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Tommie Goerz: Meier

(c) Ars Vivendi

Zehn Jahre lang hat Meier im Gefängnis gesessen, wegen Mordes – unschuldig. Als er wieder in Freiheit kommt, versucht er sein Leben in den Griff zu bekommen. Er agiert wohlüberlegt und schreckt auch vor kriminellen Taten nicht zurück, um sich finanziell über Wasser zu halten. Autor Tommie Goerz porträtiert in “Meier” einen vom Leben Betrogenen, der nicht akzeptiert, Opfer zu sein. Als sich Meier durch Zufall die Möglichkeit zur Rache bietet, zögert er nicht.

Atmosphärisch sehr dicht erzählt, überzeugt diese “Ballade des zufriedenen Knackis”, wie die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” schreibt, in vielen Punkten. Einziges Manko des schmalen Buches: Es sind dann doch ein paar Zufälle zu viel: Dass er den eigentlichen Schuldigen seiner Haftstrafe zufällig wiedersieht, ein Beweisstück zufällig auftaucht – an einem Ort, an den Meier wohl nie im Leben kommen würde. Das ist nicht ganz glaubwürdig. Das ist wohl dem Umstand geschuldet, dass der Autor sein Buch ohne wirklichen Plan geschrieben hat, wie er auf “BR.de” sagt. Das ist einerseits sein großes Plus, weil es nicht in irgendein Schema hineinfällt, aber eben auch sein großes Minus.

Für den ersten Versuch im Hardboiled-Genre ist “Meier” aber eine echte Überraschung im positiven Sinne, zumal der Autor bislang vor allem für seine “Bierkrimis” um den schrullig-kauzigen Kommissars Friedemann “Friedo” Behütuns bekannt war.

7 von 10 Punkten

Tommie Goerz: “Meier”, Ars Vivendi Verlag, 160 Seiten.

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