KrimiZeit-Bestenliste im März: Ein Abgleich

(c) Unionsverlag

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Gerade eben habe ich “Bitter Wash Road” in meinen Tipps für die Krimineuerscheinungen im Februar erwähnt – und mit einem Schlag ist der australische Krimi auf Platz eins der KrimiZeit-Liste im März. Cool, ich mag das Krimiland Australien. Weniger cool: Schon sitze ich wieder ganz tief in der Wann-soll-ich-das-alles-lesen-Bredouille. Denn eigentlich sind auch die Herren auf Platz zwei und drei Pflichtbücher.

Warum? Gattis scheint mit “In den Straßen die Wut” eine der spannendsten Krimi-Neuerscheinungen des ersten Halbjahrs 2016 zu sein und von Andreas Pflüger – im Hauptberuf Drehbuchautor (v.a. beim “Tatort”) – habe ich vor über einem Jahrzehnt das BKA-Epos “Operation Rubikon” gelesen. Wobei ich sagen muss, dass mich damals die gleichnamige TV-Serie, die auf Pflügers Drehbüchern basierte, noch mehr begeistert hat (sie wurde übrigens auch zwei Jahre vor Erscheinen des dicken Romans ausgestrahlt). Nun liegt mit “Endgültig” also sein zweiter Krimi vor. Meine Neugier ist groß.

Tja und dann wäre da “Porkchoppers” von Ross Thomas. Ich habe bisher nur verstümmelte Versionen seiner Krimis gelesen, weil es eben vor zwei Jahrzehnten noch üblich war, im Zuge der Übersetzung 400-seitige Bücher auf die Hälfte zusammenzuschrumpfen – das war damals leider keine Seltenheit. Eigentlich ein Verbrechen! Ich vermute stark, dass seine Bücher auch deshalb keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen haben.

Einen darf man natürlich auch nicht vergessen: Großmeister Cormac McCarthy mit seinem erstmals ins Deutsche übersetzten Frühwerk “Der Feldhüter” ist ein Muss auf jeder anspruchsvollen Leseliste.

Tja, da fehlt mir eigentlich nur einer, der meiner Meinung nach in McCarthys Liga spielt: Daniel Woodrell mit seinem eben erst erschienenen “Tomatenrot”. Ich habe das Buch soeben beendet und was soll ich sagen: Es ist ein typischer Woodrell – präzise und einfühlsam formuliert, eine kleine Wucht.

Und eines hätte ich fast vergessen: Von Eugene McCabes “Die Welt ist immer noch schön” hätte ich ohne KrimiZeit-Jury wohl nichts mitbekommen. Danke dafür, liebe Krimi-Experten.

Die Liste im Überblick:

1 (-) Garry Disher: Bitter Wash Road
2 (4) Ryan Gattis: In den Straßen die Wut
3 (-) Andreas Pflüger: Endgültig
4 (-) Ross Thomas: Porkchoppers
5 (1) Malla Nunn: Tal des Schweigens
6 (-) Cormac McCarthy: Der Feldhüter
7 (3) Tito Topin: Exodus aus Libyen
8 (9) Michael Robotham: Der Schlafmacher
9 (-) Eugene McCabe: Die Welt ist immer noch schön
10 (9) Joseph Kanon: Leaving Berlin

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2 Comments

Filed under Krimi-Bestenliste

2 responses to “KrimiZeit-Bestenliste im März: Ein Abgleich

  1. “Tomatenrot” ist ja ‘nur’ eine Neuübersetzung – und die können nicht auf die Bestenliste votiert werden, es sei denn, es handelt sich um eine erste vollständige Übersetzung wie bspw. bei “Porkchoppers”. Daher wird Zoodrell auch weiterhin nicht auftauchen. Und “Bitter Wash Road” sowie “Endgültig” kann ich wirklich sehr empfehlen! 🙂

    • Ah, ok. Ich hatte das eh schon im Verdacht, dass “Tomatenrot” schon einmal erschienen ist. Aber ich bin wirklich fasziniert, wie präzise Woodrell schreibt. Disher und Pflüger möchte ich auch unbedingt lesen, nach deiner ausdrücklichen Empfehlung natürlich noch mehr 😉 Danke!

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