Monthly Archives: February 2015

Krimis, die man 2015 lesen sollte (II)

Eigentlich bezeichnet man ja den Mai als Wonnemonat. Für Krimifans ist aber der Februar zweifellos ein Wonnemonat, da ist es egal, wie düster es draußen aussehen mag. Einerseits erscheinen Klassiker, anderseits zwei 1000-seitige Krimi-Epen – und noch mehr. Aber alles der Reihe nach:

(c) Zsolnay

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Richard Starks im Original erstmals 1962 erschienener Krimi “The Hunter” ist eigentlich für jeden regelmäßigen Krimileser Pflichtlektüre. Nicht nur Quentin Tarantino betont auf dem Umschlag die Bedeutung des Autors, auch andere Krimiautoren wie der Australier Garry Disher sind ohne die von Stark erfundene wortkarge Kultfigur “Parker” eigentlich nicht denkbar. Der Verlagstext: “Parker – ohne Vorname, ohne Biographie – ist ein Einzelgänger, professionell bis zur Perfektion – als Verbrecher. Doch vor zehn Monaten wurde er bei einem Waffendeal von seiner eigenen Frau verraten, die mit Mal Resnick, einem Großmaul aus dem Verbrechersyndikat, gemeinsame Sache machte. Jetzt ist Parker zurück in der Stadt, ein einsamer Jäger, der nach allen Regeln der Kunst Rache nimmt.”

(c) Kunstmann

(c) Kunstmann

Auch William McIlvanneys “Die Suche nach Tony Veitch” hat schon mehr als drei Jahrzehnte (1983 erstmals im Original erschienen) am Buckel. Über McIlvanneys erstes “Laidlaw”-Buch habe ich hier schon ausführlich geschwärmt. Noch ein Pflichtbuch also – noch dazu aus schottischer Feder, was soll da schief gehen. Der Verlagstext: “Laidlaws zweiter Fall! Eck Adamson, ein vagabundierender Trunkenbold, ruft Jack Laidlaw an sein Sterbebett. In seinen letzten kryptischen Worten entdeckt Laidlaw einen Hinweis auf den Mord an einem Gangster und das Verschwinden eines Studenten. Mit der ihm eigenen Dickköpfigkeit kämpft sich Laidlaw durch das Geflecht an Korruption und Gewalt, das Glasgow von ganz oben bis ganz unten durchzieht. “

(c) liebeskind

(c) liebeskind

Pete Dexters “Unter Brüdern” ist ein wenig jünger, ist aber auch schon beachtliche 24 Jahre alt. “Paperboy” hatte mich zuletzt ziemlich begeistert. Und hier wird vom Verlag “eine mitreißende Geschichte über Familie und Verrat, über Gier und Korruption” versprochen. “Und eine brillant erzählte Chronik aus der Welt des organisierten Verbrechens.” Pflichtbuch Nummer drei also. Der Verlagstext: “Philadelphia, 1961. Die Fronten sind klar abgesteckt. Die Italiener haben auf der Straße das Sagen, die Iren kontrollieren die Gewerkschaften. Doch dieses prekäre Gleichgewicht gerät ins Wanken, als ein tragischer Unfall die Familie von Peter Flood zerstört…”

(c) Rütten & Loening

(c) Rütten & Loening

“Natchez Burning” von Greg Iles ist laut Verlag “der neue Faulkner für die Breaking-Bad-Generation”. Das ist eine vollmundige Versprechung, die ich überprüfen möchte. Auch wenn ich mich durch 1000 Seiten wühlen muss. Da mich Iles zu seinen Anfangszeiten (“Eros”, “24 Stunden”) aber überzeugen konnte, erwarte ich mir trotzdem ein kurzweiliges Leseerlebnis. Der Verlagstext: “Penn Cage, Bürgermeister von Natchez, Mississippi, hat eigentlich vor, endlich zu heiraten. Da kommt ein Konflikt wieder ans Tageslicht, der seine Stadt seit Jahrzehnten in Atem hält. In den sechziger Jahren hat eine Geheimorganisation von weißen, scheinbar ehrbaren Bürgern Schwarze ermordet oder aus der Stadt vertrieben. Nun ist mit Viola Turner, eine farbige Krankenschwester, die damals floh, zurückgekehrt – und stirbt wenig später. Die Polizei verhaftet ausgerechnet Penns Vater – er soll sie ermordet haben. Zusammen mit einem Journalisten macht Penn sich auf, das Rätsel dieses Mordes und vieler anderer zu lösen.”

(c) Ullstein

(c) Ullstein

James Ellroys “Perfidia” werde ich daher vorerst auslassen. Zwei 1000-Seiten-Wälzer in so kurzer Zeit schaffe ich beim besten Willen nicht. Der Verlag schreibt: “6. Dezember 1941: Es ist der Vorabend des Angriffs der Japaner auf Pearl Harbor. Amerika steht kurz vor dem Kriegseintritt. In Los Angeles wird eine japanische Familie tot aufgefunden. Handelt es sich um Mord oder rituellen Selbstmord? Die Ermittlungen bringen vier Menschen zusammen: Einen brillanten Forensiker, japanisch-amerikanischer Abstammung, eine junge Frau, von einer unbändigen Abenteuerlust getrieben, einen Polizisten, den es wirklich gab: William H. “Whiskey Bill” Parker, später Chef des LAPD, und einen, der ein Produkt von Ellroys unnachahmlicher Phantasie ist: Dudley Smith, die perfide Verkörperung des Bösen.”

(c) Tropen

(c) Tropen

Und dann gibt es da noch zwei vielversprechende Neuerscheinungen. “Bohane” von Kevin Barry klingt ganz nach meinem Geschmack: “Die einst bedeutende Stadt Bohane an der irischen Westküste liegt darnieder. Es herrschen Gewalt und Chaos, die Clans sind gespalten. Auch wenn noch ein wenig vom alten Glanz geblieben ist, findet das eigentliche Leben in den Slums und verwahrlosten Wohnblocks von Smoketown statt. Scheinbar seit Ewigkeiten steht alles unter der Kontrolle von Logan Hartnett, dem adretten Paten der Hartnett-Fancy-Gang. Aber es liegt Ärger in der Luft. Gerüchte gehen um, dass Logans Erzfeind Gant Broderick nach fünfundzwanzig Jahren zurück in der Stadt ist, und seine Schergen entwickeln auf einmal ihren ganz eigenen Ehrgeiz.”

(c) Polar Verlag

(c) Polar Verlag

Zum Schluss: Auch der Polar-Verlag wartet mit einem weiteren vielversprechenden Werk auf: “Stadt der Ertrinkenden” des Neuseeländers Ben Atkins. Der Verlagstext: “In einer Stadt voller Betrug und Lügen ist es schwer, die Wahrheit zu entdecken. Noch schwerer jedoch zu entscheiden, was richtig und was falsch ist. In einer einzigen Nacht gerät der Traum des Alkoholschmugglers Fontana ins Wanken, eskaliert eine nächtliche Odyssee zu der Frage, wem er überhaupt noch vertrauen kann. Die Geschichte der Prohibition in den USA, einer Zeit der sozialen und politischen Heuchelei. Ein Mid-Century-Noir voller schräger Charaktere und mit einem wortkargen Protagonisten.”

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Denise Mina: Das Vergessen

(c) Heyne

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Denise Mina stand schon lange auf meiner persönlichen Muss-ich-endlich-lesen-Liste. Nachdem mich ihre männlichen schottischen Kollegen (Brookmyre, McIlvanney, Mackay) zuletzt fast alle begeisterten, war es wirklich dringend an der Zeit, endlich die wohl beste schottische Krimiautorin kennenzulernen. Val McDermid bezeichnet sie zumindest als die “ungekrönte Königin des schottischen Thrillers”.

Mina konstruiert dabei eine faszinierende Geschichte, die mit dem Todestag einer anderen ungekrönten Königin, jenem von Prinzessin Diana, beginnt. In Dianas Todesnacht verändert sich auch das Leben der 14-jährigen Rose, die zwei schreckliche Verbrechen begeht. Mina verwebt diese zurückliegende Geschichte mit der Jetzt-Zeit, in der an einem Tatort die Fingerabdrücke eines amtsbekannten Straftäters gefunden werden. Normalerweise wäre dann alles klar, doch Michael Brown sitzt im Gefängnis – er kann also nicht der Täter sein.

Mina erzählt in “Das Vergessen” aus vielen Perspektiven: Polizisten, Täter, Opfer. Im Zentrum steht aber Polizistin Alex Morrow, die im Zuge ihrer Ermittlungen ernüchtert feststellen muss, dass der richtige Weg für viele Betroffene oft schlimmere Folgen hat, als wenn sie nichts tun würde. Mina erzählt von starken Frauen, die sich in einer männerdominierten Welt durchsetzen müssen – egal ob im Polizeiapparat oder auf der anderen Seite des Gesetzes.

Andere Meinungen:

“Mina gelingt es wunderbar, Recht und Unrecht miteinander zu verweben und dabei besonders die Graubereiche menschlicher Motive zu beleuchten”, schreibt Krimimimi.

Und Thomas Wörtche meint: “Vermutlich ist es dieser mangelnde Kuschelfaktor, die sie bei uns zur noch eher unbekannten Autorin macht. Alle ihre Romane, so wie “Das Vergessen” auch, jedoch sind sehr seriöse, sehr gute Kriminalromane auf der Höhe der Zeit.”

7 von 10 Punkten

Denise Mina: “Das Vergessen”, übersetzt von Heike Schlatterer, 352 Seiten, Heyne.

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Kim Zupan: Die rechte Hand des Teufels

(c) Knaur

(c) Knaur

Ich habe Kim Zupans “Die rechte Hand des Teufels” bereits Ende Dezember gelesen. Was weiß ich jetzt noch über das Buch? Ich war anfangs ziemlich begeistert über die Sprache, ähnlich wie “Der Schneemann”. Er urteilte damals: “Der philosophischste, sprachmächtigste, aufwühlendste Krimi des Jahres.  Ein Buch, das man mit noch viel mehr Superlativen bewerfen will. Ungeheuerlich, dass das ein Debut sein soll.”

Es ist die Geschichte des jungen Deputy Val Millimaki, der sich mit dem alten Auftragskiller John Gload konfrontiert sieht. Gload sitzt zwar im Gefängnis, nimmt aber immer mehr Platz in Millimakis Leben ein, das ohnehin gerade keine günstige Wendung nimmt. Dann aber verließ mich die Begeisterung, ich war mitunter gelangweilt. Sätze wie folgende (wahllos herausgegriffen) – und davon gibt es wirklich viele – zermürbten mich: “Unten am Bachbett waren die Kronen der Pappeln von der Sonne vergoldet, die über den Rand des Tals stieg, so strahlend und echt, dass es aussah, als hätte man die Bäume an den Wurzeln gepackt und sie kopfüber in einen Kübel mit geschmolzenem Gold getaucht. Spatzen waren herbeigekommen, um wie Haushühner in dem dürftigen Rasen zu picken, und ihre Schatten erstreckten sich lang über das Gras und nahmen die Gestalt exotischer Gigangen an – Reiher, Flamingos.”

Das Motto ist mittlerweile allzu bekannt: Die idyllischen Landschaftsbilder stehen im unbarmherzigen Kontrast zu jener physischen und psychischen Gewalt, die sich die Menschen ständig gegenseitig zufügen. Nur leider können das meiner Meinung nach James Lee Burke, Cormac McCarthy und Bruce Holbert besser. Zugegeben: Ich habe mich jetzt auch schon ein wenig satt gelesen davon. Vielleicht war das Zupans Pech. Aber irgendwann war mir dann fast schon egal, die Geschichte ausgeht.

Eine Folge dieser Übersättigung: Ich werde “Graben” von Cynan Jones vorerst mal nicht lesen, obwohl ich das eigentlich fix vorhatte. Die Rezension vom “Schneemann” hat da den letzten Ausschlag gegeben: “Unerträglicher ist aber die Metaphernwut und Vergleicheritis, die es mir Seite um Seite schwerer machte, den Autor zu mögen. Auch hier kommt wieder der Drang durch, alles bedeutsamer erscheinen zu lassen, als es ist. Was okay wäre, wenn da nicht die Häufung wäre. Man hat permanent das Gefühl, dass Cynan Jones hier mit der Brechstange große Literatur schaffen wollte.”

Stattdessen stehen jetzt Norbert Horsts “Mädchenware” und Richard Starks “The Hunter” am Krimi-Speisezettel.

5 von 10 Punkten

Kim Zupan: “Die rechte Hand des Teufels”, übersetzt von Marie-Luise Bezzenberg, 328 Seiten, Knaur.

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Cormac McCarthy: Ein Kind Gottes

(c) rororo

(c) rororo

Dieses Buch ist ein Jahr älter als ich, denn McCarthy hat “A Child of God” bereits 1973 geschrieben. Nun ist es erstmals auf Deutsch erschienen. “Ein Kind Gottes” ist ein typischer McCarthy, auch wenn es ein Frühwerk ist: Wieder einmal zeigt der Autor, wie dünn der Mantel der Zivilisation ist. Seine Hauptfigur, der Außenseiter Lester Ballard, ist ein unsympathischer und nekrophiler Mörder. “Es ist der Abstieg eines Mannes von ganz unten nach ganz ganz unten”, schreibt die Frankfurter Rundschau sehr treffend.

Teilweise ist es wirklich schwer erträglich, was McCarthy schreibt. Aber gerade dazu muss Literatur auch da sein. Es sind unvorstellbare Dinge, die seine Figuren tun. Und McCarthy erzählt davon so nüchtern, dass es weh tut. Er findet Worte für Dinge, die eigentlich unaussprechlich sind – ohne dabei nur eine Sekunde lang Splatter- und Horrorelemente zu bedienen.

Am eindringlichsten in Erinnerung ist mir die Szene mit dem Rotkehlchen geblieben, dem ein kleines, geistig zurückgebliebenes Kind die Füße abbeißt. “Er wollte, dass er nicht weglaufen kann”, sagt Ballard angesichts dieser Situation, die sogar ihm unbehaglich ist.

James Franco hat das Buch kürzlich verfilmt. Ganz ehrlich: Ich will diesen Film eigentlich nicht sehen. Die Bilder, die beim Lesen entstanden sind, reichen mir vollkommen. Ich will die explizite Darstellung all dieser Grausamkeiten nicht sehen.

“Glauben Sie, die Menschen waren damals schlechter als heute?”, fragt einmal ein Deputy Sheriff. “Nein (…), glaube ich nicht. Ich glaube, die Menschen sind immer die Gleichen gewesen, seit Gott den ersten geschaffen hat”, erhält er als Antwort. Das sagt viel über McCarthys Buch aus: Denn Lester Ballard ist ein Kind Gottes – wie wir alle anderen auch.

Nach der eher enttäuschenden Drehbuchvorlage “Der Anwalt” (zum Ridley-Scott-Film “The Counselor”) bin ich froh, dass sein Verlag nun dieses Buch übersetzt hat. Es war McCarthys dritter Roman. Sein Debütroman “The Orchard Keeper” (1965) ist übrigens bis heute nicht übersetzt worden, vielleicht geschieht dies ja nun doch. Seinen zweiten Roman, das Inzucht-Drama “Draussen im Dunkel” (1968), habe ich vor vielen Jahren gelesen. Ich kann mich erinnern, ich war damals ziemlich verstört, weil ich bis dahin nichts Ähnliches gelesen hatte. Angefühlt hat sich das so ähnlich wie die Lektüre von “Ein Kind Gottes”. Tja, und über McCarthys mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnetes Meisterwerk “Die Straße” habe ich schon einmal geschrieben, dass es zu jenen fünf Büchern zählt, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde.

8 von 10 Punkten

Cormac McCarthy: “Ein Kind Gottes”, übersetzt von Nikolaus Stingl, 191 Seiten, rororo.

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Der TV-Metzger ist fad

So gern wollte ich mich mitreißen lassen von einer netten, feinen Metzger-Verfilmung. Ich muss aber zugeben, ich bin enttäuscht. Das liegt allerdings nicht am Hauptdarsteller Robert Palfrader, der einen guten Job gemacht hat, sondern an der unerträglich statischen Erzähl- und Filmweise. Die FAZ trifft das ganz gut: “Der Zuschauer wird schnell vergessen haben, was er da genau konsumierte. Haften bleibt einzig die Vorstellung, die Robert Palfrader gibt.”

Zwar tauchten da wunderbare Landschaftsbilder auf – man hatte mitunter das Gefühl, sich in den Anden, nicht in Tirol zu befinden – aber dieses sekundenlange Starren ohne jede Mimik der Darsteller halte ich schon seit “Der Alte”, “Derrick” und Co. nicht mehr aus. Das ist leider sehr lähmend. Gefehlt hat mir auch dieser sprühende Sprachwitz von Autor Thomas Raab. Es ist fast, als hätte man den Metzger-Romanen ausgerechnet das Herz herausgerissen. Was bleibt ist die Krimihandlung, das Skelett sozusagen. Kein Fleisch darum herum. Das ist weniger als nackt. Und wie jeder Leser weiß, sind es nicht die Plots, weshalb man Metzger-Krimis liest. Der witzigste Moment kommt noch gleich zu Beginn, als Metzger einen Einheimischen nach dem Weg fragt, und ein “Auffe, ume, owe” als Antwort erntet. Ich wollte mich amüsieren, aber irgendwie ging es nicht.

“Mein” Metzger fühlt sich anders an. Ich mag den Metzger, weil er menschenscheu ist. Er hasst die Menschen nicht, aber er mag sie vor allem nicht in Massen. Wie gesagt, Palfrader spielt ihn nicht schlecht, aber beim Lesen von “Der Metzger sieht rot” war ich dieser Figur viel näher. Da konnte ich ihn spüren, diesen Metzger. Wie er sie liebt, seine Danjela. Wie er leidet. Da waren die Dialoge auf den Punkt, im Film war das leider eher hölzern und aufgesetzt. Diese “Familienaufstellung” mittels Nahrungsmitteln fand ich auch eher peinlich als lustig. Die rührselig-kitschige Szene im Krankenhaus ließ mich kofpschütteln. Dabei ist es normalerweise wirklich nicht schwer, mich auf eine emotionale Reise mitzunehmen.

Und: Als Wiener kenne ich mich ja nicht aus, aber sehr tirolerisch und authentisch klang das nicht, was in dem Film gesprochen wurde.

Hoffnung macht mir nun ein wenig das Making-Of der nächsten Folge, die kommende Woche ausgestrahlt wird. Für mich ist der Metzger eher eine urbane Figur, vielleicht war auch nur dieser Alpenkrimi-Einstieg nicht optimal:

 

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KrimiZeit-Bestenliste im Februar: Ein Abgleich

(c) Heyne

(c) Heyne

Die letzten Tage war ich offline, daher war es auch hier still. Ich habe aber die Zeit genutzt, um mir mal ein paar Klassiker des modernen österreichischen Krimis zur Brust (das ist sogar wörtlich gemeint – ja, ich lese gern liegend, das Buch auf der Brust aufgestützt, aber das nur am Rande) zu nehmen: Wolf Haas, Stefan Slupetzky, Thomas Raab (einen Metzger, nicht “Still”) und Heinrich Steinfest. Dazu hier in Kürze mehr!

Nun aber zum eigentlichen Anlass dieses Beitrags. Während meiner Offline-Zeit ist die KrimiZeit-Liste für den Februar erschienen. James Lee Burkes “Regengötter” ist von Platz 1 gleich ganz aus dem Krimi-Ranking verschwunden. Dafür hat die Schottin Denise Mina mit “Das Vergessen” die Top-Position übernommen. Eine gute Wahl, wie ich hier demnächst schreiben werde. Dennis Lehane ist mit “The Drop” auf Platz drei eingestiegen – das konnte ich im ersten Moment gar nicht glauben, ich dachte, es handelt sich um einen Wiedereinstieg. Aber offenbar hatte es Lehane bisher tatsächlich nicht auf die KrimiZeit-Liste geschafft. Naja, das war dann also schon längst überfällig.

Was gibt es sonst zu sagen:

  • Jo Nesbos “Der Sohn” wurde mir erst kürzlich empfohlen. Das wäre eine gute Gelegenheit meinen blinden Fleck Nesbo zu beseitigen. Aber vielleicht hat ja jemand von euch einen Tipp, welcher Nesbo-Krimi tatsächlich unumgänglich ist.
  • Auf der Liste erwartet hätte ich mir Thomas Raabs “Still. Chronik eines Mörders”, aber vielleicht ist es dafür zu früh, da das Buch ja erst Mitte Jänner erschienen ist. Ich hoffe, dieses überall hymnisch besprochene Werk als Kontrast zu seiner Metzger-Reihe, die ja nun auch ins Fernsehen (“Der Metzger und der Tote im Haifischbecken” und “Der Metzger muss nachsitzen”) kommt, lesen zu können.
  • Beim Lesen des Verlagstextes von Jesper Steins “Weißglut” musste ich sofort an Nicoles Beitrag darüber denken, was sie nie wieder in Krimis lesen will (Stichwort: Der Ermittler, das Wrack): “… mit Vizekriminalkommissar Axel Steen geht es immer weiter bergab. Sein Haschischkonsum steigt, seine Todesängste fressen ihn auf und dann wird auch noch sein Intimfeind Jens Jessen, der neue Mann an der Seite seiner Exfrau Cecilie, in den Rang eines Polizeichefinspektors befördert und ist somit sein Chef. Erst ein neuer Fall, der ihn bis ins Mark trifft, reißt Axel aus seiner Lethargie: Nach einer Vergewaltigung werden DNA-Spuren gefunden, die zu dem Mord an Marie Schmidt vor vier Jahren passen; dem Mord, der Axels Ehe mit Cecilie ruinierte und beinahe das Leben seiner damals zweijährigen Tochter Emma gekostet hätte.” Viel mehr Wrack geht nicht. Und viel mehr persönliche Involvierung des Ermittlers – das wäre mein Wunsch an Krimiautoren, das doch endlich mal sein zu lassen – geht nun eigentlich auch nicht mehr. Denn das könnte nun mich zur Weißglut bringen (ich weiß, das war jetzt billig, aber so schön aufgelegt). Nahezu kein TV-Tatort kommt ohne diese Schiene aus. Ständig sind irgendwelche Verwandten oder Bekannten oder die Kommissare auf irgendeine Weise in die Fälle (mit Vorliebe irgendeine Beziehung zum Täter oder zum Opfer) selbst verstrickt. Für mich ist das mittlerweile ein starker Grund, die Finger von einem Krimi zu lassen – wenn nicht andere schwerwiegende Gründe dafür sprechen.

Die Liste im Überblick:

1 (2) Denise Mina: Das Vergessen
2 (-) Jesper Stein: Weißglut
3 (-) Dennis Lehane: The Drop – Bargeld
4 (-) Tana French: Geheimer Ort
5 (8) Oliver Harris: London Underground
6 (-) Norbert Horst: Mädchenware
7 (7) Andrew Brown: Trost
8 (-) Tony Parsons: Dein finsteres Herz
9 (9) Jo Nesbo: Der Sohn
10 (10) Nathan Larson: Boogie Man

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