Tag Archives: Dennis Lehane

Live By Night – Der beste Film des Jahres 2017?

Dennis Lehanes Krimi “In der Nacht” war einer der besten des Jahres 2013. Lehane erzählt darin eine bereits oft erzählte Geschichte so fesselnd, dass man niemals meint, er wandere auf abgetretenen Pfaden. Er versucht nicht, zwanghaft innovativ zu sein, sondern Altbekanntem neue Seiten abzugewinnen.

Tja, und nun die gute Nachricht für alle Lehane-, Krimi- und Filmfreunde. Ben Affleck hat dieses Buch verfilmt. “Live By Night” startet Ende 2016 in ausgewählten US-Kinos und im Jänner regulär. Das ist normalerweise ein guter Hinweis, dass hier jemand Oscars abräumen will.

Und der vor Kurzem erschienene Trailer lässt tatsächlich Großes erwarten. Seht doch selbst. Ich kann es jedenfalls kaum erwarten!

Advertisements

Leave a comment

Filed under TV und Film

Dennis Lehane: Am Ende einer Welt

(c) Diogenes

(c) Diogenes

Dennis Lehane ist einer meiner Lieblingsautoren. Ich mag dieses klassische Gangster-Genre – und ich mag einfach, wie er erzählt. Lehane ist für mich einfach Genuß pur. Es ist mir eigentlich egal, wohin er mich führt, ich folge ihm und vertraue ihm blind. Am Ende kommt immer eine gute Geschichte raus. Dialoge, Szenen, Charaktere – seine Bücher sind voll Leben, voll kleiner Wahrheiten, voll bedeutsamer Unbedeutsamkeiten. War ich schon von “In der Nacht” begeistert, bin ich es auch von “Am Ende einer Welt”.

Man könnte dem Buch vorwerfen, eine Kopie bzw. ein Klon des Vorgängers zu sein. Das mag sogar zutreffen, der Aufbau der beiden Geschichten ist letztlich sehr ähnlich. Aber mir war das egal, meine einzige Sorge war, dass dieses Buch auf alle Fälle zu früh enden würde. Das ist auch so eine Wirkung, die Lehanes historische Gangsterkrimis auf mich haben. So geht es mir sonst eigentlich momentan nur bei Adrian McKinty und William Shaw.

Inhaltlich spielt der Krimi etwas mehr als ein Jahrzehnt nach “In der Nacht”, im Jahr 1943. Mafioso Jack Coughlin hat sich nach dem Tod seiner Frau aus der ersten Reihe des organisierten Verbrechens zurückgezogen. Doch im Hintergrund ist er immer noch ein wichtiger Mann. Als er eines Tage erfährt, dass auf ihn ein Killer angesetzt wurde, kann er das kaum glauben. Steckt ein alter Feind dahinter?

“Es gab eine Regel in dem seltsamen Geschäft, das sie betrieben: Ziehe nie Familien in die Sache hinein. Es war eine geheiligte Regel, die über allen anderen stand, mit einer einzigen Ausnahme: Mach so viel Geld, wie nur geht. Dank dieser Regel konnten sie glauben, dass etwas sie von Tieren unterschied. Etwas, das ihrer Grausamkeit und ihrem Eigennutz eine Grenze setzte.”

Souverän entwickelt Lehane seine Geschichte, sein Buch ist auch ein Beziehungsroman. Jack Coughlins Beziehungen zu seinem Sohn, seiner Geliebten, seinen Freunden stehen im Zentrum. Da geht es um Verrat, Verlust und viele andere Dinge. Wie sauber kann man in einer schmutzigen Welt bleiben? Ich mag diese altmodischen Geschichten, die vielleicht schon oft erzählt wurden, aber nichts an Reiz verlieren. Vielleicht auch deshalb, weil sie immer auch Reisen in vergangene Zeiten inkludieren, uns an Vergangenem teilhaben lassen.

9 von 10 Punkten

Dennis Lehane: “Am Ende einer Welt”, übersetzt von Steffen Jacobs, 394 Seiten, Diogenes.

1 Comment

Filed under Rezensionen

Krimis, die man 2015 lesen sollte (IX)

(c) Kunstmann

(c) Kunstmann

Mexiko und der Drogenkrieg – das ist ein Thema, das mich nach wie vor nicht loslässt (ich sehe gerade die ausgezeichnete Serie “Narcos”, demnächst kommt “Sicario” ins Kino und auch der Lesestoff geht nicht aus, wie ich demnächst hier ausführlich schreiben werde). In “Die Verbrannten” (seit 9. September im Handel) erzählt Antonio Ortuno von Vergessenen dieses Krieges: Den vielen zentralamerikanischen Flüchtlingen, die nicht selten von den Drogenbanden gekidnappt werden, um von den Angehörigen Geld zu erpressen. Eigentlich ein Muss.

Verlagstext: Santa Rita, ein unbedeutendes Kaff im Süden Mexikos. In einer Notunterkunft für zentralamerikanische Flüchtlinge auf dem Weg in die USA wird ein Feuer gelegt, dem zahlreiche Männer, Frauen und Kinder zum Opfer fallen. Irma, genannt La Negra, wird zur Untersuchung des Vorfalls zum lokalen Büro der Nationalkomission für Migration geschickt. Dort sind ihre Nachforschungen wenig willkommen und in einem Klima der Angst ist keiner der Überlebenden bereit, zu den Ereignissen in der Nacht des Anschlags auszusagen bis auf die zwanzigjährige Yein, die zu Irmas einziger Zeugin wird. Doch in einem Land, wo Zentralamerikaner allenfalls als Menschen zweiter Klasse betrachtet werden und wo Behörden, Polizei und kriminelle Banden gemeinsam ein zynisches Geschäft betreiben, das noch den letzten Peso aus den Flüchtlingen herausquetscht, kann es tödliche Folgen haben, den Dingen auf den Grund zu gehen. In diesem vielstimmig orchestrierten und schonungslos rauen politischen Roman porträtiert Antonio Ortuño ein menschenverachtendes System, das die Schwächsten ausraubt, vergewaltigt, verbrennt und schließlich in Massengräbern verschwinden lässt.

fremdetreueNächstes Muss ist “Fremde Treue” (9. September), der dritte Teil der Laidlaw-Trilogie des Schotten William McIlvanney. Zwar hat mich Teil zwei, “Die Suche nach Tony Veitch”, nicht ganz so begeistert wie Teil eins, “Laidlaw”. Dennoch muss man diesen Autor gelesen haben. Er ist wunderbar literarisch und humanistisch.

Laidlaws dritter und bisher letzter Fall! Scott Laidlaw ist tot. Der tragische Autounfall seines Bruders erschüttert Jack Laidlaw schwer in tiefer Trauer und mit dem ihm eigenen Durst macht er sich auf in die schottische Provinz, um herauszufinden, was wirklich geschah. Während Laidlaw versucht, die letzten unglücklichen Tage seines Bruders zu rekonstruieren, wird ihm schnell klar, dass die Abgründe hinter der dörflichen Fassade mindestens ebenso tief sind wie in der Glasgower Unterwelt und in seiner Vergangenheit, in die ihn seine Recherchen unweigerlich zurückführen.

(c) Goldmann

(c) Goldmann

“Racheherbst” (seit 14. September) von Andreas Gruber nährt mein schlechtes Gewissen. Ich möchte endlich was von diesem österreichischen Thriller-Autor lesen, den kaum jemand kennt, der aber schon viel mehr Bücher verkauft hat als etwa sein erfolgreicher Landsmann Bernhard Aichner (“Totenfrau”, “Totenhaus”). Ich hab mal in Kapitel eins reingeschmökert und das klingt schon vielversprechend. Bloß dieses Serienmörder-Ding ist ja so gar nicht meines…

Unter einer Leipziger Brücke wird die verstümmelte Leiche einer jungen Frau angespült. Walter Pulaski, zynischer Ermittler bei der Polizei, merkt schnell, dass der Mord an der Prostituierten Natalie bei seinen Kollegen nicht die höchste Priorität genießt. Er recherchiert auf eigene Faust – an seiner Seite Natalies Mutter Mikaela, die um jeden Preis den Tod ihrer Tochter rächen will. Gemeinsam stoßen sie auf die blutige Fährte eines Serienmörders, die sich über Prag und Passau bis nach Wien zieht. Dort hat die junge Anwältin Evelyn Meyers gerade ihren ersten eigenen Fall als Strafverteidigerin übernommen. Es geht um einen brutalen Frauenmord – und eine fatale Fehleinschätzung lässt Evelyn um ein Haar selbst zum nächsten Opfer werden …

(c) Heyne Hardcore

(c) Heyne Hardcore

“Glut und Asche” (14. September) von James Lee Burke ist sicher ein weiteres Highlight dieses Krimi-Herbsts. Bloß beuge ich mich diesmal der hohen Seitenzahl. Ich habe keinen Zweifel, dass das Buch die Qualität des Vorgängers “Regengötter” (KrimiZeit Jahressieger, Deutscher Krimipreis-Sieger) halten kann. Aber nach “Das Kartell” und “Natchez Burning” habe ich heuer mit den ganz dicken Wälzern vorerst einmal abgeschlossen.

»Vielleicht würde er eines Tages die Angst vergessen, die in jenen fünfzehn Minuten einen anderen Menschen aus ihm gemacht hatte.« Danny Boy Lorca ist das Entsetzen ins Gesicht geschrieben, als er sich ins Büro von Sheriff Hackberry Holland schleppt. In der Wüste nahe der texanisch-mexikanischen Grenze wurde er Zeuge eines brutalen Mordes. Von einem zweiten Gefangenen fehlt jede Spur. Hackberry Holland hat erneut alle Hände voll zu tun, um für Gerechtigkeit zu sorgen.

(c) Diogenes

(c) Diogenes

Der Unterweltler Joe Coughlin ist wieder da. Mit “In der Nacht” (auf Platz zwei meiner persönlichen Jahresbestenliste 2013) hat Dennis Lehane vor zwei Jahren einen nahezu perfekten Kriminalroman vorgelegt. Nun ist Coughlin ehrbar geworden. Doch die Vergangenheit kann man nicht so leicht hinter sich lassen. Wer Lehane kennt, weiß: Bei “Am Ende einer Welt” kann eigentlich nichts mehr schief gehen (zumindest für den Leser!).

Joe Coughlin, geachteter Bürger von Tampa, Florida, und Consigliere des Bartolo-Syndikats, hat seine kriminelle Vergangenheit hinter sich gelassen wie Amerika die Prohibition. Bis eines Tages aus heiterem Himmel ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt wird und auf dem Spiel steht, was ihm am wichtigsten ist: sein Sohn – und der einzige Freund, den er hat. Die atemlose Geschichte von ›In der Nacht‹ geht weiter.

(c) Ullstein

(c) Ullstein

“Blood on Snow” bietet mir die Gelegenheit einen weiteren Autor endlich in die Kategorie “Gelesen” einzuordnen. Jo Nesbos Harry-Hole-Serie als auch seine Stand-alones (“Headhunter”) haben mich immer schon interessiert udn stehen teilweise auch in meinem Regal. Aber diesmal lese ich Nesbo sicher – sind nur 181 Seiten 😉 Das passt mir momentan gut. Das Thema klingt jetzt nicht besonders neu, aber ich mag solche Einsamer-Killer-Geschichten grundsätzlich.

Olav lebt das einsame Leben eines Killers. Als Killer ist es eben nicht unbedingt leicht, anderen Menschen nahe zu kommen. Doch jetzt hat Olav die Frau seiner Träume getroffen. Zwei Probleme stellen sich: Sie ist die Frau seines Chefs. Und Olav wurde gerade beauftragt, sie zu töten.

15 Comments

Filed under Krimis, die man lesen sollte

Dennis Lehane: The Drop. Bargeld

(c) Diogenes

(c) Diogenes

Der Bostoner Dennis Lehane ist nicht nur einer der wichtigsten Krimiautoren der Gegenwart, er ist auch der Krimiautor mit dem Hollywood-Abo. Seine Bücher “Gone, baby, gone”, “Shutter Island” und “Mystic River” wurden erfolgreich und von namhaften US-Regisseuren verfilmt. Nun hat es ein weiteres seiner Bücher, “The Drop. Bargeld” geschafft, verfilmt zu werden – mit Tom Hardy, Noomi Rapace und dem verstorbenen James Gandolfini in seiner letzten großen Rolle.

Die Entstehungsgeschichte des Romans ist dabei einigermaßen kurios. Zuerst schrieb Lehane einen nie veröffentlichten Roman. Eine Figur daraus tauchte Jahre später in einer Kurzgeschichte auf, aus der er ein Drehbuch machte, um dieses dann wiederum zu einem Roman zu formen. Beim Lesen merkt man das nicht. Geboten wird die übliche hohe Qualität made by Dennis Lehane. Einziger Abschlag: Er tut dies auf weniger Seiten als üblich. Gerade einmal 224 Seiten hat das Kleinkriminellendrama.

Lehane ist für mich einer der ganz großen Erzähler, nicht nur des Genres, sondern überhaupt. Da stellt sich mir schon die Frage: Warum nur sind viele US-Autoren so begnadete Erzähler? Stehen sie tatsächlich alle in der Tradition von Mark Twain? Bei Joe R. Lansdale, über dessen Buch “Das Dickicht” ich hier zuletzt geschrieben habe, ist das ja zweifellos der Fall. Es macht einfach großen Spaß, sich so bedingungslos auf Lesereise begeben zu können.

“Das Schlimme im Menschen ist ganz alltäglich. Das Beste ist ein weit selteneres Ding.”

Es sind Sätze wie “Sie saß mit erloschenem Gesicht an einem unter das Fenster gequetschten Tisch”, die Lehane einfach so aus dem Schreiber-Ärmel schüttelt. Da entstehen sofort Bilder. Das hat Stil und große Klasse. Ich habe hier ja vor einem Jahr über Lehanes Meisterwerk “In der Nacht” geschwärmt, darum will ich hier diesmal noch ein paar andere Stimmen sprechen lassen:

“Der Schneemann” hält mit Lob nicht zurück: “Das authentische Milieu und die komplexen Charakterzeichnungen, die unerwarteten Wendungen und die liebevolle Hommage an eine Bostoner Legende machen es zwar zu einem sehr guten Krimi, aber erst das, was zwischen den Zeilen passiert, machen es zu dem, was es ist: Einem der besten Romane der letzten Jahre.”

Marcus bezeichnet auf “Krimi-Welt” “The Drop” als “ein kleines, feines Meisterwerk”, das “durchaus als Lehanes Hommage an Bostons größten Krimiautor George V. Higgins (“The Friends of Eddie Coyle”) verstanden werden” kann.

Und auch Micha ist auf seinem Blog “Was soll ich lesen?” recht begeistert: “Ein Gefühl während des Lesens, als würden meine Unterarme an einer klebrigen, dunkelbraunen Holztheke in einem dunklen Pub festkleben und Unterhaltung von Anfang bis zum Ende”, fasst er seine Eindrücke zusammen.

Einziger Kritikpunkt, wie es auch “Der Schneemann” schreibt: Der Hund hätte nicht sein müssen – zumindest nicht in dieser Ausführlichkeit. Aber das ist letztlich Geschmacksache.

9 von 10 Punkten

Dennis Lehane: “The Drop. Bargeld”, übersetzt von Steffen Jacobs, 223 Seiten, Diogenes Verlag.

3 Comments

Filed under Rezensionen

Krimis, die man 2014 lesen sollte (X)

(c) Droemer

(c) Droemer

Seit 1. Oktober ist Don Winslows neuer Thriller “Missing New York” erhältlich. Rein inhaltlich klingt das nicht wirklich nach Winslow: Als ein siebenjähriges Mädchen spurlos verschwindet, gibt nur Polizist Frank Decker nicht auf. Er gibt viel auf, um die Suche nach Hailey, dem Mädchen, fortzusetzen. Ein interessantes Detail: Das Buch ist wie der umstrittene Vorgänger “Vergeltung” bislang nicht in den USA erschienen. Das ist wirklich ungewöhnlich. Ob das für oder gegen das Buch spricht, werde ich hier demnächst zu erklären versuchen.

(c) Rütten & Loening

(c) Rütten & Loening

Sehr gespannt bin ich auf Stuart Nevilles “Der vierte Mann”. Das Buch ist seit 6. Oktober im Handel erhältlich. Nachdem ich die Jack-Lennon-Reihe (“Die Schatten von Belfast”, “Blutige Fehde”, “Racheengel”) verpasst habe, werde ich die Gelegenheit nutzen, um den Schotten endlich kennenzulernen. Sein 1963 angesiedelter Krimi, in dessen Zentrum in Irland untergetauchte Nazis stehen, war 2013 für den begehrten “Steel Dagger” nominiert und steht 2014 in der Short-List bei den Barry Awards in der Kategorie Thriller. Mit anderen Worten: Ein Muss.

(c) Heyne

(c) Heyne

Apropos Muss. “Ruhet in Frieden” (seit 13. Oktober im Handel) von Lawrence Block gehört auch in diese Kategorie. Wie am Cover gut erkennbar, wurde das Buch verfilmt und kommt mit Liam Neeson in der Hauptrolle Anfang November ins Kino. Es dürfte sich um einen harten Unterwelt-Krimi handeln, das müsste also eigentlich gut passen. Block ist einer meiner immer weniger werdenden blinden Krimiflecken. Blocks Serie um Matthew Scudder soll eine seiner besten sein. Von Block wurde in den vergangenen Jahren nur wenig ins Deutsche übersetzt. Bleibt zu hoffen, dass sich das nun ändert und nicht bloß eine Eintagsfliege ist.

(c) Heyne

(c) Heyne

Ebenfalls seit 13. Oktober ist Denise Minas Krimi “Das Vergessen” in den Regalen zu finden. Sie wurde bereits mit Dagger Award und Barry Award ausgezeichnet. Die Ausgangssituation klingt vielversprechend: “Ein unmöglicher Mord. Ein wohlhabender Pakistaner wurde getötet. Am Tatort die Fingerabdrücke des Straftäters Michael Brown. Doch der sitzt im Gefängnis. Alex Morrow beginnt zu ermitteln…”, heißt es im Verlagstext. Neugierig macht mich auch folgendes Zitat der Autorin: “Ich bin Feministin und schreibe feministische Bücher. Ich sehe mich weniger in der Krimitradition als in der von feministischen Autorinnen.”

(c) Goldmann

(c) Goldmann

Seit 20. Oktober ist die von Thrillermeister David Baldacci herausgegebene Krimi-Anthologie “Face Off” erhältlich. Das besondere daran: Namhafte – und in diesem Fall ist das kein leeres Versprechen irgendeiner PR-Abteilung des Verlags – Krimiautoren haben sich paarweise zusammengetan, um ihre bekanntesten Ermittler gemeinsam auf die Leser loszulassen. So führt laut Verlag ein Mordgeständnis Ian Rankins John Rebus in den englischen Süden zu Peter James’ Roy Grace, Lee Childs Jack Reacher trifft in einer Bostoner Bar auf Joseph Finders Nick Heller, und Michael Connellys Harry Bosch bringt ein alter Fall zu Dennis Lehanes Patrick Kenzie. Eine geniale Idee für Liebhaber des Genres!

(c) Heyne Hardcore

(c) Heyne Hardcore

Und hier habe ich gleich eine weitere Chance, eine Krimilücke zu schließen. Altmeister James Lee Burkes “Regengötter” (seit 20. Oktober im Handel) könnte perfekt im mein aktuelles Lese-Beuteschema passen. Der Verlagstext klingt jedenfalls danach: “Ich bin hinter der alten Kirche in Chapala Crossing und habe gerade neun Leichen gefunden, die hier begraben wurden. Alles Frauen. Benachrichtigen Sie bitte das FBI und rufen Sie auch die Kollegen vom Brewster County und vom Terrell County an. Die sollen Unterstützung schicken.” Sheri Hackberry Holland steht vor einem Rätsel, wer hinter dem Massenmord im Niemandsland nahe der mexikanischen Grenze steckt. Und er legt sich mit dem organisierten Verbrechen an, das keine Gefangenen macht. Das klingt so stark nach Don Winslow (“Tage der Toten”) und Robert Crais (“Straße des Todes”), dass ich davon meine Finger nicht lassen kann.

(c) Diogenes

(c) Diogenes

Bleibt nur noch Dennis Lehanes “The Drop”, das am 29. Oktober erscheint. Es handelt sich dabei um die Romanvorlage zum Film mit Tom Hardy und dem verstorbenen James Gandolfini in seiner letzten großen Rolle. Lehane hat mich zuletzt mit “In der Nacht” mehr als überzeugt. Die Kleingangster-Geschichte “The Drop” klingt ebenfalls sehr interessant. Ich bin begeistert, binnen kurzer Zeit mit “Ruhet in Frieden” und “The Drop” zwei Krimis lesen zu können, deren Verfilmungen ich mir dann gleich im Kino ansehen kann (oder mache ich es doch umgekehrt?). Das kommt wirklich nicht oft vor.

6 Comments

Filed under Krimis, die man lesen sollte

KrimiZeit-Bestenliste Februar: Ein Abgleich

(c) Ullstein

(c) Ullstein

Diesmal melde ich mich mit meinem allmonatlichen KrimiZeit-Abgleich ein wenig verspätet. In meinem Ski-Urlaub bin ich zwar zum Lesen gekommen – Computer und sonstige elektronische Geräte habe ich aber nicht nur wegen stundenlanger Stromausfälle gemieden.

Tja, der Spionage-Altmeister John le Carré ist mit “Empfindliche Wahrheit” vom Spitzenrang nicht zu verdrängen. Ich werde sein neuestes Buch aber wohl trotzdem nicht lesen. Ich habe im Moment keine rechte Lust darauf. Dennis Lehane rückt mit “In der Nacht” auf Platz zwei vor, da wäre meine Prognose aus dem Dezember ja doch noch fast wahr geworden. Damals hatte ich prophezeit, dass er die Liste im Jänner anführen wird.

Fein finde ich den Einstieg von Jan Costin Wagner mit “Tage des letzten Schnees”. Ich habe den Krimi heute geliefert bekommen und bin schon sehr gespannt.

Und dann wieder einmal ein Lob an die KrimiZeit-Jury. Auf Gary Victors “Schweinezeiten” wäre ich wohl nie gestoßen. Dieser Haiti-Krimi klingt nach einer außergewöhnlichen Lesekost.

Über Garry Dishers “Dirt Old Town” werde ich hier in Kürze endlich etwas schreiben. Zu meinem Entsetzen habe ich gerade gesehen, dass ich das bereits vor einem Monat angekündigt habe. Entschuldigung dafür!

Die Liste im Überblick:

  1. John Le Carré: “Empfindliche Wahrheit” (3)
  2. Dennis Lehane: “In der Nacht” (3)
  3. Jesper Stein: “Unruhe” (9)
  4. Friedrich Ani: M” (2)
  5. Martin Cruz Smith: “Tatjana” (4)
  6. Zoe Beck: “Brixton Hill” (8)
  7. Jan Costin Wagner: “Tage des letzten Schnees” (-)
  8. Gary Civtor: Schweinezeiten (-)
  9. Garry Disher: “Dirty Old Town” (5)
  10. Uta-Maria Heim: “Wem sonst als dir” (-)

6 Comments

Filed under Krimi-Bestenliste

KrimiZeit-Bestenliste Jänner: Ein Abgleich

(c) Ullstein

(c) Ullstein

Tja, mit meiner Dezember-Wette bin ich dann doch daneben gelegen. Dennis Lehane hat sich mit “In der Nacht” (zu meiner Besprechung) zwar von Platz sieben auf Rang drei der aktuellen KrimiZeit-Bestenliste verbessert. Der Sprung an die Spitze ist ihm aber nicht gelungen. Dafür hat nun der britische Spionage-Altmeister John Le Carré die Nase vorn – auch gut.

Ich habe mittlerweile auch Garry Dishers “Dirty Old Town” gelesen. Dazu in Kürze hier mehr. Vorab: Das Buch hat mich nicht enttäuscht.

Die Liste im Überblick

  1. John Le Carré: “Empfindliche Wahrheit” (3)
  2. Friedrich Ani: M” (1)
  3. Dennis Lehane: “In der Nacht” (7)
  4. Martin Cruz Smith: “Tatjana” (5)
  5. Garry Disher: “Dirty Old Town” (4)
  6. Lee Child: “61 Stunden” (5)
  7. Ulrich Ritzel: “Trotzkis Narr” (-)
  8. Zoe Beck: “Brixton Hill” (-)
  9. Jesper Stein: “Unruhe” (-)
  10. Jo Nesbo: “Koma” (8)

Leave a comment

Filed under Krimi-Bestenliste