Category Archives: Rezensionen

Daumen rauf oder Daumen runter?

Aidan Truhen: Fuck You Very Much

(c) Suhrkamp

Das ist sie also, meine kriminalliterarische Enttäuschung des bisherigen Jahres: Aidan Truhens “Fuck You Very Much”. Und ich komme schön langsam zur Erkenntnis, dass es meist diese supercoolen, superlustigen, supergenregrenzenbrechenden Nonsense-Krimis sind, mit denen ich beim Lesen am meisten Probleme habe.

Eigentlich hätte ich es wissen müssen. Das Cover war das erste Warnsignal. Truhens Selbstbeschreibung (“Ich bin ein schrecklicher Mensch”) das zweite. Das ist ja so abgefahren schräg und cool. Puuh, ich glaube, ich bin einfach zu alt für diesen Scheiß. Das ist alles so gewollt, dabei ist alles nur absurd, belanglos, charmebefreit, dümmlich, eklig, fucking-boring und geschmacklos. Ich mag nicht darüber urteilen, ob Truhen, ein schrecklicher Mensch ist, sein Buch ist es aus meiner Sicht jedenfalls.

Warum es geht? “Jack Price ist Drogengroßhändler, aber nicht irgendeiner, sondern der beste: clever, cool und smart”, heißt es auf der Buchrückseite. Auf ihn sind sieben Killer angesetzt, die superbösen “Seven Demons”. Warnsignal drei also.  Warum die Killer auf ihn angesetzt sind? Das sollte man gar nicht erst hinterfragen, Sinn ergibt in diesem Buch ohnehin nichts. Ich habe nichts Lebensechtes darin gefunden. Die teils seltsamen Gewaltfantasien haben mich nur gelangweilt. Klar, dass Price, kein sonderlicher Sympathierträger sein kann. Aber das ist nicht das Problem. Es ist einfach alles viel zu viel. Selten war ich beim Lesen so genervt.

Seitenlanges Geschwafel über Herrenwaxing, ein Attentat mit dem Kopf eines Toten, ständige Versicherungen, was für ein böser Kerl dieser Jack Price ist usw. usw. Oder um bei Truhens Sprach zu bleiben: “Peng, peng, peng, bumm, peng, peng, oh Scheiße KAWUMMS KAWUMMS KAWUMMS ZAFISCH BOINK BOINK RAPLATZ”. Die armen Übersetzer…

Warum sich dieser Krimi nun schon zum dritten Mal in Folge auf der Krimi-Bestenliste findet, ist mir ein Rätsel. Es wird wohl mit dem erwähnten supergenregrenzenbrechenden Aspekt zu tun haben. Vermutlich liegt mein Problem mit dem Buch aber einfach daran, dass ich ein wirklich humorloser Kerl bin…

1 von 10 Punkten

Aidan Truhen: “Fuck You Very Much”, übersetzt von Sven Koch und Andrea Stumpf, Suhrkamp, 350 Seiten.

 

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Alex Beer: Die rote Frau

(c) Limes Verlag

Alex Beer hat mit “Der zweite Reiter” einen der besten Kriminalromane abgeliefert, die ich im Vorjahr gelesen habe. Ihr Polizeiagent August Emmerich ist bei mir haften geblieben. Groß war daher die Freude, so schnell einen zweiten Teil lesen zu können.

“Die rote Frau” ist sehr penibel recherchiert. Das merkt man auf jeder Seite. Das verkommene und arme Wien aus dem Jahr 1920 wird lebendig, angreifbar. Emmerich, mittlerweile wohnhaft im Männerheim in der Meldemannstraße (ja, hier wohnte auch Adolf Hitler), muss sich diesmal im wahrsten Sinn des Wortes durch die Wiener Unterwelt boxen – und das auf durchaus amüsante Weise. Ein Stadtrat wurde ermordet und ein Täter allzu leicht gefunden. Emmerich, der sich beruflich auf einem Abstellgleis befindet, hat aber seine Zweifel.

Überhaupt: Dieses Ermittler-Gespann aus Emmerich und seinem Assistenten Ferdinand Winter wächst einem zunehmend ans Herz. Von den beiden will man einfach mehr lesen.

Fasziniert hat mich, wie gekonnt die gebürtige Vorarlbergerin den Wiener Schmäh und vor allem den Wiener Grant zu Leben erweckt. Viele alte, fast schon ausgestorbene Ausdrücke tauchen da auf. Wie angenehm. Das liest sich authentisch, obwohl es manchmal fast eine Spur zu viel wird. Wie das Nicht-Wiener empfinden, würde mich auch interessieren: Ist das reizvoll oder steigt man da irgendwann einfach aus?

Wenn sich die “Wertlosen” aus der Meldemannstraße gegen die “Wohltäter” der Gesellschaft verbünden, ist das natürlich sympathisch. Aber das Ende des Buches war für mich dann doch ein wenig zu konstruiert und die Gut-und-Böse-Rollen letztlich zu klar verteilt. Da hätte ich es gern eine Spur abgründiger. Dennoch bin ich schon sehr gespannt auf den dritten Teil, der in den nächsten Monaten erscheinen soll.

7 von 10 Punkten

Alex Beer: “Die rote Frau”, 416 Seiten, Limes Verlag.

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James Carlos Blake: Red Grass River

(c) liebeskind

“Falls sich der Teufel je einen Garten angelegt hat, dann die Everglades.” Mit diesem Satz beginnt James Carlos Blakes Gangster-Epos “Red Grass River”. “Es heißt, dass es kaum einen anderen Ort gibt, an dem man weiter schauen und dabei weniger sehen kann.” Diese menschenfeindliche Umgebung ist das ideale Rückzugsgebiet für Alkoholschmuggler und Bankräuber John Ashley, der in den 1910er- und 1920er-Jahren zu einer Outlawlegende wurde – noch ehe Bonnie und Clyde oder John Dillinger für Schlagzeilen sorgten.

Der Autor ist Spezialist für die gewalttätigen Aspekte der US-Geschichte. “Red Grass River” ist sein mittlerweile drittes Buch, das mit zwei Jahrzehnten Verspätung auf Deutsch übersetzt wurde. “Das Böse im Blut” widmete sich dem mexikanisch-amerikanischen Krieg in den 1840er-Jahren, die darin beschriebene Grenzregion glich damals dem Vorhof zur Hölle. In “Pistolero” wiederum versuchte Blake, die Wildwestlegende John Wesley Hardin zu entschlüsseln.

Sein nun vorliegendes Porträt der berüchtigten Ashley-Gang setzt sich erneut mit Männern auseinander, die – diesmal in den Sümpfen Floridas, einem für seine Gesetzlosigkeit berüchtigten Ort – ihre eigenen Regeln aufstellen. Es ist das Revier der sogenannten Crackers, die sich mit dem Fallenstellen und dem Verkauf von Tierfellen sowie dem Schnapsbrennen und Schmuggeln tagtäglich durch ihr großteils karges Leben kämpfen. Auch deshalb werden die anfangs durchaus respektierten, später aber eher gefürchteten Brüder und ihre kriminellen Kumpane zu Legenden.

Der Autor spielt gekonnt mit dem Mythos, mit der Legende. Nur schwer ist zu erkennen, was wahr ist – und was erdichtet. Blake macht das durch den sogenannten Liars Club deutlich – eine Gruppe alter Männer, die immer wieder Geschehnisse kommentiert sowie Gerüchte aufkocht und alternative Versionen einwirft.

Das wäre schön und gut, funktioniert aber aus einem Grund nur bedingt. Zu offenkundig sind seine Sympathien für die Ashleys. Gegenspieler Sheriff Bobby Baker ist der eigentlich verkommene Charakter, dem Blake aber zu wenig literarischen Spielraum gewährt. Er bleibt im Vergleich zu dem überlebensgroßen John Ashley eindimensional. Die erbitterte Fehde der beiden Männer wird so nur bedingt spürbar.

Auch das Gangsterleben liest sich mitunter etwas klischeehaft. John Ashley frönt einem sexuell ausschweifenden Lebensstil. Hemmungslos gibt er sich abwechselnd (teilweise auch gleichzeitig) einer blinden Hure und seiner Komplizin, Laura Upthegrove, der „Queen of the Everglades“, hin. Beim Liebesspiel ist er so laut, dass er sich in die Sümpfe zurückziehen muss, um seine Familie nicht zu belästigen.

Blake hätte noch mehr erreichen können. Sein Buch ist zeitweise zu chronikal und fädelt blutige Schlägereien und Überfälle aller Art nacheinander auf. Das hat mich stark an Don Winslows “Das Kartell” und Paolo Roversis Mailand-Krimis “Milano Criminale” und  “Schwarze Sonne über Mailand” erinnert.

Was Blake aber wunderbar gelingt, sind die kleinen historischen Szenen, die den Alltag von damals vermitteln. Das zeigt sich etwa, wenn Blake über die Straßendecke von Miami schreibt, die aus pulverisiertem Kalkstein bestand, „der im Sommer so stark reflektierte, dass man zu erblinden fürchtete“. Also belegte man die Straßen mit Holzblöcken. Doch als dann der Regen kam, begannen diese aufzuquellen, „und als es dann weiterregnete, sprangen die Blöcke – peng! peng! peng! – aus der Straßendecke hoch, dass es knallte wie Pistolenschüsse […], zischten in alle möglichen Richtungen, prallten von Fassaden ab, schlugen Fenster ein“.

Diese falschen Pistolenschüsse hallen mehr nach als die echten in Blakes Roman.

7 von 10 Punkten

James Carlos Blake: “Red Grass River”, übersetzt von Stefan Lux, liebeskind, 528 Seiten.

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Hideo Yokoyama: 64

(c) Atrium

Normalerweise lese ich nur sehr selten Kriminalromane, die mehr als 400 Seiten umfassen. Lieber tauche ich zweimal in neue Welten ein als 800-Seiten-Wälzer zu lesen. Aber man muss auch Ausnahmen machen. Das 768 Seiten dicke “64” ist eine solche und es war absolut gut, dieses Buch gelesen zu haben. Und das obwohl dieser außergewöhnliche Krimi alles andere als ein Pageturner ist. Ganz im Gegenteil: Hier wird sehr behutsam und langsam erzählt. Das Etikett “Thriller” ist also nicht optimal. Alles andere aber schon.

Die Spannung entsteht anders: Behutsam erzählt Hideo Yokoyama vom Polizisten Mikami und dessen Lavieren durch das private und berufliche Minenfeld. Jedes eigene Wort will genau überlegt sein, jedes Wort der Gegenspieler richtig gedeutet werden – alles, ob ausgesprochen oder nicht, landet auf einer fein austarierten Waagschale. Hinter der Mauer von Höflichkeit bleibt viel verborgen. Das fesselt zunehmend.

Nüchtern beschreibt der Autor das moderne Japan. Es ist eine faszinierende Reise in eine fremde Welt, auf die er seine Leser mitnimmt. Gleich zu Beginn steht Mikami nach vierstündiger Anreise mit seiner Frau Minako im Leichenschauhaus vor einem toten Mädchen. Seine Tochter Ayumi ist vor drei Monaten spurlos verschwunden. Es ist nicht sein Kind, das da unter dem Laken liegt, aber die quälende Ungewissheit bleibt weiterhin sein erbarmungsloser Begleiter.

Mikami ist Pressedirektor eines kleinen japanischen Polizeireviers. Als wäre sein Leben nicht ohnehin schon in einem unerträglichen Ausnahmezustand, gerät die geordnete Welt auch beruflich plötzlich zu einem unübersichtlichen Schlachtfeld mit vielen Nebenfronten. Der Presseclub, die Vereinigung lokaler Medien, macht Druck, weil sich Mikamis Pressestelle weigert, die Identität einer schwangeren Frau bekannt zu geben, die einen alten Mann mit dem Auto niedergefahren hat.

Zu allem Überfluss kündigt sich auch noch der Generalinspekteur der Nationalen Polizeibehörde an, der einen öffentlichkeitswirksamen Auftritt plant. Der niemals gelöste Entführungsfall mit dem Aktenzeichen „64“ war einst eine bittere Schmach: Nach der erfolgten Lösegeldübergabe konnte das entführte Mädchen nur noch tot aufgefunden werden. Vor dem Haus des Vaters des Opfers will der wichtige Mann aus Tokio 14 Jahre nach der Tat verkünden, dass der Fall neu aufgerollt wird. Mikami fällt die undankbare Aufgabe zu, den gebrochenen Vater von diesem PR-Spektakel zu überzeugen.

Für mich sehr fesselnd war der beinharte Machtkampf zwischen dem Kriminaluntersuchungsamt KUA (für das Mikami die meiste Zeit seines Polizistenlebens arbeitete) und der Polizeiverwaltung (für die Mikami aktuell tätig ist). Wie so oft in Kriminalromanen steht dabei Mikami als einziger verbliebener Mitspieler, der noch über so etwas wie einen moralischen Kompass verfügt (ähnlich wie Remi Parrot in “Treibjagd”), zwischen allen Fronten. Mikami will einfach das Richtige tun. Für ihn ist Amamiya, der Vater des entführten und getöteten Kindes, als Mensch wichtig – nicht, um seine Karriere voranzutreiben. Er will die Wahrheit wissen, während andere ihre Ränkespiele treiben und bloß um ihre Positionen besorgt sind.

9 von 10 Punkten

Hideo Yokoyama: “64”, übersetzt von Sabine Roth und Nikolaus Stingl, 768 Seiten, Atrium Verlag.

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Adrian McKinty: Dirty Cops

(c) Suhrkamp Nova

“Dirty Cops” ist bereits der sechste Kriminalroman rund um den katholischen Polizisten Sean Duffy, der sich im Nordirland der 1980er Jahre behaupten muss. Zum Inhalt: Ein Drogendealer wird tot aufgefunden. Alltäglich? Nicht ganz, immerhin hat der Mann einen Pfeil im Rücken, also kein klassisches Handwerkszeug der IRA.

Obwohl sich der Autor diesmal mit Bezügen zu real existierenden Personen bzw. zu fiktiven Ereignissen mit realen Personen (der niemals stattgefundene Auftritt Muhammed Alis in “Rain Dogs”) zurückhält, hat sein Buch wieder vieles zu bieten. McKinty beginnt etwa mit einem Prolog, nach dem man sich fragt, wie Sean Duffy diesmal lebend aus dem Buch kommen will. Dem mittlerweile in Australien lebenden nordirischen Autor würde man alles zutrauen. Aber mehr sei hier nicht verraten.

Hauptfigur Sean Duffy wirkt im aktuellen Buch gereifter. Kein Wunder, er ist Vater eines kleinen Kindes und hat mehr Verantwortung. Seine Sichtweise auf die Dinge hat sich verändert. Er zeigt sich kompromissbereiter. Das muss er auch sein, will er seine Freundin Beth nicht verlieren, die von einem eigenen Haus in der Idylle träumt. Der tief in der Coronation Road, der Beth nur wenig abgewinnen kann, verwurzelte Polizist tut sich damit allerdings schwer.

McKintys Mix zwischen überzeugender Krimihandlung, unvergleichlichem Setting, feiner Charakterzeichnung, subtilem Humor und dem Spiel mit Genre-Konventionen sucht seinesgleichen. McKinty schreibt klassische Krimis, die dann doch ganz etwas Neues sind. Sie sind stets ausgeklügelt, wirken aber nicht konstruiert.

Auch wer über den Nordirland-Konflikt Bescheid wissen will, dem kann man nur eines, aber am besten alle Bücher der Duffy-Serie empfehlen. Hier taucht man atmosphärisch ganz tief ein. Das kann ein Sachbuch gar nicht leisten.

Auf seinem Blog schreibt der Autor übrigens, dass es drei weitere Sean-Duffy-Teile geben wird. Er verrät auch schon die Titel der Bücher und skizziert kurz, worum es darin gehen wird.

Hier meine Eindrücke der fünf Duffy-Vorgänger:

“Der katholische Bulle”

“Die Sirenen von Belfast”

“Die verlorenen Schwestern”

“Gun Street Girl” (mein persönlicher Favorit)

“Rain Dogs”

9 von 10 Punkten

Adrian McKinty: “Dirty Cops”, übersetzt von Peter Torberg, 392 Seiten, Suhrkamp Nova.

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Jon McGregor: Speicher 13

(c) liebeskind

Ein Mädchen verschwindet. Jon McGregor, der mit seinem Buch für den Booker Prize nominiert war, hat daraus keinen Thriller gemacht, der sich bloß um die Lösung des Falles dreht. Ganz im Gegenteil, “Speicher 13” ist definitiv kein Kriminalroman.

Vielmehr liest sich sein Buch als außergewöhnliches Porträt einer Dorfgemeinschaft, die nach dem öffentlichkeitswirksamen Ausnahmezustand weitermachen muss. Unaufgeregt erzählt er über den Zeitraum vieler Jahre davon, wie Normalität zurückkehrt. Es ist eine virtuos komponierte Chronologie des Vergessens.

Der Autor macht es einem aber nicht ganz einfach. Man muss sich auf McGregors Stil einlassen, denn extrem viel literarisches Personal erschwert den Überblick. Wer war das noch einmal? Und wie steht der mit XY in Beziehung? Ich habe mehr als einmal zurückgeblättert, teilweise habe ich es dann auch aufgegeben.

Dennoch war Alltag selten so fesselnd. Langsam, aber nicht langatmig. Früher hätte ich ein Buch wie dieses wohl zur Seite gelegt. Doch ich muss sagen, ich lerne derart entschleunigte Romane immer mehr zu schätzen. Vielleicht liegt das an unserer schnelllebigen Zeit – oder dem zunehmenden Alter 😉

7 von 10 Punkten

Jon McGregor: “Speicher 13″, übersetzt von Caroline Burger, Liebeskind Verlag, 352 Seiten.

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Horst Eckert: Der Preis des Todes

(c) Wunderlich

Zuletzt hat Horst Eckert drei Bände rund um den Ermittler Vincent Veih geschrieben. Davon habe ich “Schwarzlicht” (Teil 1) und den NSU-Krimi “Wolfsspinne” (Teil 3) gelesen. Während mich das Debüt nicht so ganz überzeugt hatte, gefiel mir der dritte Teil ausgesprochen gut. Genauso wie vor einigen Jahren sein außergewöhnlicher Finanzkrise-Thriller “Schwarzer Schwan”.

Nun hat der Krimiautor wieder einmal ein Stand Alone (oder wird mehr daraus?) geschrieben. Im Zentrum seiner Geschichte steht diesmal die TV-Journalistin Sarah Wolf. Als ihr Freund, der Staatssekretär, ermordet wird, will sie selbst den Tätern und der Wahrheit auf die Spur kommen. Eine Spur führt dabei in ein Flüchtlingslager nach Afrika. Natürlich ist das nicht ungefährlich.

Horst Eckert versteht es perfekt, handfeste Charaktere mit einer spannenden, realistischen Handlung zu verknüpfen. Ein gewisser politischer Hintergrund darf auch nie fehlen. So konstant und solide wie Eckert macht das eigentlich im deutschsprachigen Raum kein zweiter Krimiautor. Da kann man fast blind zugreifen: Denn Unterhaltung ist garantiert, aber nie seicht.

7 von 10 Punkten

Horst Eckert: “Der Preis des Todes”, 416 Seiten, Wunderlich.

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