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Nicholas Petrie: Drifter

(c) Suhrkamp

Nicholas Petries “Drifter” war immerhin für den Edgar Award als bester Newcomer nominiert. Ich konnte das, im Gegensatz zu Joe Ides (“IQ”) Nominierung nicht ganz nachvollziehen. Da die Lektüre nun schon recht lange zurückliegt, will ich nur kurz auf das Buch eingehen.

Worum geht es? Seit seiner Rückkehr aus den Kriegen in Afghanistan und im Irak leidet Peter Ash unter dem “weißen Rauschen”: In geschlossenen Räumen hält er es nicht mehr aus. Nach einem Jahr Auszeit in der Natur versucht er nun, in den Alltag zurückzufinden. Er hilft der Frau eines Kameraden, der Selbstmord begangen hat, bei der Sanierung des Hauses. Als er unter der Veranda einen Koffer mit Geld und Sprengstoff findet, nimmt die rasante Geschichte ihren Lauf.

Am faszinierendsten an der sehr soliden, aber sonst eher genreüblichen Lesekost ist Ashs außergewöhnliche Freundschaft mit dem wohl hässlichsten Hund der Welt.

Sehr ähnlich sieht das Hang Jörg Wangner in seiner Kritik in der Stuttgarter Zeitung: “Petrie strickt daraus einen konventionellen Thriller mit holzschnittartigen Figuren (der mutige Held, die toughe Witwe, der psychopathische Multimillionär, die patente Ex-Hubschrauberpilotin . . .) und ebensolcher Sprache („die Pistole locker in der Hand wie fucking Wyatt Earp“).”

Nicholas Petrie: “Drifter”, übersetzt von Thomas Stegers, Suhrkamp, 415 Seiten.

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Barry Award: Steve Hamilton und Adrian McKinty sind nominiert

(c) Droemer

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Die Nominierten in vier Kategorien für den wichtigen Krimipreis, der am 12. Oktober vergeben wird, sind da. Steve Hamilton ist mit “Das zweite Leben des Nick Mason” für den besten Kriminalroman nominiert. Das Buch erscheint ja am 1. März auf Deutsch. Die Konkurrenz ist stark, denn er befindet sich in prominenter Gesellschaft. Nominiert sind in der Hauptkategorie ebenso Reed Farrel Coleman (“Where It Hurts“), Michael Connelly (“The Wrong Side of Goodbye”), Laura Lippman (“Wild Lake”), Louise Penny (“A Great Reckoning”) und David Swinson (“The Second Girl”).

Für das beste Debüt sind unter anderem Joe Ide (“IQ”) und Nicholas Petrie (“Drifter”) nominiert. Beide Bücher sind bereits auf Deutsch erschienen und ich habe beide bereits gelesen, allerdings hier noch nicht besprochen. Ich würde aber “IQ” definitiv vorziehen. Nominiert ist auch Bill Beverlys “Dodgers”, das Buch konnte bereits 2016 bei anderen namhaften Krimipreisen groß abräumen. Also, liebe deutschsprachige Verlage: Rasch übersetzen!

(c) Suhrkamp Nova

(c) Suhrkamp Nova

Besonders freut mich die Nominierung von Adrian McKintys “Rain Dogs” – das soeben auf Deutsch erschienen ist – in der Kategorie “Best Paperback Original”. Das steigert die Vorfreude gleich noch einmal. Das Buch ist damit bereits für den insgesamt fünften Krimipreis nominiert, wie McKinty auf seinem Blog “The Psychopathology of Everyday Life” schreibt. Das dürfte ein Rekord sein, wie der Autor vermutet. Drei Nominierungen blieben erfolglos, er ist aber neben dem Barry Award auch bei den Edgar Awards noch im Rennen. Ich freue mich wirklich schon sehr auf die Lektüre!

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