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Marathon-Krimis

(c) Gmeiner

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Mit Marathon-Krimis meine ich in diesem Fall keine tausendseitigen Krimi-Wälzer, sondern Krimis, in denen es um den Lauf-Marathon geht, also die Absolvierung von 42,195 km im Laufschritt. Gestern fand in Wien die 30. Ausgabe des “Vienna City Marathons” statt. Ich bin dabei meinen insgesamt vierten Halbmarathon gelaufen. Aber das nur am Rande. Im Zuge der Vorbereitungen habe ich auch wieder einmal einen Thriller aus meinem Bücherregal gezogen, der einen geplanten Terroranschlag beim Londoner Marathon als Ausgangssituation nimmt: “Der Marathon-Killer” von Jon Stock. Die Amazon-Kritiken dazu sind eher vernichtend. Mir hat der Thriller vor zwei Jahren, als ich ihn gelesen habe, aber eigentlich ganz gut gefallen – möglicherweise auch deshalb, weil man also Krimileser und Lauffan kaum gut kombiniertes Lesefutter findet.

Zumindest der erste Satz des Thrillers drückt genau das aus, was ich gestern im Startbereich empfunden habe: “Es war ein klarer Morgen in Blackheath und sehr heiß, viel zu heiß für zweiundvierzig Kilometer.” Für mich halt umgelegt auf 21 Kilometer. Das Buch selbst bot für mich über 400 Seiten Spannung, wobei es sich eigentlich um einen soliden und fesselnden Geheimdienst-Thriller handelt, wie der englische Originaltitel “Dead Spy Running” klar macht. Das Unglaubwürdigste ist leider wirklich der unrealistische Einstieg mit der Marathon-Szene.

Davon abgesehen ist für alle Wien-, Krimi- und Marathonfans aber im Februar ein passendes Buch erschienen: “Marathonduell” von Sabina Naber. Ich selbst habe das Buch noch nicht gelesen, verweise aber an dieser Stelle auf die Rezension von Ingeborg Sperl im “Standard”. “Die geografischen Fixpunkte des Marathonlaufs sorgen für eine unaufdringliche Wien-Atmosphäre”, schreibt sie. Neugierig macht mich auch ihre Conclusio: “Dass Naber die Gedanken und Aggressionen unterschiedlicher Läufer während des Marathons einbaut, hält die Spannung aufrecht – und bestätigt die Vorstellung des Nichtläufers, dass da eine ganz schöne Portion Masochismus dahintersteckt.”

“Läufer werden mit den Marathonepisoden ihre Freude haben”, urteilte übrigens auch “Die Presse am Sonntag” vor einer Woche in einer Kurzkritik.

Erwähnen will ich hier auch die beiden Bücher “Trans-Amerika” und “Finish” von Tom McNab, der selbst Spitzensportler war. Das sind zwar keine klassischen Krimis, als Spannungsliteratur würde ich die Bücher aber auf alle Fälle bezeichnen. Nie zuvor habe ich Laufen so spannend empfunden…

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