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Krimi-Bestenliste im September: Ein Abgleich

(c) Unionsverlag

Ich war in den letzten Monaten nicht immer ganz überzeugt von der Krimi-Bestenliste. Einerseits fand ich “Berlin Prepper” zwar im Ansatz gelungen und durchaus erfrischend, ein Platz 1 auf der Liste war mir dann aber doch zu viel. Andererseits war mir “Willnot” von James Sallis, der definitiv einer meiner Lieblingsautoren ist, zu wenig Kriminalroman. Und der Hype um Max Annas ist mir nicht ganz verständlich (siehe meine Kritiken zu “Die Mauer” und “Illegal”) – weshalb ich zugeben muss, dass ich “Morduntersuchungskommission” und “Finsterwald” nicht gelesen habe.

Nun aber zurück zur aktuellen Liste im September. Die ist wieder einmal ein Volltreffer. Hier finden sich im deutschsprachigen Raum zutiefst und sträflich unterschätzte Autoren wieder, die am laufenden Band unglaubliche Qualität liefern. Gemeint sind damit Garry Disher – wunderbar, dass er hier gleich doppelt vorkommt – und Adrian McKinty (über das einzige Buch, das man von ihm lieber nicht lesen sollte, “The Chain”, schreibe ich hier in Kürze). Und eigentlich auch George Pelecanos, dessen Krimi “Prisoners” mich sehr begeistert hat.

Außerdem dürfte Tawni O’Dells “Wenn Engel brennen” ein echtes Highlight sein (ich beginne die Lektüre gerade) und auf Selim Özdogans “Der die Träume hört” wäre ich ohne die Krimi-Bestenliste wohl nie gestoßen. Wunderbar, da glaubt man, alle Neuerscheinungen im Blick zu haben und immer wieder gibt es dann doch Überraschungen.

Die Liste im Überblick:

1. Garry Disher: Kaltes Licht (1)
2. Tawni O’Dell: Wenn Engel brennen ((8)
3. Denise Mina: Klare Sache (-)
4. Max Annas: Morduntersuchungskommission (3)
5. Dror Mishani: Drei (-)
6. Selim Özdogan: Der die Träume hört (-)
7. Adrian McKinty: Cold Water (7)
8. Garry Disher: Hitze (-)
9. George Pelecanos: Prisoners (10)
10. Friedrich Ani: All die unbewohnten Zimmer (2)

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Garry Disher: Leiser Tod

(c) Unionsverlag

Der australische Krimiautor Garry Disher gehört zu den Besten seines Fachs, was er mit “Leiser Tod” eindrucksvoll bestätigt. Diesmal muss sich sein Ermittler Hal Challis mit einem heiklen Fall herumschlagen: Ein Vergewaltiger in Polizeiuniform sorgt im australischen Buschland für Schrecken. Doch der Autor begnügt sich nicht mit der Polizistensicht, er lässt den Leser die Welt auch durch die Augen einer Profi-Einbrecherin sehen. Da musste ich unweigerlich an Crissa Stone von Wallace Stroby denken. Und ich muss zugeben: Ich mag diese Sicht aus der Blickweise der Verbrecher mehr als die Polizistensicht.

Beide Erzählstränge lesen sich spannend und glaubwürdig, aber vor allem wie Disher diese verknüpft und auflöst, ist einfach große Klasse. Dieses Buch, das siebente der Hal-Challis-Reihe, ist ähnlich überzeugend wie sein Stand-alone “Bitter Wash Road”.

9 von 10 Punkten

Garry Disher: “Leiser Tod”, übersetzt von Peter Torberg, Unionsverlag, 347 Seiten.

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Krimis, die man 2018 lesen sollte (II)

(c) liebeskind

Wow, im Februar erscheinen echte Krimi-Hochkaräter, und das in großer Menge.

James Carlos Blake hat mit “Pistolero” die Wild-West-Legende John Wesley Hardin porträtiert. Sein Gangsterepos “Red Grass River” klingt sehr stark nach Dennis Lehane (“In der Nacht”, “Am Ende einer Welt”). Da komme ich nicht daran vorbei.

Der Verlag schreibt: John Ashley und Bobby Baker sind Todfeinde. Der eine, Spross einer Familie von Schwarzbrennern, ist der berühmteste Schmuggler und Bankräuber im Florida der Prohibitionszeit. Der andere, Gesetzeshüter aus einer Familie von Gesetzeshütern, treuer Ehemann und liebevoller Vater, verkörpert für viele Recht und Ordnung in einer florierenden Wohlstandsgesellschaft, die ihre archaischen Wurzeln vergessen machen will. Doch niemand ist der, der zu sein er vorgibt, und das Recht ist nicht immer auf der Seite des Gesetzes. Besonders, wenn die Mafia aus Chicago nach Florida drängt, um ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Immer wieder kreuzen sich die Wege von John Ashley und Bobby Baker, gewaltsam und unvermeidlich, bis einer von beiden in einem Hinterhalt auf dem Dixie Highway in Richtung Jacksonville zu Boden geht … In seinem furiosen Roman erzählt James Carlos Blake von einer Welt, die im Wandel begriffen ist, und von Männern, die ihren Platz darin suchen. Denn der Fortschritt ist kein Segen, sondern schafft neue Gewalt …

(c) Folio

Diesen Krimi hatte ich überhaupt nicht auf dem Radar. Ich habe das Buch zufällig in einer Buchhandlung entdeckt. Carlo Boninis “ACAB” verspricht harter Krimistoff zu sein.

Rom: Hooligans, unbändiger Hass, Straßenschlachten – die Polizei im Kampf gegen einen Gegner außer Kontrolle. Nackte Gewalt gehört für eine eingeschworene Gruppe der „Celerini“, der italienischen Bereitschaftspolizei, zur Tagesordnung. Als eingefleischte Anhänger Mussolinis verabscheuen sie den laschen Staat, sind ständigen Auseinandersetzungen mit Ultras und Nazi-Skins ausgesetzt und müssen sich zudem wegen illegaler Übergriffe nach dem G8-Gipfel verantworten. Bonini erzählt vom Irrsinn auf der Straße, einer verdrängten Realität: von äußerster Brutalität, von Überfällen auf Migranten, vom Sturm auf eine Polizeikaserne und von wöchentlichen Schlachten zwischen Hooligans vor Roms Stadien. Bis nach dem Tod eines Fußballfans alles eskaliert.

(c) Europaverlag

Graeme Mcrae Burnet soll sehr gut sein. Ich habe aber weder “Sein blutiges Projekt” noch “Das Verschwinden der Adèle Bedeau” gelesen. “Der Unfall auf der A35” ist daher mehr oder weniger Pflichtlektüre.

Eigentlich gibt es nichts Außergewöhnliches an dem tödlichen Autounfall auf der A35 unweit des elsässischen Städtchens Saint Louis. Doch eine Frage treibt Kommissar Georges Gorski um: Wo war das Unfallopfer Bertrand Barthelme in der Nacht, in der er mit seinem Wagen frontal gegen einen Baum krachte? Als Barthelmes Spuren zu einer jungen Prostituierten in Straßburg führen, die just in jener Nacht erdrosselt wurde, ist der kauzige Provinzkommissar alarmiert. Schnell verstrickt sich Gorski in einem mysteriösen Rätsel um den Toten, das tief hinter die harmlose Fassade der verschlafen wirkenden Kleinstadt Saint Louis blicken lässt. Und auch Barthelmes Sohn Raymond beginnt dem Geheimnis seines verstorbenen Vaters nachzuspüren, das die wohlgeordnete Welt des 17-Jährigen schon bald gehörig ins Wanken bringt …

(c) KiWi

Tom Hillenbrands “Drohnenland” ist einer jener Kriminalromane, die bei mir bis heute nachwirken. Das war wirklich ein außergewöhnliches Buch. “Hologrammatica” verspricht ähnlich spannend zu werden.

Ungeheuer spannend – Bestsellerautor Tom Hillenbrand entwirft in seinem neuen Thriller ein spektakuläres Bild unserer Gesellschaft am Ende des 21. Jahrhunderts.Wenn künstliche Intelligenz die Probleme der Welt lösen kann – sind wir dazu bereit, die Kontrolle abzugeben? Ende des 21. Jahrhunderts arbeitet der Londoner Galahad Singh als Quästor. Sein Job ist es, verschwundene Personen wiederzufinden. Davon gibt es viele, denn der Klimawandel hat eine Völkerwanderung ausgelöst, neuartige Techniken wie Holonet und Mind Uploading ermöglichen es, die eigene Identität zu wechseln wie ein paar Schuhe. Singh wird beauftragt, die Computerexpertin Juliette Perotte aufzuspüren, die Verschlüsselungen für sogenannte Cogits entwickelte – digitale Gehirne, mithilfe derer man sich in andere Körper hochladen kann. Bald stellt sich heraus, dass Perotte Kontakt zu einem brillanten Programmierer hatte. Gemeinsam waren sie einem großen Geheimnis auf der Spur. Der Programmierer scheint Perotte gekidnappt zu haben. Je tiefer Singh in die Geschichte eintaucht, umso mehr zweifelt er daran, dass sein Gegenspieler ein Mensch ist …

(c) Unionsverlag

Gary Dishers “Bitter Wash Road” war für mich einer der besten Kriminalromane des Jahres 2016. Seine Romane rund um Berufsverbrecher Wyatt (zuletzt: “Dirty Old Town”) gehören zu meinen Lieblings-Crime-Serien. “Leiser Tod” ist der neuesten Roman seiner Serie um Hal Challis, den ich aus Lesersicht noch nicht kennengelernt habe.

Dicke Luft auf der Peninsula: Ein Vergewaltiger in Polizeiuniform treibt sein Unwesen. Eine Reihe von bewaffneten Raubüberfällen hält die Polizei in Atem. Eine gerissene Meisterdiebin spielt Katz und Maus mit den Sergeants. Einsparungen an allen Ecken und Enden drücken die Arbeitsmoral auf dem Revier. Als Hal Challis das alles auch noch einem Zeitungsreporter erzählt, sieht er sich an allen Fronten belagert.

(c) Ullstein

Jordan Hapers “Die Rache der Polly McClusky” ist für den Edgar Award für die “Best First Novel” nominiert. Das Buch ist von Conny Lösch übersetzt worden, da kann eigentlich kaum mehr etwas schief gehen.

Polly McClusky ist elf und eigentlich zu alt für den Teddybär, den sie überallhin mitnimmt, als überraschend ihr Vater Nate vor ihr steht. Der ist aus dem Gefängnis ausgebrochen, um Polly das Leben zu retten. Denn auf Polly ist ein Kopfgeld ausgesetzt. Nate hat sich im Knast einen mächtigen Feind gemacht: die Gang Aryan Steel hat ihn und seine Familie zu Freiwild erklärt. Nates Exfrau wurde bereits getötet, Polly ist die Nächste auf der Liste. Auf der Flucht durch Kalifornien werden Vater und Tochter zu einem starken Team. Nates Kampftraining macht aus dem schüchternen Mädchen einen selbstbewussten Fighter. Und durch Pollys Scharfsinn halten sie den Vorsprung vor ihren Verfolgern. Bald ist Nate jedes Mittel recht, damit Polly wieder ein Leben ohne Angst führen kann.

(c) Pendragon

Berufsverbrecherin Crissa Stone ist so etwas wie die kriminalliterarische Schwester von dem oben erwähnten Wyatt. “Fast ein guter Plan” ist bereits der dritte Roman (Auftakt “Kalter Schuss ins Herz”, zuletzt “Geld ist nicht genug”) von Wallace Stroby rund um Stone.

Eine halbe Million Dollar aus Drogendeals, bewacht von drei skrupellosen Kerlen mit automatischen Waffen. Für die Berufsverbrecherin Crissa Stone und ihr Team gehört der Raub des Geldes noch zu den einfachsten Übungen. Als das Aufteilen der Beute schiefgeht, entkommt Crissa dem Kugel­hagel allerdings nur knapp. Mit einem Seesack voll gestohlenem Geld befindet sie sich auf der Flucht. Gejagt wird sie von brutalen Handlangern eines Drogenbosses und einem ehemaligen Cop aus Detroit, der seine eigenen tödlichen Pläne verfolgt. Crissa will ihnen das Geld auf keinen Fall überlassen. Auch als sie und ein Kind in Lebensgefahr geraten und ihre Verfolger sie in die Enge treiben, kämpft Crissa weiter.

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KrimiZeit-Jahresbestenliste 2016: Ein Abgleich

(c) Unionsverlag

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Seit einer Woche ist die KrimiZeit-Jahresbestenliste 2016 da. Meine davon gelesenen Bücher können sich sehen lassen: Über den Sieger “Bitter Wash Road” habe ich hier genauso geschrieben wie über das zweitplatzierte “Blaue Nacht” und auch das drittplatzierte intensive Krimi-Kurzstück “Die Mauer”.

Tja, und in der Lektüre des viertplatzierten Buchs “Miss Terry” stecke ich momentan. Schon allein diese vier Krimis zeigen, wie vielseitig das Genre ist. Von Malla Nunn habe ich übrigens soeben das “falsche” Buch fertiggelesen: “Zeit der Finsternis” befindet sich zwar auf der aktuellen Dezember-Liste auf Platz drei, aber für die Jahresliste hat es nicht gereicht, dort ist eben das im Frühjahr erschienene “Tal des Schweigens” zu finden.

Was sagt mir die Liste sonst: Südafrika bleibt ein Hotspot und mit Nunn bin ich erstmals auch dorthin vorgedrungen – wohl nicht zum letzten Mal. Auch Australien scheint auf der Krimi-Landkarte fix verankert. Ich hoffe 2017 ja auf das Erscheinen von Dishers angekündigten Krimi “Hitze”, der bei Pulpmaster erscheinen könnte. Aber wer den von mir hoch geschätzten Kleinstverlag kennt, weiß, dass daraus auch 2018 werden könnte. Egal, die Vorfreude ist groß.

Und in ein paar Tagen gibt es hier meine persönliche Bestenliste für das Jahr 2016. Lasst euch überraschen, denn die Überschneidungen sind nicht so groß.

Die Liste im Überblick:

1 Garry Disher: Bitter Wash Road
2 Simone Buchholz: Blaue Nacht
3 Max Annas: Die Mauer
4 Liza Cody: Miss Terry
5 Franz Dobler: Ein Schlag ins Gesicht
6 Giancarlo De Cataldo/Carlo Bonini: Die Nacht von Rom
7 Andreas Pflüger: Endgültig
8 James Grady: Die letzten Tage des Condor
9 Dominique Manotti: Schwarzes Gold
10 Malla Nunn: Tal des Schweigens

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Garry Disher: Bitter Wash Road

(c) Unionsverlag

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Mit dem knallharten Berufsverbrecher Wyatt hat Garry Disher einen australischen Cousin von Richard Starks Kultfigur Parker erfunden. Nun hat der Autor die Seiten gewechselt und erzählt in “Bitter Wash Road” langsam, aber niemals langweilig vom Schicksal des ins Hinterland abgeschobenen Polizisten Hirsch.

Diesem schlägt dort offene Feindseligkeit entgegen, in der Gegend herrscht Perspektivlosigkeit. Aber nicht nur das: Seit Hirsch in Adelaide einen korrupten Kollegen verraten hat, ist er auch in seinem Berufsleben einsam.

Was der Autor daraus zaubert, ist einfach meisterhaft und zweifellos einer der besten Krimis dieses Jahres. Disher erzählt still und einfühlsam, er erschafft echte Menschen, die wie echte Menschen handeln und denken. Das mag manchem für einen Krimi zu langsam sein. Doch ich finde, man muss sich einfach die Zeit nehmen. Dann entfaltet sich eine gar nicht so außergewöhnliche Geschichte, die dennoch unweigerlich ans Herz geht. Eben, weil sie echt ist. Disher ist ein Meister staubtrockener Geschichten.

Ohne viele Worte zu verlieren:

9 von 10 Punkten

Garry Disher: “Bitter Wash Road”, übersetzt von Peter Torberg, Unionsverlag, 344 Seiten, 22,60 Euro.

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KrimiZeit-Bestenliste im April: Ein Abgleich

(c) Unionsverlag

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Nachdem ich im März tatsächlich null Übereinstimmungen mit der KrimiZeit-Liste hatte, habe ich im Vergleich dazu nun zwei Bücher aufgeholt. Und mit Nummer eins und zwei der April-Liste habe ich zwei wirklich herausragende Kriminalromane gelesen. Der eine, “Bitter Wash Road”, ist ein australischer Krimi aus der Jetztzeit, der andere ein US-Klassiker der nun erstmals unverstümmelt lesbar ist. Die Erstausgabe von “Porkchoppers” war einst nur mit der Hälfte der Seiten erschienen. Ein Leseverbrechen sondergleichen!

Die Bücher von Pflüger, Gattis und Panowich liegen bereits bei mir ziemlich hoch am Bücherstapel herum, jetzt müssen sie halt noch gelesen werden. Und ich weiß nicht, ob ich nicht den neuaufgelegten Krimiklassiker “Fünf schräge Vögel” von Donald Westlake einschieben werde.

(c) Atrium

(c) Atrium

Ich gebe zu: Das Buch habe ich schon allein wegen des stimmungsvollen Covers gekauft.

In Declan Burkes “The Big O” habe ich schon reingeschnuppert, allerdings kam mir dann Garry Dishers Buch in die Hände. Da muss ich also den Lesefaden erst wieder aufnehmen. Auch Tom Coopers Buch würde mich sehr reizen, spricht mich momentan aber nicht ganz so an.

James Lee Burkes “Mississippi Jam” werde ich wohl auslassen, um dann sein demnächst erscheinendes “Fremdes Land” zu lesen. Obwohl mich Dave Robicheaux’s neues Abenteuer nach der Lektüre von “Sturm über New Orleans” schon sehr reizen würde.

Die Liste im Überblick:

1 (1) Garry Disher: Bitter Wash Road
2 (3) Andreas Pflüger: Endgültig
3 (4) Ross Thomas: Porkchoppers
4 (-) Ahmed Mourad: Vertigo
5 (2) Ryan Gattis: In den Straßen der Wut
6 (-) Brian Panowich: Bull Mountain
7 (-) Gioacchino Criaco: Schwarze Seelen
8 (-) Declan Burke: The Big O
9 (-) Tom Cooper: Das zerstörte Leben des Wes Trench
10 (-) James Lee Burke: Mississippi Jam

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KrimiZeit-Bestenliste im März: Ein Abgleich

(c) Unionsverlag

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Gerade eben habe ich “Bitter Wash Road” in meinen Tipps für die Krimineuerscheinungen im Februar erwähnt – und mit einem Schlag ist der australische Krimi auf Platz eins der KrimiZeit-Liste im März. Cool, ich mag das Krimiland Australien. Weniger cool: Schon sitze ich wieder ganz tief in der Wann-soll-ich-das-alles-lesen-Bredouille. Denn eigentlich sind auch die Herren auf Platz zwei und drei Pflichtbücher.

Warum? Gattis scheint mit “In den Straßen die Wut” eine der spannendsten Krimi-Neuerscheinungen des ersten Halbjahrs 2016 zu sein und von Andreas Pflüger – im Hauptberuf Drehbuchautor (v.a. beim “Tatort”) – habe ich vor über einem Jahrzehnt das BKA-Epos “Operation Rubikon” gelesen. Wobei ich sagen muss, dass mich damals die gleichnamige TV-Serie, die auf Pflügers Drehbüchern basierte, noch mehr begeistert hat (sie wurde übrigens auch zwei Jahre vor Erscheinen des dicken Romans ausgestrahlt). Nun liegt mit “Endgültig” also sein zweiter Krimi vor. Meine Neugier ist groß.

Tja und dann wäre da “Porkchoppers” von Ross Thomas. Ich habe bisher nur verstümmelte Versionen seiner Krimis gelesen, weil es eben vor zwei Jahrzehnten noch üblich war, im Zuge der Übersetzung 400-seitige Bücher auf die Hälfte zusammenzuschrumpfen – das war damals leider keine Seltenheit. Eigentlich ein Verbrechen! Ich vermute stark, dass seine Bücher auch deshalb keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen haben.

Einen darf man natürlich auch nicht vergessen: Großmeister Cormac McCarthy mit seinem erstmals ins Deutsche übersetzten Frühwerk “Der Feldhüter” ist ein Muss auf jeder anspruchsvollen Leseliste.

Tja, da fehlt mir eigentlich nur einer, der meiner Meinung nach in McCarthys Liga spielt: Daniel Woodrell mit seinem eben erst erschienenen “Tomatenrot”. Ich habe das Buch soeben beendet und was soll ich sagen: Es ist ein typischer Woodrell – präzise und einfühlsam formuliert, eine kleine Wucht.

Und eines hätte ich fast vergessen: Von Eugene McCabes “Die Welt ist immer noch schön” hätte ich ohne KrimiZeit-Jury wohl nichts mitbekommen. Danke dafür, liebe Krimi-Experten.

Die Liste im Überblick:

1 (-) Garry Disher: Bitter Wash Road
2 (4) Ryan Gattis: In den Straßen die Wut
3 (-) Andreas Pflüger: Endgültig
4 (-) Ross Thomas: Porkchoppers
5 (1) Malla Nunn: Tal des Schweigens
6 (-) Cormac McCarthy: Der Feldhüter
7 (3) Tito Topin: Exodus aus Libyen
8 (9) Michael Robotham: Der Schlafmacher
9 (-) Eugene McCabe: Die Welt ist immer noch schön
10 (9) Joseph Kanon: Leaving Berlin

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