Tag Archives: Gone Girl

Krimis, die man 2013 lesen sollte (VIII)

(c) Haymon

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Ein wenig rar sind meine Krimitipps, was österreichische Autoren betrifft. Doch bereits Anfang August ist von Georg Haderer “Es wird Tote geben” erschienen. Ich lese sein Buch gerade, die Rezension folgt also in Kürze. Ich habe den Autor mit seinem Vorgänger “Engel und Dämonen” kennengelernt und war eigentlich ziemlich begeistert. Haderer hat Witz und nimmt alles nicht so ernst. Das liest sich wirklich erfrischend.

(c) btb

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Ernster geht es hingegen bei der indischen Autorin Kishwar Desai zu, von der soeben “Die Überlebende” auf den Markt gekommen ist. Da man Indien medial momentan vor allem mit furchtbaren Vergewaltigungsfällen in Verbindung bringt, kann uns die in Indien aufgewachsene und nun in London lebende Autorin wohl einen besseren Einblick in die so fremde indische Gesellschaft gewähren. Die Sozialarbeiterin Simran Singh dürfte jedenfalls eine ungewöhnliche Ermittlerin sein.

(c) Blanvalet

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Viel erwarte ich mir vom spanischen Autor Fernando S. Llobera, dessen Krimi “Der Profi” am 19. August erscheint. Bei dem titelgebenden Helden handelt es sich um einen Profikiller und Problemlöser der Mafia. Der Verlag schreibt: “Er wird gerufen, wenn es hart auf hart kommt. Wenn zum Beispiel über Nacht mehrere spanische Mafia-Bosse ermordet werden. In einem korrupten Madrid, das den Gesetzen von Immobilienhaien und Finanzinvestoren gehorcht, spielt Lucca ein doppeltes Spiel, um hinter die Wahrheit zu kommen. Dabei benötigt er all seine Coolness und Erfahrung.” Klingt gut!

(c) Page & Turner

(c) Page & Turner

Ebenfalls am 19. August kommt “Stirb für mich” von Robert Wilson in den Handel. Er wurde vor allem für sein Buch “Tod in Lissabon” mit Preisen überhäuft. Ich hatte den Krimi jahrelang in meinem Regal stehen, habe das Buch aber nach einem gescheiterten Leseversuch weggegeben (lag aber nicht unbedingt an der Qualität, sondern an meiner damaligen Stimmung). Vielleicht ist das die Chance, dem Autor nun noch einmal eine Chance zu geben…

(c) Scherz

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Ab 22. August ist “Gone Girl” von Gillan Flynn erhältlich. Ich hoffe, ich habe endlich Zeit, diese Spannungautorin kennenzulernen, die bereits zwei Dagger Awards gewinnen konnte und sich mit nur drei Büchern (“Cry Baby”, “Finstere Orte”) einen tollen Ruf erschrieben hat. In einem “Guardian”-Interview aus dem Mai nimmt Flynn übrigens auch Stellung zum Vorwurf der Frauenfeindlichkeit – lesenswert.

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Filed under Krimis, die man lesen sollte

Ian Rankin plaudert aus dem Nähkästchen

Ich habe den schottischen Autor Ian Rankin ja erst kürzlich und reichlich spät mit “Mädchengrab” entdeckt (mehr dazu…). Nun bin ich über einen Artikel in der “Daily Mail” gestolpert. Darin gibt Rankin zehn Tipps, wie man einen guten “Whodunit”-Krimi schreibt. Dass ich mit diesem Subgenre so meine Probleme habe, habe ich hier schon erwähnt. Umso gespannter war ich auf seine Meinung.

(c) Manhattan

(c) Manhattan

Und ich muss sagen, Rankin begeistert mich immer mehr. Denn er schreibt: “The ‘whodunit’ aspect of the story is the least interesting part for me – and it doesn’t bother me if people work it out on Page One. I’m more interested in what the crime tells us about ourselves and the society we live in. So it’s not a game I’m playing with the reader; I’m approaching things as a straight novelist.” Er sieht das also genau so wie der deutsche Krimiautor Horst Eckert, den ich erst in meinem letzten Eintrag folgendermaßen zitiert habe: “Beim Schreiben möchte ich anhand meiner Figuren erforschen, wie wir Menschen ticken, was extreme Situationen aus uns machen können und wie wir uns darin verhalten.”

(c) Goldmann

(c) Goldmann

Rankin verrät in dem Artikel aber auch noch einige andere interessante Dinge über das Krimischreiben: Zum Beispiel kann zu viel Recherche vor dem ersten Entwurf hinderlich sein. Am meisten stolz ist er auf sein Buch “Das Souvenir des Mörders” (“Black & Blue”). Die Bücher davor seien Fingerübungen gewesen, aber erst mit seinem achten Rebus-Roman sei er zur Überzeugung gelangt, vom Krimischreiben tatsächlich leben zu können.

(c) Scherz

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Er zollt auch Kollegin Gillian Flynn und vor allem ihrem Buch “Gone Girl” (erscheint im August erstmals auf Deutsch und zählt für mich zur diesjährigen Pflichtlektüre) Respekt: “As a crime writer, I looked at it, and I looked at it again, and asked myself, ‘How did she do this? How did the author pull off this brilliant twist without my seeing it coming?’” Ein guter Kriminalroman zeige einem zudem einen Teil der Welt, wie man ihn bisher so nicht gesehen hat. Ruth Rendell nennt er in diesem Zusammenhang als Meisterin.

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