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“Tempel”, das Krimi-TV-Highlight des Jahres

(c) ZDFneo

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Ich hätte eigentlich nicht gedacht, jemals eine deutsche Krimi-TV-Serie euphorisch zu bejubeln. Aber nun kann man angesichts der ersten vier Folgen von “Tempel” auf ZDFneo eigentlich gar nicht anders. Ken Duken ist kaum wiederzuerkennen, er spielt sehr intensiv und sehr vielschichtig die Rolle des Mark Tempel, einer Figur, die haften bleibt. Ich habe zu der Serie auf “diepresse.com” unter dem Titel “Vergiss den Krimi-Baukasten” eine ausführliche TV-Kritik verfasst.

Ein Auszug:

Brillant spielt Thomas Thieme den Unterwelt-Boss Jakob, der mitansehen muss, wie sich sein Berliner Viertel Wedding verändert: “Den Kiez, welchen Kiez? Der Kiez ist wegsaniert. Guck dich doch um, nur noch diese arschlosen, körperfressenden Yoga-Fotzen, das ganze Yuppie-Pack, immer schön gesund, Ficken und Koksen nur an Sonn- und Feiertagen, kann doch keine Sau davon leben. Die sind drei Tage hier, dann sagen die mein Kiez, dann machen sie Anwohner-Initiativen, dass sich bloß nichts verändert, die kapieren ja noch nicht mal, dass sie die verschissene Veränderung sind.”

“Tempel” funktioniert nicht nach klassischen, gelernten, bausteinartigen Krimi-Erzählmechanismen. Mutig nehmen sich die Serienmacher Zeit für ihre Figuren. “Tempel” ist daher manchmal auch langsam. Vielleicht werden die Figuren in ihrer Menschlichkeit ein wenig überhöht – aber das macht nichts. “Tempel” ist realistisch und romantisch zugleich. Die Serie ist definitiv mehr “The Wire” als “Tatort”.

Mit anderen Worten: Unbedingt ansehen!

Wer die ersten Folgen verpasst hat – kein Problem. Die Serie ist in der ZDF-Mediathek bis auf weiteres verfügbar.

Noch nicht auf den Geschmack gekommen? Dann seht euch doch mal den Trailer an:

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