Tag Archives: Johannes Groschupf

Johannes Groschupf: “Berlin Heat”

(c) Suhrkamp

Mit seinem Kriminalroman “Berlin Prepper” hat Johannes Groschupf den Deutschen Krimipreis gewonnen. Nun legt er mit “Berlin Heat” einen neuen fiebrigen und fesselnden Großstadtkrimi vor, der im deutschsprachigen Genre seinesgleichen sucht. Groschupfs Markenzeichen: kleine, schmutzige Geschichten über Menschen, die nicht so recht in die Gesellschaft passen wollen. Diesmal schlägt sich der spielsüchtige Tom Lohoff, der dubiosen Typen Geld schuldet, durchs Leben.

“Sei doch nicht so naiv”, will man Tom zurufen, wenn er wieder einmal im Schlamassel steckt. Und so viel sei gesagt: Er wird viele Tiefschläge einstecken müssen. Ohne hier in Details gehen zu wollen – es ist unerträglich viel. Das wird nicht jeder mögen, aber so lesen sich Kriminalromane mit realistischem Anspruch nun einmal.

“Berlin Heat” ist für mich glaubwürdiger und besser gelungen als Groschupfs Debüt “Berlin Prepper”, das mich zwar zu Beginn sehr gut auf Lesereise mitgenommen hat, das mir dann aber ein wenig zu eindimensional geraten ist. Ich bin schon gespannt, was der Autor als nächstes liefert.

7 von 10 Punkten

Johannes Groschupf: “Berlin Heat”, Suhrkamp-Verlag, 254 Seiten, 15,40 Euro.

Leave a comment

Filed under Rezensionen

Johannes Groschupf: Berlin Prepper

(c) Suhrkamp

Gewappnet für die Katastrophe: “Berlin Prepper” ist einer jener Kriminalromane, die es sich gerade jetzt zu lesen lohnt. All die Menschen, die Klopapier horten, hat man belacht. Doch wenn man “Prepper” besser verstehen will, lohnt die Lektüre durchaus.

Worum es geht? Walter Noack ist in einer Berliner Zeitungsredaktion für das Löschen von Hasspostings zuständig. Noack ist darüber hinaus auch einer der erwähnten “Prepper”: Er wappnet sich für Katastrophen jeglicher Art, seine Wohnung gleicht einem Lager von Ravioli-Konservendosen. Als er von Unbekannten niedergeschlagen wird, gerät sein Leben aus den Fugen.

Autor Johannes Groschupf porträtiert Berlin in seinem Thriller als durch Fremdenfeindlichkeit geprägte Stadt. Beklemmend und düster, aber die eindimensionale Darstellung des Wandels normaler Personen zu hasserfüllten Menschenverächtern hat mich enttäuscht. Auch die Darstellung des Putztrupps für Online-Hasskommentare, für den Noack arbeitet, konnte ich – ich habe selbst Erfahrungen damit – nicht so ganz nachvollziehen. Mir war das ab einem gewissen Zeitpunkt zu plakativ und klischeehaft.

6 von 10 Punkten

Johannes Groschupf: “Berlin Prepper”, Suhrkamp Verlag, 237 Seiten.

Leave a comment

Filed under Rezensionen