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Krimis, die man 2018 lesen sollte (IV)

(c) Suhrkamp Nova

Curtis Dawkins war bereits Schriftsteller, als er auf Crack einen Mann tötete. “Alle meine Freunde haben wen umgebracht” ist eine Geschichten-Sammlung von Männern hinter Gittern. Klingt sehr authentisch und nach außergewöhnlicher Lektüre.

Der Verlag schreibt: Curtis Dawkins schreibt aus ungewöhnlicher Perspektive. Den Weg des Schriftstellers hatte er eingeschlagen, in namhaften Magazinen veröffentlicht, geheiratet, drei Kinder bekommen. Dann tötete er auf Crack einen Mann. Jetzt sitzt er lebenslänglich im Knast. Dieses Buch ist die kraftvolle literarische Anverwandlung eines Schicksals, es erzählt von Männern hinter Gittern und ihren Versuchen, etwas von dem zurückzugewinnen, was unwiderruflich verloren ist. Es spricht von Freiheit, Liebe und Familie aus der Sicht derer, die ihr Recht darauf verwirkt haben. Curtis Dawkins findet dafür eine massive Sprache, einen Sound voller Sehnsucht, Humor und Tragik. Alle meine Freunde haben wen umgebracht wird so zu einem neuen und streitbaren Meisterwerk amerikanischen Erzählens.

(c) Droemer

Zugegeben, Steve Hamiltons “Das zweite Leben des Nick Mason” konnte mich nicht wirklich überzeugen. Doch dem Autor des Genre-Klassikers “Der Mann im Safe” und der Alex-McKnight-Reihe  werde ich noch eine Chance geben. Mal sehen, was Teil zwei seiner Serie rund um Nick Mason, “Drei Zeugen zu viel”, kann.

Darius Cole, der Pate von Chicago, will Rache nehmen an den drei Männern, die ihn lebenslang hinter Gitter gebracht haben. Und Nick Mason, Killer wider Willen, weil er sich an ihn verkaufen musste, um zu überleben, wird sein Werkzeug sein. Das gesuchte Trio aber ist mit neuen Identitäten im Zeugenschutzprogramm des FBI abgetaucht und wird rund um die Uhr von US Marshals bewacht. Nick muss das Programm knacken, um herauszufinden, wo die drei „Zielobjekte” sich aufhalten – eine lebensgefährliche Aufgabe. Denn der Detective, der ihm vor Jahren ein Totschlagsdelikt anhing, das er nicht begangen hatte, ist ihm hart auf den Fersen …

(c) Kiepenheuer & Witsch

Auf David Schalkos “Schwere Knochen” freue ich mich ganz besonders. Sein Buch entführt in die Wiener Unterwelt der Nachkriegszeit – eine bislang kriminalliterarisch viel zu wenig erfasste Zeit. Wer Schalkos TV-Werke kennt, weiß: hier wird es nicht gerade konventionell zugehen. Ich bin echt gespannt.

Ein großes Epos über die schillerndste Verbrecherszene der Nachkriegszeit. Wien, März 1938, »Anschluss« Österreichs ans Deutsche Reich. Am Tag, als halb Wien am Heldenplatz seinem neuen Führer zujubelt, raubt eine Bande jugendlicher Kleinganoven, die sich darauf spezialisiert hat, Wohnungen zu »evakuieren«, einen stadtbekannten Nazi aus. Sieben Jahre lang müssen die Kleinkriminellen daraufhin als sogenannte Kapos für die »Aufrechterhaltung des Betriebs« in den KZs Dachau und Mauthausen sorgen und wachsen so zu Schwerverbrechern heran, die lernen, dass der Unterschied zwischen Mensch und Tier eine Illusion ist. Zurück in der österreichischen Hauptstadt übernimmt die Bande um Ferdinand Krutzler die Wiener Unterwelt. Mit ungekannter Brutalität nutzt sie ihre Macht nicht zuletzt, um ehemalige Nazi-Widersacher aus dem Weg zu räumen. Aber der eingeschworene Zusammenhalt täuscht. Zunehmend verlieren sie einander in verräterischen Verstrickungen und verhängnisvollen Liebschaften. So lange, bis sie ihren Ehrenkodex aufgeben und aus Freunden unerbittliche Feinde werden.

(c) Suhrkamp

Aidan Truhens “Fuck You Very Much” ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig und gleichzeitig problematisch die Gestaltung des Covers ist. Einerseits verleitet mich das Cover zum Direktkauf, andererseits gehen bei mir alle Warnsignale los: da will mir sicher jemand einen gehypten, stylishen, ultracoolen Thriller unterjubeln. Ich wollte das Buch daher eher nicht lesen. Doch nun ist es tatsächlich auch noch in der Krimibestenliste aufgetaucht. Nennen wir es ein Dilemma 😉

Jack Price ist Drogengroßhändler, aber nicht irgendeiner, sondern der beste: cleverer, smarter und intelligenter als alle seine Konkurrenten zusammen. Mr. Cool himself. Und er hat sich bislang noch vor jeder unliebsamen Überraschung geschützt. Als man jedoch eine Nachbarin, die unter seinem Penthouse wohnt, ermordet auffindet, wird er nervös. Sie war zwar eine garstige alte Frau, mit der er nichts zu tun hatte. Was aber, wenn dieser anscheinend sinnlose Mord eine Botschaft seiner Gegenspieler an ihn war? Er zieht Erkundungen ein und erfährt, dass die »Seven Demons« auf ihn angesetzt sind – eine exklusive, hocheffiziente »Bruderschaft«, die bösartigsten, gnadenlosesten Hitmen überhaupt. Sieben absolut tödliche Spezialisten, die nie aufgeben und noch nie einen Auftrag vermasselt haben. Aber Price nimmt den Kampf an und setzt damit eine Kette unfassbarer Ereignisse in Gang …

(c) C. Bertelsmann

Ein Buch hat gereicht, um mich zu einem großen Fan von Antonin Varenne zu machen. Für mich war sein Buch “Die Treibjagd” der beste Kriminalroman des Vorjahres. “Äquator” ist daher so etwas wie Pflichtlektüre.

Dieb und Brandstifter in Nebraska, Deserteur im amerikanischen Bürgerkrieg, Mörder in Nevada: Pete Ferguson ist ein Mann auf der Flucht. Er ist auf der Suche nach dem Äquator, dem Ort, wo sich angeblich alles ins Gegenteil verkehrt, die Träume wahr werden und er von seinen Dämonen befreit wird. Wird er dieses verheißungsvolle Land finden? In Äquator schildert Antonin Varenne virtuos Pete Fergusons Weg von den großen Weiten des amerikanischen Westens über Guatemala bis in die dichten Urwälder Brasiliens. Mit dieser atemberaubenden und zutiefst ergreifenden Odyssee bestätigt der Autor seinen Ruf als Erneuerer des großen Abenteuerromans mit den erzählerischen Mitteln des 21. Jahrhunderts.

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Steve Hamilton: Ein kalter Tag im Paradies

(c) Dumont

Nach der Lektüre von “Das zweite Leben des Nick Mason” wollte ich wissen, wer nun der echte Steve Hamilton ist. Denn mit “Der Mann aus dem Safe” hatte ich eigentlich einen anderen Autor kennengelernt. Also griff ich zum Auftakt der alten Alex-McKnight-Serie. Und ja, da war er wieder, der echte Steve Hamilton. Das ist der Autor, der es versteht, spannend und gleichzeitig sehr charmant, warm, einfühlsam zu schreiben.

“Ein kalter Tag im Paradies” ist ein sehr feiner Kriminalroman. Es wundert mich nicht, dass Hamilton dafür einst sowohl Edgar- und Shamus-Award für den besten Krimierstling erhalten hat. Das ist übrigens bisher keinem weiteren Autor gelungen.

Die Geschichte spielt in Michigan, Paradise – daher auch der Titel. Der Ort liegt fast an der amerikanisch-kanadischen Grenze. Dorthin hat es den Ex-Polizisten Alex McKnight gezogen, nachdem er seine Laufbahn als Gesetzeshüter aufgegeben hat, weil sein Kollege im Dienst getötet wurde. Er selbst kam nur knapp mit dem Leben davon und trägt seit den traumatischen Geschehnissen eine Kugel direkt neben seinem Herzen. Eher widerwillig lässt er sich dazu überreden, den Job eines Privatdetektivs anzunehmen. So muss er nicht nur von seiner Berufsunfähigkeitsrente leben. Als ihn nun mitten in der Nacht ein Anruf erreicht und er plötzlich vor einer übel zugerichteten Leiche steht, gerät er langsam in einen Fall, der auch vieles in seinem Leben in Frage stellen wird.

Hamilton hat mit Alex McKnight einen sympathischen Privatermittler erfunden, der zwar seine seelischen Verwundungen hat, diese aber nicht wie Markenzeichen herumschleppt. Er hat auch kein Alkohol- und Drogenproblem. Er hat seine Probleme, ist aber nicht gebrochen. Er wirkt erfrischend normal. Die Handlung ist wendungsreich und wird unaufgeregt erzählt. Hamilton trägt dabei nicht dick auf, sondern erschafft Figuren, die schon bald zu echten Menschen werden. Es gibt keinen Super-Ermittler und es gibt auch keine Super-Bösen. Hamilton ist ein Meister der feinen Töne, er hat ein Gespür für Nuancen, für Details. Das macht seine Geschichten so charmant.

Ich bin schon gespannt auf die weiteren Teile der Serie.

8 von 10 Punkten

Steve Hamilton: “Ein kalter Tag im Paradies”, übersetzt von Volker Neuhaus, Dumont, 297 Seiten.

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Steve Hamilton: Das zweite Leben des Nick Mason

(c) Droemer

“Der Mann aus dem Safe” von Steve Hamilton ist bestimmt einer der herausragenden Kriminalromane des Jahrzehnts. Meine Vorfreude auf das Erscheinen von “Das zweite Leben des Nick Mason” war dementsprechend groß. Noch dazu, weil sich die Veröffentlichung über ein Jahr verzögert hatte. Mit Erwartungen ist das immer so eine Sache, wie sich das auch hier bestätigt.

Ich will nach der Lektüre nicht von einer Enttäuschung sprechen. Der Auftakt zu der Serie rund um Nick Mason ist solide. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen. Man merkt, dass Hamilton ein Meister der Spannungsliteratur ist. Bloß im Vergleich zu dem eingangs erwähnten Buch fehlt etwas. “Der Mann aus dem Safe” hatte Charme. “Das zweite Leben des Nick Mason” wirkt dagegen glatt, kühl, konstruiert.

Aber worum geht es eigentlich? Nick Mason wandert nach einem misslungenen Coup für 25 Jahre im Gefängnis. Da macht ihm Darius Cole, der kriminelle Pate von Chicago, im Gefängnis ein Angebot, dem er nicht widerstehen kann. Wenn Nick sich verpflichtet, alles für ihn zu tun, paukt er ihn im Gegenzug rasch aus dem Gefängnis.

Kaum außerhalb der Gefängnismauern muss Nick rasch erkennen, dass er alles andere als frei ist. Quintero, Coles Handlanger, erklärt es Nick: “Das ist nicht die Freiheit. Das ist nur Bewegungsfreiheit. Verwechsel beides nicht.” Noch weiß Nick nicht, was er für Cole tun soll. Er denkt vor allem an seine Familie, bestehend aus seiner Ex-Frau und seiner Tochter. Doch diese gehören mittlerweile zu einer anderen Familie.

Nick wird in der Folge Dinge tun, die er nicht für möglich gehalten hätte. Er wird sich vom professionellen Verbrecher, der immer Gewalt scheute, in einen Killer verwandeln. Hier tun sich für mich auch Schwächen auf. Für mich ist diese Wandlung nicht ganz glaubwürdig. Das Überschreiten dieser Schwelle zum Töten geschieht meiner Meinung nach zu leicht. Nick fügt sich allzu leicht in seine neue Rolle, da gibt es zu wenig inneren Widerstand.

Mir ist das alles ein wenig zu konstruiert. Als wäre Hamilton nach einem Handbuch vorgegangen. Nick erhält ein Handy, auf dem er immer erreichbar sein muss, egal wo er gerade ist. Läutet dieses, muss er sofort aufbrechen. Das kennt man alles, etwa aus der TV-Serie “Nikita”. Der Handlanger Quintero hat offenbar seine eigene Vorgeschichte, von der man noch wenig erfährt. Zu sehr merkt man dem Buch an, dass es nur der Auftakt zu einer Serie ist. Vieles bleibt offen. Wie will sich Nick aus der aussichtslosen Situation befreien? Will er wirklich jahrelang für den Gangster weitermorden? Was ist mit seiner Tochter? Und wird ihm Quintero womöglich helfen?

Hamilton macht nichts falsch, handwerklich kann man ihm nichts vorwerfen. Aber es bleibt dieses Gefühl, dass etwas fehlt. Das war auch der Grund, warum ich gleich darauf “Ein kalter Tag im Paradies”, den Auftakt zu Hamiltons alter McKnight-Serie, gelesen habe – auch weil Stefan und Giesbert über diese Bücher sehr geschwärmt haben. Darüber erfahrt ihr in meinem nächsten Beitrag mehr.

6 von 10 Punkten

Steve Hamilton: “Das zweite Leben des Nick Mason”, übersetzt von Karin Diemerling, Droemer, 333 Seiten.

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Barry Award: Steve Hamilton und Adrian McKinty sind nominiert

(c) Droemer

(c) Droemer

Die Nominierten in vier Kategorien für den wichtigen Krimipreis, der am 12. Oktober vergeben wird, sind da. Steve Hamilton ist mit “Das zweite Leben des Nick Mason” für den besten Kriminalroman nominiert. Das Buch erscheint ja am 1. März auf Deutsch. Die Konkurrenz ist stark, denn er befindet sich in prominenter Gesellschaft. Nominiert sind in der Hauptkategorie ebenso Reed Farrel Coleman (“Where It Hurts“), Michael Connelly (“The Wrong Side of Goodbye”), Laura Lippman (“Wild Lake”), Louise Penny (“A Great Reckoning”) und David Swinson (“The Second Girl”).

Für das beste Debüt sind unter anderem Joe Ide (“IQ”) und Nicholas Petrie (“Drifter”) nominiert. Beide Bücher sind bereits auf Deutsch erschienen und ich habe beide bereits gelesen, allerdings hier noch nicht besprochen. Ich würde aber “IQ” definitiv vorziehen. Nominiert ist auch Bill Beverlys “Dodgers”, das Buch konnte bereits 2016 bei anderen namhaften Krimipreisen groß abräumen. Also, liebe deutschsprachige Verlage: Rasch übersetzen!

(c) Suhrkamp Nova

(c) Suhrkamp Nova

Besonders freut mich die Nominierung von Adrian McKintys “Rain Dogs” – das soeben auf Deutsch erschienen ist – in der Kategorie “Best Paperback Original”. Das steigert die Vorfreude gleich noch einmal. Das Buch ist damit bereits für den insgesamt fünften Krimipreis nominiert, wie McKinty auf seinem Blog “The Psychopathology of Everyday Life” schreibt. Das dürfte ein Rekord sein, wie der Autor vermutet. Drei Nominierungen blieben erfolglos, er ist aber neben dem Barry Award auch bei den Edgar Awards noch im Rennen. Ich freue mich wirklich schon sehr auf die Lektüre!

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KrimiZeit-Bestenliste März – Ein Abgleich

(c) Tropen

(c) Tropen

Die Krimi-Zeit-Bestenliste (pdf) ist immer ein ganz guter Indikator, ob man irgendwelche Spannungsbücher abseits des Mainstreams verpasst hat – was ja bei der Erscheinungsflut kein Wunder ist. Sie ist für mich eine wirklich hilfreiche Quelle der Leseinspiration. Da hole ich mir gerne Tipps und finde es toll, wenn ich Bücher entdeckt habe, noch ehe sie auf der allmonatlichen Liste auftauchen.

Erfreut habe ich diesmal vier Übereinstimmungen (nachdem es im Februar mit Rick de Marinis “Götterdämmerung in El Paso” nur eine war) mit meinem eigenen Leseverhalten feststellen können. Noch dazu habe ich alle vier Bücher gelesen bzw. zu lesen begonnen, bevor sie auf der Liste aufgetaucht sind – also von den fünf März-Neueinsteigern habe ich vier gelesen.

Es handelt sich dabei um Joe R. Lansdales “Dunkle Gewässer”, Elmore Leonards “Raylan”, Madison Smartt Bells “Die Farbe der Nacht” und Steve Hamiltons “Der Mann aus dem Safe”. Bis auf Lansdales Buch habe ich die Bücher bei crimenoir bereits rezensiert. Meine Meinungen dazu findet ihr im “Rezensionen”-Sektor.

Zu Lansdales Buch muss ich folgendes sagen: Ich stecke gerade mittendrin (ca. Seite 200) und ich wage einen Tipp. Sollte die Qualität des Buches nicht noch plötzlich nachlassen, so wird “Dunkle Gewässer” im April sicher auf Platz eins der Liste stehen. Dem Vergleich mit Mark Twains “Huckleberry Finn” hält Lansdales Werk bisher mehr als stand.

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Steve Hamilton: Der Mann aus dem Safe

(c) Droemer

(c) Droemer

Mit “Der Mann aus dem Safe” ist Steve Hamilton ein Hattrick gelungen: Er hat die drei begehrtesten Preise für Spannungsliteratur gewonnen: Edgar Award, Ian Fleming Steel Dagger Award und Barry Award. Und so viel sei vorab gesagt: Er hat es sich verdient. Das Buch rund um den 17-jährigen Schlosskünstler Michael ist ein Stück große Literatur. Michael ist nach einem traumatischen Erlebnis im Alter von acht Jahren verstummt. Seitdem hat er kein Wort mehr gesprochen. Dafür hat er ein Talent entdeckt: Türschlösser knacken. Beschrieben wird das fast wie eine Art von Kunst bzw. als sinnliches Erlebnis (der englische Titel “The Lock Artist” trifft es daher eigentlich viel besser). Als Verbrecher auf seine Fähigkeiten aufmerksam werden, steckt er schließlich in der Zwickmühle.

Hamilton erzählt die Geschichte des Außenseiters Michael angenehm unaufgeregt. Zu der überzeugenden Krimihandlung gesellt sich zudem eine außergewöhnliche und rührende Liebesgeschichte, die man nicht oft zu lesen bekommt. Vor allem nicht in dieser Kombination – und noch dazu hundertprozentig kitschfrei. Der stumme Michael findet seinen ganz eigenen Weg mit dem Mädchen seiner Träume zu kommunizieren – mehr soll hier nicht verraten werden.

Wer immer sich jetzt für “Der Mann aus dem Safe” interessieren sollte: Bitte nicht Klappen- und Rückentext des Verlages lesen! Darin werden Dinge herausposaunt, die im Buch erst sehr spät vorkommen – das kann den Lesespaß schon erheblich trüben.

In meinem fünf Worte umfassenden Fazit zitiere ich einfach krimiblog.de, weil es die Sache so perfekt auf den Punkt bringt: “Ein Schlüsselroman – im doppelten Sinne”.

9 von 10 Punkten

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