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Krimis, die man 2017 lesen sollte (VI)

(c) Ars Vivendi

George Pelecanos zählt zu den Großen der US-Kriminalschriftsteller. Mit “Hard Revolution” gibt es nun endlich – erstmals seit fünf Jahren – wieder neuen Stoff. “Big Blowdown” hat mich einst echt begeistert, “Ein schmutziges Geschäft” allerdings weniger. Ich bin jedenfalls gespannt und freue mich, dass der Ars Vivendi Verlag so eine schöne Ausgabe auf den Markt bringt.

Verlagstext: Washington, D. C., 1968: Der junge schwarze Polizist Derek Strange fährt bei der Metropolitan Police mit seinem weißen Partner Streife, während sich die Atmosphäre in der Stadt immer weiter aufheizt: die Bürgerrechtsbewegung und der Marsch der Armen, die traumatisierten Rückkehrer aus Vietnam, Sex, Soul, Drogen, Morde, Unruhen und Rassismus. Inmitten dieser explosiven Gemengelage entspinnt sich ein tödliches Drama: Drei Weiße planen einen Banküberfall und ermorden einen Schwarzen, auch Dereks Bruder Dennis wird umgebracht – und in Memphis wird ein Attentat auf Martin Luther King verübt. Für Derek Strange, seine Freunde und seine Feinde ist nichts wie zuvor. Wer ist gut, wer böse – und wem kann man noch vertrauen? Die alten Kategorien gelten nicht mehr, die Welt ist komplex geworden. Und die Revolution hat gerade erst begonnen …

(c) Droemer

Don Winslow. Was soll ich sagen? Leser dieses Blogs werden wissen, dass “Tage der Toten” für mich ein wichtiger literarischer Meilenstein ist. Dieses Buch hat mich nach Ab- und Umwegen so richtig zur Kriminalliteratur zurückgeführt – und seitdem hat sie mich nicht mehr losgelassen. Ja, Winslow hat seitdem Top-Qualität, aber auch ziemliches Mittelmaß produziert. “Corruption” mag nun nicht der ganz große Wurf sein, dennoch zählt es definitiv zu den besseren Krimis dieses Jahres. Ein bisschen nervt mich auch das Winslow-Bashing mancher Kritiker. Dazu in Kürze mehr.

In den Straßenschluchten von New York lässt der internationale Star-Autor Don Winslow ein alptraumhaft realistisches Szenario von Drogen, Menschenhandel, Mord entstehen. Er zeichnet die todbringende Allianz von staatlichen Stellen und organisiertem Verbrechen: Sie sehen sich als Elitetruppe der Polizei, eine verschworene Einheit, ausgestattet mit weitreichenden technischen und rechtlichen Möglichkeiten. Gemeinsam sollen sie für Ruhe und Ordnung in ihrem Revier sorgen, dem nördlichen Manhattan. Und genau das tun sie. Hier gelten ihre Spielregeln, hier geschieht nichts ohne ihr Wissen. Doch die Truppe ist extremem Stress ebenso ausgesetzt wie extremen Risiken … und extremen Verlockungen …

(c) Penguin

Heuer steht bei der Frankfurter Buchmesse Frankreich im Mittelpunkt. Ich will daher in den nächsten Wochen auch ein wenig auf die aktuelle Kriminalliteratur aus diesem Land blicken. Antonin Varennes “Die Treibjagd” ist dabei fix eingeplant.

Zwei rivalisierende Familien kämpfen seit Generationen um die Herrschaft über ein gottverlassenes Nest im Massif Central. Die Courbiers und die Messenets führen ihre Provinzimperien mit harter Hand und unter rücksichtsloser Ausbeutung von Mensch und Natur. Rémi Parrot, der seit seiner Jugend entstellte Revierjäger, kämpft als einsamer Cowboy gegen die verkrusteten Clanstrukturen und um die Liebe der schönen Michèle Messenet. Als er einem Umweltskandal auf der Spur ist, beginnt eine mörderische Treibjagd durch düstere Wälder und unterirdische Tunnelsysteme. Fein gesponnener, archaischer Thriller um Schuld und Sühne vor der grandiosen Kulisse einer einstmals erhabenen Landschaft.

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