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Krimi-Bestenliste im Jänner: Ein Abgleich

(c) Ariadne

Auf der aktuellen Krimi-Bestenliste standen im Dezember nur drei deutschsprachige Autoren, kritisiert Matthias Bischoff in einem Artikel des Goethe-Instituts. Bischoff stört sich an dieser Unausgewogenheit. Tja, im Jänner sind es mit Anne Goldmann und Christoph Peters überhaupt nur zwei Autoren, die den Sprung in die Liste geschafft haben. Ich sehe das allerdings weniger problematisch, denn es gibt auch immer wieder Zeiten, in denen viele deutschsprachige Krimiautoren auf der Liste vertreten sind. Aber das ist eben das Ding mit solchen Listen – man kann es nie allen recht machen.

Der Kulturjournalist schreibt in seinem Text aber vor allem über das Leben in getrennten Welten – gemeint sind Kritiker und Leser von Kriminalromanen. “Was den Kritikern gefällt, hat mit dem, was die Leser kaufen und goutieren, wenig bis gar nichts zu tun”, schreibt Bischoff. “Hier dürfen Leserbedürfnisse nicht befriedigt werden, hier müssen Genreregeln gebrochen, infrage gestellt, ignoriert werden, hier darf es kein Happy End geben, keine Identifikation mit der Ermittlerfigur.”

Hmm, naja, dann kann es sich also doch nicht um Bücher der Krimi-Bestenliste handeln. Denn diese Bücher befriedigen sehr wohl Leserbedürfnisse und ermöglichen Identifikation. Klar, Genreregeln zu brechen – das ist erwünscht. Und was macht es für einen Sinn, eine Jury aus Neuerscheinungen auswählen zu lassen, wenn dann am Ende die Krimi-Bestenliste mit der Beststeller-Liste übereinstimmt?

Erfolgreiche Autoren wie Sebastian Fitzek oder Andreas Gruber brauchen ohnehin keine Krimipreise – sie haben ihre treuen Leser und das ist auch gut so. Die Krimi-Bestenliste hilft aber wunderbar, tolle Kriminalromane abseits des Mainstreams zu finden. Ja, auch solche Krimileser gibt es – und die haben ebenso Lesebedürfnisse und wollen im Erscheinungsdschungel ein wenig Licht sehen.

So, das wurde jetzt länger, daher diesmal nur kurz zur aktuellen Liste. Meine Kollegin Doris Kraus hat die neue Nummer eins, Sara Paretskys “Kritische Masse”, gelesen und für sehr gut befunden.

Meine aktueller Abgleich: Zwei Krimis der Liste gelesen (“Der Nachbar”, “Das größere Verbrechen”), eines lese ich gerade (“Die Plotter”).

Die Liste im Überblick:

1. Sara Paretsky: Kritische Masse (1)
2. Un-Su Kim: Die Plotter (-)
3. Patrícia Melo: Der Nachbar (5)
4. Fred Vargas: Der Zorn der Einsiedlerin (3)
5. Louise Penny: Hinter den drei Kiefern (2)
6. Tana French: Der dunkle Garten (-)
7. Christoph Peters: Das Jahr der Katze (9)
8. Anne Goldmann: Das größere Verbrechen (6)
9. Cloé Mehdi: Nichts ist verloren (-)
10. James Anderson: Desert Moon (-)

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KrimiZeit-Bestenliste im Jänner: Ein Abgleich

(c) Limes

(c) Limes

Wenig überraschend findet sich die Französin Fred Vargas auch in der ersten Ausgabe der KrimiZeit-Bestenliste des Jahres 2016 auf Platz eins. Ich persönlich konnte die Weihnachtszeit sowie den Jahreswechsel nutzen, um Richard Prices “Die Unantastbaren” sowie Adrian McKintys “Gun Street Girl” zu lesen. Beide Bücher haben diese hohen Plätze verdient.

In meiner persönlichen Jahresbestenliste 2015 habe ich “Die Unantastbaren” auf Platz eins gereiht. Die Rezension folgt hier hoffentlich in Kürze, ebenso wie die von “Gun Street Girl”, das ich nachträglich auf die Spitzenposition gereiht hätte (wie bereits in meinem letzten Beitrag erwähnt).

Was noch auffällt: Südafrika ist mit Nunn, Mendelson und Meyer gleich dreifach vertreten. Das ist bei mir ein ziemlich blinder Fleck. Schon oft wollte ich zugreifen, habe aber dann doch andere Krimis gelesen. Und ganz ehrlich: Ich weiß nicht, ob ich momentan bereit dafür bin, zumal ich hier in Kürze wieder spannende Neuerscheinungen vorstellen werde, die mich um noch einen Tick mehr interessieren. Und auch Karin Slaughters “Cop Town” oder Tito Topins “Exodus aus Libyen” würde ich wohl eher vorziehen. Aber Lesevorlieben ändern sich ja bekanntlich.

Die Liste im Überblick:

1 (1) Fred Vargas: Das barmherzige Fallbeil (Limes)
2 (2) Richard Price: Die Unantastbaren (S. Fischer)
3 (7) Adrian McKinty: Gun Street Girl (Suhrkamp)
4 (3) Oliver Bottini: Im weißen Kreis (Dumont)
5 (-) Malla Nunn: Tal des Schweigens (Ariadne)
6 (-) Tito Topin: Exodus aus Libyen (Distel Literaturverlag)
7 (8) Jeong Yu-jeong: Sieben Jahre Nacht (Unionsverlag)
8 (-) Karin Slaughter: Cop Town (Blanvalet)
9 (-) Paul Mendelson: Die Unschuld stirbt, das Böse lebt (Rowohlt Polaris)
10 (9) Deon Meyer: Icarus (Rütten & Loening)

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KrimiZeit-Bestenliste im Jänner: Ein Abgleich

(c) Heyne Hardcore

(c) Heyne Hardcore

Die KrimiZeit-Bestenliste vom Jänner erinnert mich daran, dass ich James Lee Burkes “Regengötter” und Kim Zupans “Die rechte Hand des Teufels” hier noch nicht besprochen habe. Ich habe beide Bücher Ende Dezember gelesen, bin aber bisher einfach nicht dazu gekommen, meine Leseeindrücke niederzuschreiben. “Regengötter” habe ich zumindest auf Platz vier meiner persönlichen Jahresbestenliste 2014 gereiht. Zupan ist daran vorbeigeschrammt, nachdem ich ihn lange fix darin gewähnt habe, mich das Buch gegen Ende hin aber doch nicht so ganz überzeugt hat.

Denise Minas “Das Vergessen” lese ich gerade. Ich habe dann also tatsächlich in Kürze die aktuellen Top-3 der KrimiZeit gelesen – ich glaube, das habe ich noch nie geschafft. Mina, die ich bislang nicht kannte, überzeugt mich bisher. Mir gefällt ihr Stil, die Geschichte ist interessant – ich glaube, sie fällt genau in mein schottisches Lese-Beuteschema.

Über Doblers “Ein Bulle im Zug” habe ich hier ja schon geschrieben: “Er ist ein Meister der kleinen Szenen”. Andrew Browns “Trost” habe ich leider nicht gelesen, der Autor hat mich aber bei seiner Lesung in Wien sehr überzeugt.

“London Underground” von Oliver Harris würde mich auch sehr reizen, aber ich fürchte das Buch muss erst einmal warten. Das Harris-Debüt “London Killing” fand ich in Ansätzen gelungen, gegen Ende hin war es mir aber zu banal. Eigentlich würde ich dem Autor daher gern noch eine Chance geben, auch weil das Buch zu großen Teilen im Untergrund von London spielt – ein Londoner Dritter Mann also 🙂

Und von Nathan Larsons “2/14” (ebenfalls Top-10 in meiner Jahresliste 2014) war ich begeistert, zu “Boogie Man” bin ich aber auch noch nicht gekommen. Das Buch taucht aber zum Beispiel bei Krimi-Welt unter den Top-Büchern 2014 auf.

Die Liste im Überblick:

1 (1) James Lee Burke: Regengötter
2 (-) Denise Mina: Das Vergessen
3 (3) Kim Zupan: Die rechte Hand des Teufels
4 (2) Max Annas: Die Farm
5 (8) Volker Kutscher: Märzgefallene
6 (4) Franz Dobler: Ein Bulle im Zug
7 (10) Andrew Brown: Trost
8 (7) Oliver Harris: London Underground
9 (6) Jo Nesbo: Der Sohn
10 (-) Nathan Larson: Boogie Man

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