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Tess Sharpe: River of Violence

(c) dtv

Tess Sharpes Buch “River of Violence” packt einen schon mit dem ersten Satz:

“Ich bin acht, als ich zum ersten Mal erlebe, wie mein Daddy einen Mann umbringt.”

Danach erzählt sie auf 500 Seiten die fesselnde Geschichte von Harley McKenna, die von ihrem Vater gnadenlos gedrillt wird, um einmal sein Drogenimperium zu erben. Doch dieses Mädchen reift zu einer jungen Frau heran, die ganz genau weiß, was sie will. So hat es sich Harley zur Lebensaufgabe gemacht, von Männern geschlagenen Frauen Schutz zu bieten. Sie verfolgt ihre eigenen Ziele, die sie ebenso skrupellos umzusetzen weiß wie ihr Vater.

Der Vergleich zu “Lola”  (das ich im letzten Beitrag besprochen habe) drängt sich natürlich auf. Sowohl Harley als auch Lola sind jung, weiblich und Drogendealerin. Sie stehen auf der anderen Seite des Gesetzes, schrecken vor Mord nicht zurück und sind machtbesessen. Sie handeln unmoralisch und mit Drogen. All dies war in Kriminalromanen bislang Männern vorbehalten.

Bloß ist die Figur der Harley McKenna wesentlich glaubwürdiger als Lola. Ihre unglaublich grausame Kindheit, ihre inneren Kämpfe – das wird spürbar.

8 von 10 Punkten

Tess Sharpe: “River of Violence”, übersetzt von Beate Schäfer, dtv, 512 Seiten.

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