Tag Archives: Ryan Gattis

Krimis, die man 2018 lesen sollte (VIII)

(c) Rowohlt Polaris

Ryan Gattis hat für mich mit “In den Straßen die Wut” den besten Kriminalroman des Jahres 2016 geschrieben. “Safe” klingt für mich ausgesprochen vielversprechend, ich hoffe auf ähnlich außergewöhnliche Lektüre wie einst bei Steve Hamiltons “Der Mann aus dem Safe”. Denn offenbar habe ich ein Faible für Safeknacker 😉

Der Verlag schreibt: Ricky Mendoza, genannt Ghost, ist Panzerknacker, der beste von L.A. Früher war er Gangster, jetzt knackt er für die Polizei die Safes der Banden. Doch Ghost plant einen Coup. Er will Geld abzweigen, sehr viel Geld. Nicht aus Eigennutz – das hätte er vielleicht getan, bevor er in der Krebsklinik Rose kennenlernte. Rose ist lange tot, Ghost wurde geheilt. Doch nun ist der Tumor zurück. Ghost wird sterben. Bis dahin will er den Bösen nehmen und den Armen geben. Ein Dead Man Walking.

Rudy Reyes, genannt Glasses, ist die rechte Hand des Drogenkönigs. Er hat eine solide Verbrecherkarriere hinter sich, aber er hat auch Familie in Mexiko, wo die Kartelle ganze Dörfer abschlachten. Glasses fühlt sich mitschuldig, er will ein neues Leben beginnen. Mit der Polizei arbeitet er seit längerem zusammen; gerade hat er eine Liste mit den Gelddepots der Gangs geliefert. Vielleicht ist auch er ein Dead Man Walking.

André Georgis “Tribunal” fand ich in Ansätzen sehr gelungen. Der Autor vergab dabei aber auch viele Möglichkeiten. Nun, ich habe “Die letzte Terroristin” mittlerweile gelesen – und ich bin begeistert, wie sehr sich Georgi steigern konnte. Bald mehr dazu.

Eine Frau in den Fängen des Terrorismus, unterwegs in einer waghalsigen Mission. Ihr Zielobjekt: einer der meistgehassten Männer der wiedervereinigten Republik. Ihr Gegenspieler: ein unter Druck geratener BKA-Ermittler. In die Enge getrieben steht sie plötzlich vor einer Entscheidung, die nicht nur ihr eigenes Leben verändern wird …

Berlin, 1991: Treuhandchef Hans-Georg Dahlmann muss die Staatsbetriebe der untergegangenen DDR in die Privatwirtschaft überführen und ist der meistgefährdete Mann nach der Wende: Verhasst im Osten, im Konflikt mit westdeutschen und internationalen Unternehmen, potenzielles Zielobjekt der RAF.

BKA-Mann Andreas Kawert ist der jüngsten Generation der Terrorgruppe auf der Spur. Hinweise verdichten sich, dass ein Attentat auf Dahlmann bevorsteht. Eine Frau rückt in den Fokus des Ermittlers. Doch ist er wirklich hinter der Richtigen her? Und wird er es schaffen, das Attentat zu verhindern?

(c) Polar Verlag

Feines kommt auch aus dem Polar-Verlag. “Grant Park” ist definitiv keine Krimikost für Zwischendurch. Interessant diese Verknüpfung zwischen Martin Luther Kings Ermordung und Barack Obamas Angelobung als US-Präsident.

“Grant Park”, der dritte Roman des mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Miami-Herald-Kolumnisten Leonard Pitts Jr. spielt an zwei der eindrucksvollsten Schauplätze amerikanischer Geschichte: am Tag von Obamas Wahl zum Präsidenten im Herbst 2008 und beim Streik in Memphis, der 1968 zur Ermordung von Martin Luther King führte. In Malcolm Toussaint, dem gefeierten Kolumnisten der Chicago Post, verbinden sich die beiden Ereignisse. Mit 60 Jahren ist er vollkommen desillusioniert. Seine Frau ist gestorben. Ein Leser hat ihn mit dem N-Wort beschimpft. Ein weiterer schwarzer Teenager wurde von der Polizei erschossen. Es ist Wahltag. Barack Obama kann womöglich die Präsidentschaft gewinnen. Überwältigt von Verzweiflung schleust Toussaint eine Kolumne auf der Titelseite seiner Zeitung an der Chefredaktion vorbei, die mehr Provokation als Kommentar ist. Er schreibt, dass er “müde vom Bullshit der Weißen ist. Genug ist genug ist genug”, was zu seiner Entlassung führt. Am gleichen Tag wird er von weißen Rassisten entführt. An einen Stuhl in einem verlassenen Lagerhaus in Chicago gekettet, hört er die Jubelrufe aus dem Grant Park, wo die Menge auf Obamas Siegesrede wartet, während seine Entführer, die White Resistance Army, planen, das Ereignis zu bombardieren. Martin Luther Kings Tod wird verbunden mit der Wahl Barack Obamas zum Präsidenten. Soll man man sich lieber widersetzen oder auf den langsamen Wandel von Hass und Verzweiflung bauen?

(c) Diogenes

Auf Mick Herrons “Slow Horses” warte ich jetzt schon seit Jahren. Mittlerweile hat sich um die “Slow Horses” eine Serie entwickelt, mit Teil zwei (“Dead Lions”) hat der Autor sogar den begehrten Golden Dagger Award gewonnen hat. Ein Muss.

Slough House, das ist der Ort, an den Agenten des Geheimdiensts MI5 in London verdammt werden, deren Karrieren frühzeitig gescheitert sind. Vielleicht haben diese ›Slow Horses‹ einen Auftrag komplett vermasselt, kamen einem ehrgeizigen Kollegen ins Gehege, oder sie hingen einfach zu sehr an der Flasche, was in diesem Gewerbe nicht unüblich ist. Außer dass sie Einzelgänger sind, haben sie noch eins gemeinsam: Sie alle wollen wieder zurück in den aktiven Dienst in Regent’s Park, und dafür würden sie absolut alles tun: sogar mit den anderen ›Slow Horses‹ zusammenzuarbeiten.

River Cartwright ist ein ausgemusterter MI5-Agent, und er ist es leid, nur noch Müllsäcke zu durchsuchen und abgehörte Telefonate zu transkribieren. Er wittert seine Chance, als ein pakistanischer Jugendlicher entführt wird und live im Netz enthauptet werden soll. Doch ist das Opfer der, der er zu sein vorgibt? Und wer steckt hinter den Entführern? Die Uhr tickt, und jeder der Beteiligten hat seine eigene Agenda. Auch Rivers Chef.

(c) Suhrkamp

David Whish-Wilsons “Die Ratten von Perth” war für mich einer der besten Kriminalromane des Vorjahrs – ich habe sogar 10 von 10 Punkten vergeben. Nun folgt mit “Die Gruben von Perth” Teil zwei dieser australischen Trilogie.

Perth, 1979. Der Goldpreis schießt in die Höhe, der Bergbau spült Unmassen von Geld nach Western Australia. Frank Swann, der aus dem Polizeidienst ausgeschieden ist, schlägt sich als Privatdetektiv durch. Er soll den Selbstmord eines renommierten Geologen untersuchen und gerät in einen besonders dreisten Schwindel mit Schürfrechten, in den so ziemlich alle verwickelt sind: die Mafia, Biker Gangs, die für jeden arbeiten, der gut zahlen, die große Politik und das Big Business sowieso.

Gleichzeitig führt Swann seinen Privatkrieg gegen eine total korrupte Polizei weiter. Seine Gegner sind noch lange nicht aus dem Verkehr gezogen, sondern formieren sich in verschiedenen Koalitionen immer wieder neu. Allerdings sind auch Swanns Methoden inzwischen mindestens ebenso robust wie die seiner Feinde …

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Ryan Gattis: In den Straßen die Wut

(c) Rowohlt Polaris

(c) Rowohlt Polaris

Der Rowohlt-Verlag preist seinen Thriller “In den Straßen die Wut” als einen “Roman wie ein Tarantino-Film” an. Superlative sind zwar angebracht, mit diesem Label tut man dem Buch allerdings keinen Gefallen. Denn hier wird weder hochästhetisch kübelweise Blut vergossen noch wird ein cooler Spruch nach dem anderen serviert. Im Gegenteil, Gattis glänzt mit purem Realismus.

Worum es geht? Als die Geschworenen drei Polizisten am 29. April 1992 vom Vorwurf der übertriebenen Gewaltanwendung im Fall des Bürgers Rodney King freisprechen und bei einem vierten zu keinem Urteil kommen, lösen sie damit eine Welle der Gewalt aus, die Los Angeles sechs Tage lang in einen Ort der Gesetzlosigkeit verwandeln soll. Auf den Straßen herrscht Anarchie, Recht und Ordnung lösen sich binnen Stunden auf. Am Ende sterben 52 Menschen, mehr als 2000 werden verletzt.

Die Menschen plündern, die Polizei präsentiert sich als “eine Horde Schläger in Uniform”, und an jeder Ecke scheint es zu brennen: “Feuer in Mülltonnen. Feuer in Eckläden. Feuer in Tankstellen, verdammte Scheiße! Feuer über Feuer, und der Qualm schraubt sich in den Himmel, als würde er ihn abstützen. Wie so Tischbeine. So sehen die Rauchsäulen aus.” Über 11.000 Feuer werden letztlich registriert.

“Nimm dir, was du kriegen kannst”

Vielen Menschen in Los Angeles ist Rodney King in Wirklichkeit vollkommen egal. Latino-Gangmitglied “Big Fate” begreift die Situation schnell: “Diese ganzen Bilder sagen mir das Gleiche wie allen anderen Idioten in dieser ganzen Stadt, die je einen bösen Gedanken im Kopf hatten: Verdammt, jetzt ist dein Tag, Homie. Felicidades, du hast im Lotto gewonnen! Geh raus und spiel verrückt, sagen die Bilder. Nimm dir, was du kriegen kannst, sagen sie. Wenn du böse und stark genug bist, dann komm raus und nimm es dir.”

Mit anderen Worten: Jeder Kleinkriminelle nutzt die Gunst der Stunde, Gang-Mitglieder erkennen ihre Chance, die Karten neu zu mischen. Offene, alte Rechnungen werden beglichen, die Machtverhältnisse verschoben. Letztlich entpuppen sich dann sogar Polizei-Eliteeinheiten als staatlich organisierte Gangs. Losgelöst von den Fesseln jeglicher Überwachung schlagen auch sie erbarmungslos und brutal zu. “Wir haben keine Namen auf die Uniformen genäht. Wir sind so anonym wie der Wind. Was wir tun, existiert nur in geflüsterten Geschichten. Nur die Bösen werden wissen, was wir getan haben, und die zählen nicht”, meint der Angehörige einer solchen Einheit.

Das Besondere an dem Buch: Insgesamt kommen 17 Ich-Erzähler zum Einsatz – immer einer nach dem anderen. Durch diesen Wechsel der Perspektive entsteht ein unglaubliches Panorama. Und wenn der erste Ich-Erzähler bereits nach zwölf Seiten das Zeitliche segnet, ist spätestens ab diesem Moment klar, dass hier alles geschehen kann. Besser kann Kriminalliteratur eigentlich kaum sein.

Was wurde aus Rodney King?

Tja, aber was wurde eigentlich aus Rodney King? Er wurde 2012 tot in seinem Swimmingpool gefunden. Mehr dazu findet ihr bei “Spiegel Online” und auf “Welt.de”.

10 von 10 Punkten

Ryan Gattis: “In den Straßen die Wut”, übersetzt von Ingo Herzke, Rowohlt Polaris, 528 Seiten.

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Krimis, die man 2016 lesen sollte (I)

Die ersten Neuerscheinungen des Krimijahres 2016 lassen bereits zwei Schlüsse zu: Erstens, auch das neue Jahr wird reich an außergewöhnlichen Kriminalromanen abseits des Mainstreams sein. Zweitens, ein gutes Händchen wird nötig sein, um bei der Masse an Neuerscheinungen auch die rund “40 richtigen” Krimis zu erwischen 😉 Mehr gehen sich bei mir pro Jahr definitiv nicht aus.

(c) Rowohlt Polaris

(c) Rowohlt Polaris

Vielleicht ist er vermessen oder eine Fehleinschätzung. Aber “In den Straßen die Wut” (ab 22. Jänner im Handel) von Ryan Gattis könnte bereits ein Anwärter auf eine Topplatzierung der besten Krimis des Jahres 2016 sein. Hier klingt bloß die reißerische Bewerbung “Ein Roman wie ein Tarantino-Film” abschreckend. Ansonsten scheinen mir hier alle Zutaten für einen guten Kriminalroman vorzuliegen. Spannendes Setting, realistische Darstellung, geschrieben von einem Mann, der durch Recherche und Glück Insiderwissen erlangte.

Der Verlag schreibt: Sechs Tage im Jahr 1992. Polizisten misshandeln einen schwarzen Bürger und Los Angeles explodiert. Plünderungen, überall brennt es; ein Bürgerkrieg mitten im Herzen der westlichen Welt. Was passiert, wenn die Polizei eine Stadt den Armeen der Gangs überlässt? Rechnungen werden beglichen, noch und noch. Davon erzählt dieser ungeheuerliche Roman. Am Anfang ein unmenschlicher Mord: Wir erleben ihn aus der Sicht des Opfers. Dann kommen andere zu Wort: skrupellose und weniger skrupellose Gangster, rassistische Polizisten, Krankenschwestern, Junkies, jugendliche Mitläufer. Und es entsteht das Bild einer Gesellschaft, in der der Stärkere den Schwächeren frisst und die sich im Ausnahmezustand gänzlich enthüllt.

(c) Blanvalet

(c) Blanvalet

Nicht viel weniger vielversprechend klingt der Thriller “Der Schwede” (18. Jänner) von Robert Karjel. Das Buch wurde in elf Sprachen übersetzt und 20th Century Fox plant bereits eine TV-Serie. Scheinbar dürfte es sich auch um den Beginn einer Serie handeln. Vom 11. September 2001 bis hin zur Tsunami-Katastrophe werden hier tragische Schauplätze der Weltgeschichte verworben. Jetzt muss es halt auch noch halten, was es verspricht.

Der schwedische Geheimagent Ernst Grip wird nach New York gerufen, wo er vom FBI einen ungewöhnlichen Auftrag erhält: Er soll eine geheime Basis im Indischen Ozean aufsuchen, um einen Gefangenen zu verhören. Doch dieser spricht kein Wort – nicht einmal Folter kann ihn zu einer Aussage bewegen. Das Einzige, was das FBI über den Unbekannten weiß, ist, dass er Schwede zu sein scheint. Grip muss all sein Können einsetzen, um das Vertrauen des schweigenden Mannes zu gewinnen. Doch als er schließlich dessen Geheimnis erfährt, gerät Grip selbst ins Kreuzfeuer der internationalen Geheimdienste.

(c) Blanvalet

(c) Blanvalet

Und noch ein Krimi aus dem Haus Blanvalet. Wer meine Vorliebe für dystopische Future-Noir-Thriller kennt, wird verstehen, warum ich mir bei “unfehlbar” von Bruce McCabe ein gutes Stück Spannungsliteratur erhoffe.

San Francisco in der nahen Zukunft: Im Silicon Valley hat eine Technologiefirma Roboter entwickelt, die sich von echten Menschen kaum unterscheiden und ein scheinbar normales Leben führen. Eine wachsende Zahl religiöser und politischer Gruppen verteufelt diesen Fortschritt mit zunehmend radikalen Parolen. Als ein Bombenanschlag die Stadt erschüttert, wird Daniel Madsen beauftragt, den Attentäter zu finden. Er gehört einer kleinen Eliteeinheit des FBI an, die mit neuesten Technologien ermittelt. Madsen bleibt nicht viel Zeit, denn der Täter kann jederzeit erneut zuschlagen. Und er muss abtauchen in eine düstere Welt aus Gewalt, Sex und Korruption.

(c) Polar

(c) Polar

Bei meinem aktuellen Lieblingsverlag Polar erhalte ich die Chance, ein Versäumnis gutzumachen. Ich habe “Dead Money”, den Auftakt von Ray Banks Anfang Jänner 2015 verpasst. Nun ist Anfang Jänner “Saturday’s Child” erschienen. Und: Der Autor ist Schotte – was soll ich da regelmäßigen Lesern meines Blogs noch länger erklären 😉

Cal Innes, eben noch im Gefängnis, versucht sich auf freiem Fuß als Privatermittler ohne Lizenz. Einer seiner ersten Klienten ist ausgerechnet der lokale „Gang-Lord“ Tiernan, der ihn bittet, einen abtrünnigen Rogue-Casino-Dealer aufzuspüren, nachdem dieser mit einem Batzen Geld durchgebrannt ist. Was Innes ein Katz-und-Maus-Spiel mit Tiernans psychotischem, Pillen fressenden Sohn Mo einbringt, der sich ihm an die Fersen heftet, als Innes‘ Nachforschungen ihn von Manchester nach Newcastle führen. Mit Callum Innes, Maurice Tiernan und Mo sind Ray Banks Charaktere gelungen, die in der besten Tradition des British Noir stehen. In einer Welt voller Sozialwohnungen, Pubs und schmuddeliger Casinos, wo jeder nur darauf aus ist, sich über Wasser zu halten. Das spannungsgeladene erste Buch der vierteiligen Reihe um den heruntergekommenen Privatermitt­ler Cal Innes.

(c) Tropen

(c) Tropen

“Der König der Favelas” von Misha Glenny ist eigentlich ein Sachbuch. Aber hier wird die Geschichte eines brasilianischen Drogenbosses erzählt, die es mit der von “El Chapo” aufnehmen kann. Wer Don Winslows “Das Kartell” mochte, wird wohl auch hier nicht vorbeikommen.

Weitläufig und unkontrollierbar sind die Wege der Korruption, weitläufig und unkontrollierbar auch die Favelas von Rio. Genau hier entfaltet sich die tragische Lebensgeschichte eines der berüchtigtsten Drogenbosse des Landes. Im Grunde widerwillig, aber doch auch zielstrebig steigt Nem durch Organisationstalent und Loyalität in der Hierarchie auf, bis er schließlich selbst das Ruder übernimmt und sich an die Spitze einer der größten Verbrecherorganisationen Brasiliens setzt, der Amigos dos Amigos. In seinem glänzend recherchierten und aufregend geschriebenen Buch öffnet uns Misha Glenny die Augen für das soziale Drama Brasiliens. Die Ambivalenz des Menschseins wurde selten so greifbar und packend erzählt.

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