Krimis, die man 2014 lesen sollte (X)

(c) Droemer

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Seit 1. Oktober ist Don Winslows neuer Thriller “Missing New York” erhältlich. Rein inhaltlich klingt das nicht wirklich nach Winslow: Als ein siebenjähriges Mädchen spurlos verschwindet, gibt nur Polizist Frank Decker nicht auf. Er gibt viel auf, um die Suche nach Hailey, dem Mädchen, fortzusetzen. Ein interessantes Detail: Das Buch ist wie der umstrittene Vorgänger “Vergeltung” bislang nicht in den USA erschienen. Das ist wirklich ungewöhnlich. Ob das für oder gegen das Buch spricht, werde ich hier demnächst zu erklären versuchen.

(c) Rütten & Loening

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Sehr gespannt bin ich auf Stuart Nevilles “Der vierte Mann”. Das Buch ist seit 6. Oktober im Handel erhältlich. Nachdem ich die Jack-Lennon-Reihe (“Die Schatten von Belfast”, “Blutige Fehde”, “Racheengel”) verpasst habe, werde ich die Gelegenheit nutzen, um den Schotten endlich kennenzulernen. Sein 1963 angesiedelter Krimi, in dessen Zentrum in Irland untergetauchte Nazis stehen, war 2013 für den begehrten “Steel Dagger” nominiert und steht 2014 in der Short-List bei den Barry Awards in der Kategorie Thriller. Mit anderen Worten: Ein Muss.

(c) Heyne

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Apropos Muss. “Ruhet in Frieden” (seit 13. Oktober im Handel) von Lawrence Block gehört auch in diese Kategorie. Wie am Cover gut erkennbar, wurde das Buch verfilmt und kommt mit Liam Neeson in der Hauptrolle Anfang November ins Kino. Es dürfte sich um einen harten Unterwelt-Krimi handeln, das müsste also eigentlich gut passen. Block ist einer meiner immer weniger werdenden blinden Krimiflecken. Blocks Serie um Matthew Scudder soll eine seiner besten sein. Von Block wurde in den vergangenen Jahren nur wenig ins Deutsche übersetzt. Bleibt zu hoffen, dass sich das nun ändert und nicht bloß eine Eintagsfliege ist.

(c) Heyne

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Ebenfalls seit 13. Oktober ist Denise Minas Krimi “Das Vergessen” in den Regalen zu finden. Sie wurde bereits mit Dagger Award und Barry Award ausgezeichnet. Die Ausgangssituation klingt vielversprechend: “Ein unmöglicher Mord. Ein wohlhabender Pakistaner wurde getötet. Am Tatort die Fingerabdrücke des Straftäters Michael Brown. Doch der sitzt im Gefängnis. Alex Morrow beginnt zu ermitteln…”, heißt es im Verlagstext. Neugierig macht mich auch folgendes Zitat der Autorin: “Ich bin Feministin und schreibe feministische Bücher. Ich sehe mich weniger in der Krimitradition als in der von feministischen Autorinnen.”

(c) Goldmann

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Seit 20. Oktober ist die von Thrillermeister David Baldacci herausgegebene Krimi-Anthologie “Face Off” erhältlich. Das besondere daran: Namhafte – und in diesem Fall ist das kein leeres Versprechen irgendeiner PR-Abteilung des Verlags – Krimiautoren haben sich paarweise zusammengetan, um ihre bekanntesten Ermittler gemeinsam auf die Leser loszulassen. So führt laut Verlag ein Mordgeständnis Ian Rankins John Rebus in den englischen Süden zu Peter James’ Roy Grace, Lee Childs Jack Reacher trifft in einer Bostoner Bar auf Joseph Finders Nick Heller, und Michael Connellys Harry Bosch bringt ein alter Fall zu Dennis Lehanes Patrick Kenzie. Eine geniale Idee für Liebhaber des Genres!

(c) Heyne Hardcore

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Und hier habe ich gleich eine weitere Chance, eine Krimilücke zu schließen. Altmeister James Lee Burkes “Regengötter” (seit 20. Oktober im Handel) könnte perfekt im mein aktuelles Lese-Beuteschema passen. Der Verlagstext klingt jedenfalls danach: “Ich bin hinter der alten Kirche in Chapala Crossing und habe gerade neun Leichen gefunden, die hier begraben wurden. Alles Frauen. Benachrichtigen Sie bitte das FBI und rufen Sie auch die Kollegen vom Brewster County und vom Terrell County an. Die sollen Unterstützung schicken.” Sheri Hackberry Holland steht vor einem Rätsel, wer hinter dem Massenmord im Niemandsland nahe der mexikanischen Grenze steckt. Und er legt sich mit dem organisierten Verbrechen an, das keine Gefangenen macht. Das klingt so stark nach Don Winslow (“Tage der Toten”) und Robert Crais (“Straße des Todes”), dass ich davon meine Finger nicht lassen kann.

(c) Diogenes

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Bleibt nur noch Dennis Lehanes “The Drop”, das am 29. Oktober erscheint. Es handelt sich dabei um die Romanvorlage zum Film mit Tom Hardy und dem verstorbenen James Gandolfini in seiner letzten großen Rolle. Lehane hat mich zuletzt mit “In der Nacht” mehr als überzeugt. Die Kleingangster-Geschichte “The Drop” klingt ebenfalls sehr interessant. Ich bin begeistert, binnen kurzer Zeit mit “Ruhet in Frieden” und “The Drop” zwei Krimis lesen zu können, deren Verfilmungen ich mir dann gleich im Kino ansehen kann (oder mache ich es doch umgekehrt?). Das kommt wirklich nicht oft vor.

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6 Comments

Filed under Krimis, die man lesen sollte

6 responses to “Krimis, die man 2014 lesen sollte (X)

  1. Also “The Drop” und “Der vierte Mann” sind auf jeden Fall Mustreads. Auf die Verfilmung von “The Drop” freue ich mich schon eine gefühlte Ewigkeit.
    Und “Regengötter” schreit nach Don Winslow! “Ruhet in Frieden” werde ich mir wohl nur im Kino anschauen, obwohl der Trailer schon nach “Taken 3” aussah.. Starke Neuvorstellungen!!

    Beste Grüße nach Wien
    Micha

  2. My Crime Time

    Der neue Don Winslow ist seit der Rezension auf Krimi-Welt von meiner Leseliste geflogen: http://www.krimi-welt.de/2014/10/missing-new-york-missing-don-winslow/
    Stuart Neville, Denise Mina und James Lee Burke sind allerdings schon seit geraumer Zeit drauf – und bleiben da auch. Jetzt erst recht. 🙂

    • Schade. Es ist nicht so gut wie die vorgegangenen Bücher (ausgenommen Vergeltung) und bei weitem nicht so gut wie Tage der Toten, aber sooo schlecht fand ich es nicht.
      Mal sehen, wie die Lesung am 4. November in Köln wird.

  3. Was für eine tolle Auswahl! Ganz nach meinem Geschmack ;-).

    MISSING. NEW YORK habe ich schon gelesen – war mein erster Winslow. Ich bin begeistert von dem Buch, kann es aber auch nicht mit den anderen Winslow-Büchern vergleichen. Auf alle Fälle hat es mir so gut gefallen, dass ich jetzt auch VERGELTUNG hier liegen habe.

    REGENGÖTTER und DAS VERGESSEN haben mich auch sofort neugierig gemacht. Auch diese Bücher liegen schon hier und warten darauf, gelesen zu werden.

    DER VIERTE MANN habe ich tatsächlich übersehen. Wandert aber gleich mal auf meine Vormerkliste. Ich hab von Stuart Neville bis jetzt nur den RACHEENGEL gelesen, der zwar relativ einfach gestrickt ist, mich aber dennoch gut unterhalten konnte.

    Wie gesagt, ich finde die Auswahl top! Viel Spaß beim Lesen und einen schönen Sonntag, liebe Grüße, Iris

  4. “The Drop” habe ich bereits gesehen und ich kann diesen wunderbaren, kleinen, noirigen Film nur empfehlen. Toll gespielt, hervorragend inszeniert – meine Kritikpunkte behalte ich für mich, das wäre ein wenig spoilerig. Erst danach habe ich das Buch gelesen und würde es wieder so machen. Lehane hat aus einer Kurzgeschichte erst das Drehbuch und dann den Roman entwickelt, außerdem glaube ich, dass in dieser Reihenfolge das Buch sehr gut als Ergänzung zum Film funktioniert.

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