Tag Archives: Stirb für mich

KrimiZeit-Bestenliste Oktober: Ein Abgleich

(c) diaphanes

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Ich muss zugeben, diesmal war ich ein wenig verwirrt: Steht doch auf der KrimiZeit-Seite, dass “jeden ersten Donnerstag im Monat” Literaturkritiker und Krimispezialisten Romane bekanntgeben, die ihnen am besten gefallen haben. Nur, der erste Donnerstag im Monat Oktober kommt erst. Aber naja, der Inhalt zählt.

Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Mit Jerome Charyns “Unter dem Auge Gottes”, dem Auftakt der Penser-Pulp-Serie beim Verlag diaphanes, steht ein Buch an der Spitze, das auf meiner Leseliste mittlerweile auf Platz zwei vorgerückt ist. Nachdem ich gestern Stefan Slupetzkys “Polivka hat einen Traum” ausgelesen und sofort mit William Boyds James-Bond-Roman “Solo” begonnen habe, dauert es also nicht mehr lange, bis Charyns Buch dran ist. Zu empfehlen ist für alle Nicht-Kenner von Charyns Hauptfigur Isaac Sidel ein Nachwort zum “Isaac Quartett” von Tobias Gohlis, das online auf www.togohlis.de verfügbar ist. Wen es interessiert: Sowohl Gohlis (Jury-Sprecher) als auch Thomas Wörtche, der Herausgeber der Penser-Pulp-Serie, sind Jury-Mitglieder der KrimiZeit-Bestenliste.

Was fällt sonst auf: Die KrimiZeit-Bestenliste ist erstmals seit April wieder in Männerhänden (damals Joe R. Lansdale mit “Dunkle Gewässer”zu meiner Rezension). Seitdem lagen Sara Gran mit “Das Ende der Welt” (im Mai, zu meiner Rezension), Patrícia Melo (Juni und Juli) und Dominique Manotti mit “Zügellos” (August und September) an der Spitze. Beachtlich finde ich aber auch den Wiedereinstieg von Melos “Leichendieb” (zu meiner Rezension). Sie hatte die Liste – wie bereits erwähnt – im Juni und Juli angeführt, war im August auf Platz zwei abgerutscht und im September aus dem Ranking verschwunden.

(c) Page & Turner

(c) Page & Turner

Im neuen, feinen Krimiblog Krimi-Welt habe ich heute schon gelesen, warum Robert Wilsons “Stirb für mich” eine Lektüre wert ist. Auch in der Cover-Kritik stimme ich dem Blogbetreiber zu. Und Alf Mayer von Culturmag hat einen umfassenden Beitrag über Wilson geschrieben, der wirklich keine Frage mehr offen lassen sollte.

Über Adrian McKintys “Der katholische Bulle” wird hier schon in den nächsten Tagen zu lesen sein. Die Bücher von C.S. Forester und Dror Mishani stehen bereits in meinem Regal…

Die Liste im Überblick

  1. Jerome Charyn: “Unter dem Auge Gottes” (-)
  2. Andrea Maria Schenkel: “Täuscher” (3)
  3. Dominique Manotti: “Zügellos” (1)
  4. Walter Mosley: “Manhattan Fever” (9)
  5. C. S. Forester: “Tödliche Ohnmacht” (6)
  6. Adrian McKinty: “Der katholische Bulle” (2)
  7. Robert Wilson: “Stirb für mich” (-)
  8. Dror Mishani: “Vermisst” (10)
  9. Carsten Stroud: “Die Rückkehr” (5)
  10. Patrícia Melo: “Leichendieb” (-)

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Dagger Awards: Shortlists sind da

(c) Lübbe

(c) Lübbe

Die Shortlist für die drei wichtigsten Kategorien der Dagger-Awards sind da. Ich habe hier ja schon einmal im Juli über die Daggers geschrieben, als die Longlist herausgekommen sind.

For the CWA Goldsboro Gold Dagger:
Belinda Bauer for Rubbernecker (Bantam/Transworld)
Lauren Beukes for The Shining Girls (HarperCollins)
Mick Herron for Dead Lions (Soho Crime)
Becky Masterman for Rage Against the Dying (Orion)

For the CWA Ian Fleming Steel Dagger:
Roger Hobbs for Ghostman (Transworld)
Stuart Neville for Ratlines (Random House)
Mark Oldfield for The Sentinel (Head of Zeus)
Robert Wilson for Capital Punishment (Orion)

For the CWA John Creasey Dagger:
Hanna Jameson for Something You Are (Head of Zeus)
Malcolm Mackay for The Necessary Death of Lewis Winter (Mantle)
Derek B Miller for Norwegian by Night (Faber and Faber)
Thomas Mogford for Shadow of the Rock (Bloomsbury)

Noch einmal für alle Interessierten: Die Bücher von Masterman, Hobbs, Wilson, Jameson und Miller sind auf Deutsch erhältlich. Millers “Ein seltsamer Ort zum Sterben” habe ich hier bereits rezensiert. “Ghostman” von Hobbs habe ich heute zu lesen begonnen. Jamesons Buch steht in meinem Regal.

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Krimis, die man 2013 lesen sollte (VIII)

(c) Haymon

(c) Haymon

Ein wenig rar sind meine Krimitipps, was österreichische Autoren betrifft. Doch bereits Anfang August ist von Georg Haderer “Es wird Tote geben” erschienen. Ich lese sein Buch gerade, die Rezension folgt also in Kürze. Ich habe den Autor mit seinem Vorgänger “Engel und Dämonen” kennengelernt und war eigentlich ziemlich begeistert. Haderer hat Witz und nimmt alles nicht so ernst. Das liest sich wirklich erfrischend.

(c) btb

(c) btb

Ernster geht es hingegen bei der indischen Autorin Kishwar Desai zu, von der soeben “Die Überlebende” auf den Markt gekommen ist. Da man Indien medial momentan vor allem mit furchtbaren Vergewaltigungsfällen in Verbindung bringt, kann uns die in Indien aufgewachsene und nun in London lebende Autorin wohl einen besseren Einblick in die so fremde indische Gesellschaft gewähren. Die Sozialarbeiterin Simran Singh dürfte jedenfalls eine ungewöhnliche Ermittlerin sein.

(c) Blanvalet

(c) Blanvalet

Viel erwarte ich mir vom spanischen Autor Fernando S. Llobera, dessen Krimi “Der Profi” am 19. August erscheint. Bei dem titelgebenden Helden handelt es sich um einen Profikiller und Problemlöser der Mafia. Der Verlag schreibt: “Er wird gerufen, wenn es hart auf hart kommt. Wenn zum Beispiel über Nacht mehrere spanische Mafia-Bosse ermordet werden. In einem korrupten Madrid, das den Gesetzen von Immobilienhaien und Finanzinvestoren gehorcht, spielt Lucca ein doppeltes Spiel, um hinter die Wahrheit zu kommen. Dabei benötigt er all seine Coolness und Erfahrung.” Klingt gut!

(c) Page & Turner

(c) Page & Turner

Ebenfalls am 19. August kommt “Stirb für mich” von Robert Wilson in den Handel. Er wurde vor allem für sein Buch “Tod in Lissabon” mit Preisen überhäuft. Ich hatte den Krimi jahrelang in meinem Regal stehen, habe das Buch aber nach einem gescheiterten Leseversuch weggegeben (lag aber nicht unbedingt an der Qualität, sondern an meiner damaligen Stimmung). Vielleicht ist das die Chance, dem Autor nun noch einmal eine Chance zu geben…

(c) Scherz

(c) Scherz

Ab 22. August ist “Gone Girl” von Gillan Flynn erhältlich. Ich hoffe, ich habe endlich Zeit, diese Spannungautorin kennenzulernen, die bereits zwei Dagger Awards gewinnen konnte und sich mit nur drei Büchern (“Cry Baby”, “Finstere Orte”) einen tollen Ruf erschrieben hat. In einem “Guardian”-Interview aus dem Mai nimmt Flynn übrigens auch Stellung zum Vorwurf der Frauenfeindlichkeit – lesenswert.

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Dagger Awards 2013: Eine Nachbetrachtung

(c) Goldmann

(c) Goldmann

Es gibt meiner Meinung nach zwei herausragende Preise für außergewöhnliche Kriminalliteratur. Im Mai habe ich an dieser Stelle über die Gewinner der “Edgar Awards” geschrieben. Und nun sind am Montagabend die ersten “Dagger Award”-Gewinner bekanntgegeben worden. Den “International Award” teilten sich Fred Vargas (“Die Nacht des Zorns”) und Pierre Lemaitre (“Ich will dich sterben sehen”). Es ist das erste Mal in der Geschichte des Preises, dass es zu einer solchen Teilung kommt. Andrew Taylor hat – zum bereits dritten Mal nach 2001 und 2003 – mit “The Scent of Death” den “Historical Dagger” gewonnen. Der “Diamond Dagger” ging übrigens an Lee Child.

Für mich besonders interessant sind aber immer die Long Lists in den Kategorien “Steel” (Thriller) und “John Creasy” (Newcomer).

Auf der “Steel Dagger”-Longlist finden sich sieben Bücher:

Roger Hobbs for Ghostman (Transworld)
Liz Jensen for The Uninvited (Bloomsbury)
Malcolm Mackay for The Necessary Death of Lewis Winter (Pan Macmillan)
Stuart Neville for Ratlines (Random House)
Mark Oldfield for The Sentinel (Head of Zeus)
Andrew Williams for The Poison Tide (John Murray)
Robert Wilson for Capital Punishment (Orion)

Mein persönlicher Favorit “Ghostman” von Roger Hobbs erscheint übrigens am 22. Juli und befindet sich schon seit längerem auf meiner Leseliste. Liz Jensens Buch ist am 1. Juni unter dem Titel “Die da kommen” erschienen. Robert Wilsons Buch wird unter dem Titel “Stirb für mich” am 19. August in die Buchläden kommen. Von Stuart Neville erscheint am 9. September zwar mit “Racheengel” ebenfalls ein neues Buch – die Vorlage ist aber “Stolen Souls” und nicht “Ratlines”. Von den restlichen Autoren gibt es leider noch keine Erscheinungstermine für deutschsprachige Ausgaben. Bei Malcolm Mackay überlege ich aber bereits seit längerem einfach zum Original zu greifen. Die Nominierung könnte mich jetzt endgültig dazu motivieren.

Auf der “John Creasy”-Longlist finden sich acht Bücher:

Roger Hobbs for Ghostman (Doubleday)
Hanna Jameson for Something You Are (Head of Zeus)
Malcolm Mackay for The Necessary Death of Lewis Winter (Mantle)
Becky Masterman for Rage Against the Dying (Orion)
Derek B Miller for Norwegian by Night (Faber and Faber)
Thomas Mogford for Shadow of the Rock (Bloomsbury)
Michael Russell for The City Of Shadows (Avon)
M D Villiers for City of Blood (Harvill Secker)

Hobbs und Mackay sind also doppelt nominiert – eine echte Ehre für Newcomer. Zu meiner ziemlich frischen Rezension von “Ein seltsamer Ort zum Sterben” von Derek B. Miller (im Juni erschienen) geht es hier. Hanna Jamesons Buch ist bereits im Februar unter dem Titel “Kalter Schmerz” erschienen. Becky Mastermans nominiertes Buch ist im April unter dem Titel “Der stille Sammler” in die Buchläden gelangt. Die Bücher der weiteren Talente sind noch nicht übersetzt worden und meines Wissens auch noch nicht zur Publikation vorgesehen.

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