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Live By Night – Der beste Film des Jahres 2017?

Dennis Lehanes Krimi “In der Nacht” war einer der besten des Jahres 2013. Lehane erzählt darin eine bereits oft erzählte Geschichte so fesselnd, dass man niemals meint, er wandere auf abgetretenen Pfaden. Er versucht nicht, zwanghaft innovativ zu sein, sondern Altbekanntem neue Seiten abzugewinnen.

Tja, und nun die gute Nachricht für alle Lehane-, Krimi- und Filmfreunde. Ben Affleck hat dieses Buch verfilmt. “Live By Night” startet Ende 2016 in ausgewählten US-Kinos und im Jänner regulär. Das ist normalerweise ein guter Hinweis, dass hier jemand Oscars abräumen will.

Und der vor Kurzem erschienene Trailer lässt tatsächlich Großes erwarten. Seht doch selbst. Ich kann es jedenfalls kaum erwarten!

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KrimiZeit-Bestenliste Jänner: Ein Abgleich

(c) Ullstein

(c) Ullstein

Tja, mit meiner Dezember-Wette bin ich dann doch daneben gelegen. Dennis Lehane hat sich mit “In der Nacht” (zu meiner Besprechung) zwar von Platz sieben auf Rang drei der aktuellen KrimiZeit-Bestenliste verbessert. Der Sprung an die Spitze ist ihm aber nicht gelungen. Dafür hat nun der britische Spionage-Altmeister John Le Carré die Nase vorn – auch gut.

Ich habe mittlerweile auch Garry Dishers “Dirty Old Town” gelesen. Dazu in Kürze hier mehr. Vorab: Das Buch hat mich nicht enttäuscht.

Die Liste im Überblick

  1. John Le Carré: “Empfindliche Wahrheit” (3)
  2. Friedrich Ani: M” (1)
  3. Dennis Lehane: “In der Nacht” (7)
  4. Martin Cruz Smith: “Tatjana” (5)
  5. Garry Disher: “Dirty Old Town” (4)
  6. Lee Child: “61 Stunden” (5)
  7. Ulrich Ritzel: “Trotzkis Narr” (-)
  8. Zoe Beck: “Brixton Hill” (-)
  9. Jesper Stein: “Unruhe” (-)
  10. Jo Nesbo: “Koma” (8)

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Dennis Lehane: In der Nacht

(c) Diogenes

(c) Diogenes

Jetzt ist mir auch noch Sonja mit ihrer “In der Nacht”-Besprechung auf zeilenkino zuvor gekommen. Und sie bringt es ganz gut auf den Punkt: “Mit seinem knapp 600 Seiten langen Buch über den Aufstieg und Fall eines Bostoner Kriminellen bedient Dennis Lehane sämtliche Klischees über Gangster, auch verläuft Joes Leben in den zu erwartenden Bahnen. Dass dieses Buch dennoch von Anfang bis Ende fesselt, liegt vor allem an Lehanes lässig-ironischem Erzählstil. Er verleiht den Figuren nicht mehr Dramatik als nötig und behandelt sie zwar distanziert, aber nicht lieblos.”

In meiner aktuellen “Presse”-Rezension habe ich das sehr ähnlich formuliert: “Lehane erzählt eine bereits oft erzählte Geschichte so fesselnd, dass man niemals meint, er wandere auf abgetretenen Pfaden. Er versucht nicht, zwanghaft innovativ zu sein, sondern Altbekanntem neue Seiten abzugewinnen.” Das beweist eindrucksvoll, dass US-Autor Lehane zweifellos einer der größten zeitgenössischen Geschichtenerzähler seines Landes ist.

Worum es eigentlich geht? Ich zitierte mich noch einmal selbst: “Fesselnd erzählt Lehane die Geschichte von Joe Coughlin, einem kleinen Bostoner Kriminellen, der zum mächtigsten Rum-Schmuggler Floridas während der letzten Jahre der US-Prohibitionszeit aufsteigt. Die zentrale Frage des Romans lautet: Gibt es zwischen Gesetzlosen und Gangstern einen Unterschied? Eines ist klar, so sauber man auch in einer schmutzigen Welt zu bleiben versucht, schmutzig wird man immer. Während der Hochblüte des organisierten Verbrechens war das Überleben als „unabhängiger“, eigenständiger Krimineller fast nicht möglich. War man nicht für eine bestimmte Organisation, war man automatisch dagegen und somit vogelfrei.”

“In der Nacht” ist einer der besten Krimis des Jahres, wie auch aus meiner in den nächsten Tagen hier erscheinenden persönlichen Bestenliste ersichtlich wird. Einziger Kritikpunkt: Das liest sich fast schon zu gut, zu glatt, zu perfekt. Ich muss zugeben, das ist rational schwer zu begründen. Aber irgendwas hat mich gestört bzw. hat mir gefehlt. Vielleicht ist es auch diese Figur des Joe Coughlin, die einfach zu schön ist, um wahr zu sein. Deshalb ein Punkt Abzug. Ich warte also immer noch auf meinen ersten 10er hier! Interessante Beiträge gibt es übrigens auch bei den Blogs Analog-Lesen und Kaffeehaussitzer. Und wenn ich es richtig verstehe, in Kürze auch bei My Crime Time. Oder Nicole?

9 von 10 Punkten

Dennis Lehane: “In der Nacht”, übersetzt von Sky Nonhoff, Diogenes, 584 Seiten.

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KrimiZeit-Bestenliste Dezember: Ein Abgleich

(c) Droemer

(c) Droemer

Seit ein paar Tagen ist die aktuelle KrimiZeit-Bestenliste da. Und wieder hat sich viel getan. Es gibt immerhin fünf Neueinsteiger – und bei allen handelt es sich um Hochkarätiges. Dabei beginne ich gleich wieder mit einem Geständnis, auch um meine Kollegin Nicole (My Crime Time) zu beruhigen ;-). Ich habe zu meiner Schande noch kein Buch von Friedrich Ani gelesen. “M” klingt vielversprechend. Platz eins der KrimiZeit spricht noch einmal für sich.

Das gleiche gilt für Lehane, Nesbo und Crais – auch sie sind für mich unbekanntes Terrain. Das ändert sich aber gerade. Ich stecke tief in Lehanes “In der Nacht” und bin bislang ziemlich begeistert. Und Robert Crais “Straße des Todes” ist mein nächstes Buch auf der Leseliste. Danach sollte Disher folgen, aber so genau weiß man das ja nie. Bloß Nesbo muss noch warten.

Ich will hier auch eine kleine Wette wagen: “In der Nacht” wird im Jänner auf Platz eins stehen – es würde mich zumindest nicht überraschen. Wer setzt dagegen?

Die Liste im Überblick

  1. Friedrich Ani: M” (3)
  2. Lee Child: “61 Stunden” (5)
  3. John Le Carré: “Empfindliche Wahrheit” (-)
  4. Garry Disher: “Dirty Old Town” (6)
  5. Martin Cruz Smith: “Tatjana” (-)
  6. Ana Paula Maia: “Krieg der Bastarde” (2)
  7. Dennis Lehane: “In der Nacht” (-)
  8. Jo Nesbo: “Koma” (-)
  9. Jerome Charyn: “Unter dem Auge Gottes” (1)
  10. Robert Crais: “Straße des Todes” (-)

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Krimis, die man 2013 lesen sollte (XI)

(c) Heyne

(c) Heyne

Die Liste für November ist kurz, beinhaltet dafür aber zwei Bücher, von denen ich mir besonders viel erwarte. Da wäre einerseits Robert Crais “Straße des Todes”, das am 11. November erscheint. Crais hat erst kürzlich für dieses Buch den Shamus Award erhalten. Es ermittelt das legendäre Duo Elvis Cole und Joe Pike. Und für mich bietet sich die Chance, Robert Crais endlich kennenzulernen. Der Verlagstext: Jack Berman macht mit seiner Freundin Krista einen Ausflug in die kalifornische Wüste. Plötzlich zerreißen Motoren die Stille, Scheinwerfer schneiden durch die Nacht. Die beiden beobachten, wie eine Gruppe Mexikaner von mehreren Männern brutal zusammengetrieben wird. Dann fallen Schüsse. Sechs Tage später wird der Ermittler Elvis Cole mit der Suche nach dem jungen Pärchen beauftragt. Für ihn und seinen Partner Joe Pike beginnt ein Albtraum …

(c) Diogenes

(c) Diogenes

Und “In der Nacht” von Dennis Lehane (ab 27. November erhältlich) könnte in meinem persönlichen Jahresranking sogar noch Adrian McKintys “Der katholische Bulle” überholen. Ich bin also schon sehr gespannt. Lehane hat mit dem Buch (im Original “Live by Night”) jedenfalls heuer den begehrten Edgar Award gewonnen. Die ersten beiden Sätze klingen schon mal sehr interessant: “Ein paar Jahre später fand sich Jack Coughlin auf einem Schlepper im Golf von Mexiko wieder. Seine Füße steckten in einem Block Zement.” Da will man mehr wissen. Im Zentrum der Geschichte steht eben Jack Coughlin, der im Amerika während der Prohibition in Florida zum mächtigsten Rum-Schmuggler seiner Zeit aufsteigt. Hier geht es übrigens zu einem interessanten “New York Times”-Interview mit dem Autor, der auch Krimi-Klassiker wie “Mystic River”, “Gone, Baby, Gone” und “Shutter Island” geschrieben hat, die allesamt verfilmt wurden. Vorfreude ist eine schöne Sache!

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