” fand ich flott zu lesen, ein echter Thriller – aber auf Platz eins der KrimiZeit würde ich das Buch nicht unbedingt sehen. “Hades” hat mich eher entsetzt und auch “Der Anruf” hat mich nicht wirklich überzeugt.

Von den anderen Büchern der Liste reizt mich Denise Minas “Die tote Stunde” sehr, mir hat voriges Jahr ihr Krimi “Das Vergessen” gut gefallen – sie hat eine ganz eigene Stimme, bewegt sich sehr geschickt innerhalb der Genregrenzen und lässt sich nicht einfach in irgendeine Schachtel packen. Auch Patricia Melos “Trügerisches Licht” ist sicher eine Lektüre wert, “Leichendieb” war einer der faszinierendsten Krimis des Jahres 2013. Sehr gespannt bin ich aber vor allem auf Donald Ray Pollocks “Die himmlische Tafel” – das klingt so wunderbar nach einem klassischen, altmodischen US-Krimi im besten Sinne. Zuletzt habe ich von ihm das ebenfalls 2013 erschienene “Knockemstiff” gelesen, eine außergewöhnliche, aber bis zur Unerträglichkeit realistische Lektüre.

Die Liste im Überblick:

1 (1) Max Annas: Die Mauer
2 (6) Denise Mina: Die tote Stunde
3 (9) James Grady: Die letzten Tage des Condor
4 (2) Mike Nicol: Power Play
5 (7) Candice Fox: Hades
6 (-) Jesper Stein: Bedrängnis
7 (-) Patricia Melo: Trügerisches Licht
8 (5) Olen Steinhauer: Der Anruf
9 (10) Ian Rankin: Gesetz des Sterbens
10 (-) Donald Ray Pollock: Die himmlische Tafel

 

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