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Krimis, die man 2013 lesen sollte (IX)

(c) Rütten & Loening

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Der September bietet wieder eine interessante Mischung an Krimi-Neuerscheinungen. Wobei das eigentliche Highlight eine Neuauflage ist, aber dazu gleich mehr. Ab 9. September ist mit “Racheengel” von Stuart Neville der dritte Teil der Reihe rund um den Belfaster Ermittler Jack Lennon erhältlich. Diesmal muss er sich mit der gesamten Unterwelt der Stadt anlegen. Ich habe es bisher leider nicht geschafft, ein Buch Nevilles zu lesen, mittlerweile steht aber Teil eins (“Die Schatten von Belfast”) der Serie in meinem Regal. Neville (zur Homepage des Autors) ist übrigens mit “Ratlines”, das im Irland des Jahres 1963 spielt und in dem sich ehemalige Nazis tummeln, für den Ian Fleming Steel Dagger Award nominiert. Zeit wäre es also eigentlich…

(c) Verlag Antje Kunstmann

(c) Verlag Antje Kunstmann

In meiner Leseliste ganz vorne befindet sich aber “Ich töte lieber sanft” von George V. Higgins (1939-1999). Wenn es um Higgins geht, weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Er war als “Meister des Dialogs” ein großes Vorbild des kürzlich verstorbenen Krimi-Großmeisters Elmore Leonard. Zudem habe ich am 8. Jänner meinen allerersten Blogeintrag zu Higgins verfasst. Damals noch unter dem Titel “Der vergessene George Higgins”. Nun macht sich aber der Verlag Antje Kunstmann um die Wiederauflage des Autors verdient. Über die Hollywood-Verfilmung (mit Brad Pitt in der Hauptrolle) seines am 11. September wieder erscheinenden Buches habe ich ebenfalls einen Artikel geschrieben. Und die ganz tolle Nachricht: Im Jänner 2014 wird auch “Die Freunde von Eddie Coyle” (von Elmore übrigens als bester Kriminalroman aller Zeiten bezeichnet) vom Verlag publiziert. Von Vergessen also doch keine Spur.

(c) Wunderlich

(c) Wunderlich

Am 20. September, zwei Tage vor der Bundestagswahl in Deutschland, kommt “Schwarzlicht” von Horst Eckert auf den Markt. Auch auf den deutschen Krimiautor und seine außergewöhnlichen Qualitäten habe ich hier schon verwiesen. Sein Buch zählt ebenfalls zu meinem Pflichtprogramm. Die Ausgangssituation klingt auch diesmal vielversprechend: “Walter Castorp ist tot. Der Ministerpräsident von NRW, ertrunken in seinem Swimmingpool. Sechs Tage vor der Wahl.” Ich erwarte Hochwertiges.

(c) Kindler

(c) Kindler

Damit wären wir auch schon bei Buch Nummer vier angelangt, das ebenfalls ab 20. September erhältlich ist. “Polivka hat einen Traum” des österreichischen Autors Stefan Slupetzky. Ich habe Slupetzky mit “Lemmings Zorn” kennengelernt und das humorvolle Buch hat mich sehr begeistert. Ich bin nun schon sehr gespannt auf diesen Krimi außerhalb der Lemming-Reihe. Zum Appetitanregen ein kurzes Stück aus dem Verlagstext: “Für den verschrobenen Wiener Bezirksinspektor Polivka steht von Anfang an fest: Der Mann, der sich infolge einer Notbremsung in einem Zugwaggon den Hals gebrochen haben soll, ist tatsächlich brutal ermordet worden.” Klingt schon mal sehr nach Slupetzky.

(c) diaphanes

(c) diaphanes

Mein fünfter Tipp lautet “Unter dem Auge Gottes” von Jerome Charyn. Das Buch ist der letzte Teil der elfteiligen Isaac-Sidel-Serie. Seit 1974 ist der Cop aus der Bronx immer höher aufgestiegen: Er ist inzwischen Vizepräsident der Vereinigten Staaten. Das Buch wird vom Verlag diaphanes als Teil der neuen “Penser Pulp”-Serie herausgegeben. Ich muss zu meiner Schande gestehen, noch nichts von Charyn gelesen zu haben. Aber ich werde wohl ähnlich wie bei Ian Rankins Kultfigur John Rebus (mehr dazu…) die Reihe von hinten aufrollen. Denn zu spät ist es nie.

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Dagger Awards 2013: Eine Nachbetrachtung

(c) Goldmann

(c) Goldmann

Es gibt meiner Meinung nach zwei herausragende Preise für außergewöhnliche Kriminalliteratur. Im Mai habe ich an dieser Stelle über die Gewinner der “Edgar Awards” geschrieben. Und nun sind am Montagabend die ersten “Dagger Award”-Gewinner bekanntgegeben worden. Den “International Award” teilten sich Fred Vargas (“Die Nacht des Zorns”) und Pierre Lemaitre (“Ich will dich sterben sehen”). Es ist das erste Mal in der Geschichte des Preises, dass es zu einer solchen Teilung kommt. Andrew Taylor hat – zum bereits dritten Mal nach 2001 und 2003 – mit “The Scent of Death” den “Historical Dagger” gewonnen. Der “Diamond Dagger” ging übrigens an Lee Child.

Für mich besonders interessant sind aber immer die Long Lists in den Kategorien “Steel” (Thriller) und “John Creasy” (Newcomer).

Auf der “Steel Dagger”-Longlist finden sich sieben Bücher:

Roger Hobbs for Ghostman (Transworld)
Liz Jensen for The Uninvited (Bloomsbury)
Malcolm Mackay for The Necessary Death of Lewis Winter (Pan Macmillan)
Stuart Neville for Ratlines (Random House)
Mark Oldfield for The Sentinel (Head of Zeus)
Andrew Williams for The Poison Tide (John Murray)
Robert Wilson for Capital Punishment (Orion)

Mein persönlicher Favorit “Ghostman” von Roger Hobbs erscheint übrigens am 22. Juli und befindet sich schon seit längerem auf meiner Leseliste. Liz Jensens Buch ist am 1. Juni unter dem Titel “Die da kommen” erschienen. Robert Wilsons Buch wird unter dem Titel “Stirb für mich” am 19. August in die Buchläden kommen. Von Stuart Neville erscheint am 9. September zwar mit “Racheengel” ebenfalls ein neues Buch – die Vorlage ist aber “Stolen Souls” und nicht “Ratlines”. Von den restlichen Autoren gibt es leider noch keine Erscheinungstermine für deutschsprachige Ausgaben. Bei Malcolm Mackay überlege ich aber bereits seit längerem einfach zum Original zu greifen. Die Nominierung könnte mich jetzt endgültig dazu motivieren.

Auf der “John Creasy”-Longlist finden sich acht Bücher:

Roger Hobbs for Ghostman (Doubleday)
Hanna Jameson for Something You Are (Head of Zeus)
Malcolm Mackay for The Necessary Death of Lewis Winter (Mantle)
Becky Masterman for Rage Against the Dying (Orion)
Derek B Miller for Norwegian by Night (Faber and Faber)
Thomas Mogford for Shadow of the Rock (Bloomsbury)
Michael Russell for The City Of Shadows (Avon)
M D Villiers for City of Blood (Harvill Secker)

Hobbs und Mackay sind also doppelt nominiert – eine echte Ehre für Newcomer. Zu meiner ziemlich frischen Rezension von “Ein seltsamer Ort zum Sterben” von Derek B. Miller (im Juni erschienen) geht es hier. Hanna Jamesons Buch ist bereits im Februar unter dem Titel “Kalter Schmerz” erschienen. Becky Mastermans nominiertes Buch ist im April unter dem Titel “Der stille Sammler” in die Buchläden gelangt. Die Bücher der weiteren Talente sind noch nicht übersetzt worden und meines Wissens auch noch nicht zur Publikation vorgesehen.

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