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Daniel Woodrell: Tomatenrot

(c) Liebeskind

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Daniel Woodrell ist einer der sprachgewaltigsten Krimiautoren der Gegenwart. Einfach nur ein Genuss. Jedes Buch ein Volltreffer. Da ist die Vorfreude vor dem Lesen jedes Mal groß, währenddessen strebt man dann wehmütig der letzten Seite entgegen, will sie hinauszögern. Zumal Woodrells Bücher selten viel mehr als 200 Seiten umfassen. Auch in “Tomatenrot” (neu übersetzt von Peter Torberg) kommt neben der sprachlichen Wucht die zweite außergewöhnliche Stärke des bescheidenen, sympathischen Autors – ich durfte ihn bei einer Lesung in Wien miterleben – ganz klar heraus: Charaktere, die nicht erfunden wurden, sondern exisitieren. So scheint es zumindest. Das ist lebensecht.

Und lebensweise:

“Süße”, sagte sie, “man stellt sich dem Ärger nicht in den Weg. Man schmeichelt ihm.”

Und auch humorvoll:

“Was ist mit der Akte?” – “Oh, die lesen wir mit vollem Magen, Süßer. Es muss ja was drin, sein, was hochkommen kann, falls wir kotzen müssen.”

Woodrell erzählt nicht von großen Heldentaten, von wichtigen Personen der Geschichte. Er schreibt am liebsten Geschichten über normale Menschen, oft auch Verlierer. Er erschafft dabei keine eindimensionalen Charaktere, sondern echte Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen. Wobei ihn letztere einfach mehr interessieren.

Woodrell macht diese gescheiterten Existenzen sympathisch und liebenswert. Wenn sie schon sonst niemand liebt auf dieser Welt, dann zumindest der Leser. Der Autor öffnet die Tür in eine traurige, auf das wesentliche, nämlich das Überleben, reduzierte Welt. Er lässt uns an einer Welt teilhaben, die man sonst nicht begreifen könnte – weil man schlicht keinen Zugang zu ihr hat. Er sieht genau hin, begreift das Wesen des Menschen, verurteilt gleichzeitig aber niemals. Er macht nur Dinge besser begreifbar.

Groß, groß, groß.

9 von 10 Punkten

Daniel Woodrell: “Tomatenrot”, übersetzt von Peter Torberg, Liebeskind, 222 Seiten.

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Krimis, die man 2016 lesen sollte (II)

(c) Suhrkamp

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Der Verlag lässt Autor Tom Franklin “Bull Mountain” (seit 8. Februar im Handel) allen Fans von Dennis Lehane und Daniel Woodrell empfehlen. Das klingt ja schon einmal ausgezeichnet. Kann da noch was schiefgehen? Ich werde es wohl bald wissen.

Verlagstext: Der Burroughs-Clan ist der größte Anbieter von Schwarzgebranntem, Hasch und Crystal Meth in Georgia und Umgebung. Seit Generationen hat er Bull Mountain fest im Griff. Und er verteidigt seine Stellung mit allen Mitteln. Um sich aus diesem Familiensumpf zu ziehen, wurde Clayton Burroughs Sheriff. Doch er weiß, dass er und Bull Mountain erst dann Frieden gefunden haben werden, wenn es ihm gelingt, seinen Brüdern endgültig das Handwerk zu legen.

(c) Unionsverlag

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Garry Dishers “Dirty Old Town” hat mich vor zwei Jahren begeistert. Berufsverbrecher Wyatt, so etwas wie der australische Cousin oder Bruder von Richard Starks Kultfigur Parker, ist eine unvergessliche Figur. Aber umso feiner, dass in Dishers neuestem Streich “Bitter Wash Road” (seit 15. Februar) ganz anderes Personal ran darf. Noch dazu wird die Geschichte diesmal aus Polizistensicht geschildert.

In der Nähe von Tiverton, einer Kleinstadt in Australiens Nirgendwo, wird ein Mädchen tot am Straßenrand gefunden. Constable Paul Hirschhausen, genannt Hirsch, übernimmt den Fall. Er glaubt nicht an einen Unfall mit Fahrerflucht. Einsam und isoliert durchquert der Constable die unwirtliche Landschaft, vorbei an mageren Schafen, schäbigen Höfen, stellt unbeirrt seine Fragen und lernt eine Kleinstadt kennen, unter deren Oberfläche Enttäuschung und Wut, Rassismus und Sexismus brodeln. Hirsch rüttelt an der trügerischen Stille und wirbelt nicht nur den Staub der ausgedörrten Straßen auf.

(c) dtv premium

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Lyndsay Fayes Auftakt “Der Teufel von New York” zu dieser historischen Trilogie habe ich 10 von 10 Punkten gegeben. Das war einfach fabelhaft. Dennoch habe ich Teil zwei, “Die Entführung der Delia Wright” verpasst. Nun liegt mit “Das Feuer der Freiheit” (19. Februar) der Abschluss der Trilogie vor. Da ich die Bücher chronologisch lesen will, wird es noch eine Weile dauern, bis ich mich Fayes neuem Krimi widmen werde.

In den Straßen des historischen New York geht ein Feuerteufel um – oder ist es womöglich eine Teufelin …? Der ausbeuterische Unternehmer und Abgeordnete Robert Symmes lässt Näherinnen unter unerträglichen Bedingungen arbeiten: Hat eine von ihnen Drohbriefe verfasst und seine Fabrik in Brand gesetzt? Oder war es die Frauenrechtlerin Sally Woods, die sich höchst verdächtig benimmt? Ein halbverhungertes Waisenkind scheint den Schlüssel zu dem Geheimnis zu besitzen, doch niemand weiß seine Äußerungen richtig zu deuten. Es ist an Timothy Wilde, dem Polizisten wider Willen, Schlimmeres zu verhindern – indem er möglichst schnell den Täter findet.

(c) Tropen Verlag

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Massimo Carlotto hingegen konnte mich bislang nicht so wirklich überzeugen. Sowohl “Der Flüchtling” als auch der Sardinien-Umweltkrimi “Tödlicher Staub” hinterließen mich mit einem zwiespältigen Gefühl. Der Autor mit bewegender Biografie (er war jahrelang flüchtig, weil er in Italien unter Mordverdacht stand) hat mich einfach erzählerisch biser nicht packen können. Naja, ich habe in die Textprobe des Verlags reingeschmökert und das klingt heftig, aber sehr interessant.

Es gibt nichts, was Giorgio Pellegrini fremd ist: Vergewaltigung, Erpressung, Flucht, Verrat, Knast, Mord. Je mehr Verbrechen er begeht, desto näher kommt er seinem Ziel, eine bürgerliche Existenz zu führen. Als er dieses Ziel erreicht hat, will er es nicht mehr aufgeben – koste es, was es wolle.

(c) Liebeskind

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Daniel Woodrell habe ich ja schon einmal erwähnt. “In Almas Augen” war ein kleines Meisterwerk. Nicht viel weniger erwarte ich mir von “Tomatenrot”, das am 25. Februar erschienen ist.

Sammy Barlach ist ein Verlierer, der sich mehr schlecht als recht durchs Leben schlägt. Eigentlich will er nur irgendwo dazugehören – und stolpert so zielsicher ins Verderben. Bei einem Einbruch in eine Villa trifft er auf zwei andere, ebenso planlose Wohlstandsplünderer: die neunzehnjährige Jamalee mit ihren kurzen, tomatenroten Haaren und ihren bildschönen jüngeren Bruder Jason. Endlich hat Sammy, was er immer gesucht hat: Familienanschluss – und ein bisschen mehr. Mit der Mutter der beiden, Bev, die sich ihren Unterhalt als Escortdame und gelegentlich als Polizeispitzel verdient, beginnt er eine Affäre, aber auch von Jamalee kann er die Augen nicht lassen. Doch die hat andere Pläne und will hoch hinaus, zumindest raus aus dem Sumpf von Venus Holler.

(c) Goldmann

(c) Goldmann

Zum Schluss will ich noch einen Thriller empfehlen, der für sich vielleicht nicht so aufregend ist. Aber die Reihe rund um den Auftragskiller Victor ist irgendwie an mir vorbeigegangen. Da mir das mit Lee Childs Jack Reacher auch lange passiert ist, will ich hier nicht so lange warten. Vermutlich ist “Dark Day” (15. Februar) nicht unbedingt der beste Teil, aber ich will damit auf diese Serie aufmerksam machen, die immer wieder sehr gelobt wird. Und der Aspekt mit dem Blackout klingt gut. Wer weiß mehr über Wood? Schreibt mir doch.

Raven ist Profikillerin. Lautlos wie ein Schatten eliminiert sie ihre Opfer, bevor diese ihre Anwesenheit auch nur erahnen. Doch diesmal könnte sie das falsche Ziel im Auge haben: Victor. Ein Killer wie sie. Ein Profi so paranoid wie rücksichtslos und perfekt darin, jeden Verfolger auszuschalten. Er spürt Raven rund um den Globus nach, nicht nur, um die Gefahr zu beseitigen, sondern um herauszufinden, wer ihr den Auftrag zu seiner Ermordung gab. In New York treffen die beiden schließlich aufeinander – ausgerechnet, als dort ein Blackout die Stadt ins Chaos stürzt. Inmitten von Plünderungen und Gewalt kommt es zwischen Raven und Victor zu einem Katz-und-Maus-Spiel, das Manhattan nie mehr vergessen wird.

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KrimiZeit-Bestenliste März: Ein Abgleich

(c) liebeskind

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Diesmal ist mir ein Doppelschlag gelungen: Ich habe zwei Bücher gelesen/zu lesen begonnen, die sich auf der aktuellen KrimiZeit-Liste befinden, noch bevor sie dort aufgetaucht sind! Über Daniel Woodrells Neueinsteiger (5) “In Almas Augen” habe ich hier erst vor wenigen Tagen geschrieben. Ich war sehr begeistert. In David Peaces “GB84”, das es als Neueinsteiger gleich auf Platz eins geschafft hat, stecke ich gerade. Die KrimiZeit-Jury fasst das Buch fein zusammen: “Das Ende der Kohlewelt: kolossal noir”. Großbritannien erscheint in diesem Roman, der im Jahr 1984 spielt, wie ein Bürgerkriegsland, ein Land im Ausnahmezustand.

Tja, Dennis Lehanes “In der Nacht”, über das ich ja auch geschrieben habe, lässt sich nicht aus der Liste schütteln. Gut so. Gelesen habe ich mittlerweile auch Jan Costin Wagners geniales Buch “Tage des letzten Schnees”, über das ich hier schon bald schreiben werde.

Meine KrimiZeit-Ausbeute lässt sich also sehen: Vier von zehn Büchern habe ich gelesen bzw. lese ich gerade.

Die Liste im Überblick:

  1. David Peace: “GB84” (-)
  2. Jan Costin Wagner: “Tage des letzten Schnees” (7)
  3. Jesper Stein: “Unruhe” (3)
  4. Zoe Beck: “Brixton Hill” (6)
  5. Daniel Woodrell: “In Almas Augen” (-)
  6. Dennis Lehane: “In der Nacht” (2)
  7. Martin Cruz Smith: “Tatjana” (5)
  8. Uta-Maria Heim: “Wem sonst als dir” (10)
  9. Friedrich Ani: M” (4)
  10. Karim Miské: “Entfliehen kannst du nie” (-)

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Daniel Woodrell: In Almas Augen

(c) liebeskind

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Daniel Woodrell beherrscht eine Kunst: Dünne Bücher mit epischer Wucht zu schreiben – ähnlich wie James Sallis und Donald Ray Pollock. “In Almas Augen” ist das jüngste Beispiel für Woodrells Meisterschaft. Da ist kein Wort zu viel. In kürzester Zeit ist man abgetaucht in das Missouri des Jahres 1929. Die Explosion bei einer Tanzveranstaltung fordert 42 Menschenleben. Wer war schuld? Woodrell beleuchtet die Geschehnisse von damals, seziert dabei das Kleinstadtleben (Abhängigkeiten, Beziehungen, Geheimnisse) vor dem Hintergrund der Großen Depression – und löst das Rätsel gekonnt auf.

Woodrell ist ein großer Erzähler, der es versteht, Bilder entstehen zu lassen. Schonungslos zeigt er, wozu Menschen fähig sind. Er wird dabei allerdings niemals voyeuristisch. Im Gegenteil: Er schreibt sehr einfühlsam.  Er schafft den Spagat: Einerseits verschont er seine Charaktere nicht, andererseits stellt er sie auch nie bloß.

Er moralisiert nicht. Er manipuliert nicht. Er bezieht nicht Position. Das muss der Leser tun. Woodrell entfaltet seine Geschichte, die rührt und zornig macht. Er erzählt viele kleine Geschichten, die sich zu einer großen zusammenfügen. Ob das nun Crime Fiction ist oder nicht, ist egal. Woodrells Werke sind packende Literatur.

Um noch mehr Lese-Anreiz zu bieten, habe ich ein paar Lese-Eindrücke und Rezensionen zusammengefasst:

“Solche Gegenden, solche Geschichten, solche Mikrogesellschaften haben wir in Deutschland auch. So einen Erzähler wie Daniel Woodrell haben wir nicht. Es ist ein Elend”, schreibt Elmar Krekeler in seiner Kolumne “Krekeler killt”.

“Daniel Woodrell ist ein Genie. Er braucht nur 192 Seiten für eine Geschichte, die andere Autoren mindesten 500, 600, 700 Seiten kosten würde”, meint auch Günter Keil in seinem Blog.

“Von diesen Irrungen und Wirrungen erzählt Woodrell mit distanzierter Empathie, prägnant in den Bildern, die er wählt, soghaft ist die Poesie seiner Sprache, die hineinzieht in eine Welt aus Wut und Armut, aus Gier, Angst und Lust. Eine Welt, in der das Wünschen schon lange nicht mehr hilft”, urteilt Volker Albers vom “Hamburger Abendblatt”.

Kritik auf Literaturblog.at

9 von 10 Punkten

Daniel Woodrell: “In Almas Augen”, übersetzt von Peter Torberg, 188 Seiten, liebeskind.

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Krimis, die man 2014 lesen sollte (II)

(c) Rowohlt Polaris

(c) Rowohlt Polaris

Der Februar ist ein wirklich starker Monat, zumindest was die Krimineuerscheinungen betrifft. Lauren Beukes Zeitreise-Thriller “Shining Girls” (1. Februar) habe ich zwar bereits in meinem vorigen Beitrag “Fünf Krimis, auf die ich 2014 am meisten gespannt bin” genannt, will ich bei den Monats-Highlights aber nicht unter den Tisch fallen lassen.

(c) liebeskind

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Aber schnell weiter zu einem weiteren Buch, das zweifellos das Potential hat, eines der Higlights des Jahres zu werden. Daniel Woodrell hat zuletzt mit “Winters Knochen” und “Der Tod von Sweet Mister” viel Lob von der Kritik geerntet. Ich habe ihn bei einer Lesung gesehen und war von der Bescheidenheit dieses Mannes überwältigt. Nun legt er nach. Woodrell entführt uns mit seinem Buch “In Almas Augen” (10. Februar) in das Jahr 1929 an den Schauplatz Missouri. In einer Kleinstadt sterben 42 Menschen bei einer nächtlichen Explosion bei einer Tanzveranstaltung. Die Ursache wird nie wirklich geklärt. Vierzig Jahre später will nun die titelgebende Alma die Wahrheit wissen. Klingt nach einem absoluten Lese-Muss und ist fix auf meiner Lese-Liste eingeplant.

(c) liebeskind

(c) liebeskind

Und es ist kaum zu glauben, dass der Verlag liebeskind neben Woodrell mit einem weiteren Buch in den Läden geht, das ein unvergessliches Krimierlebnis bieten könnte. Der preisgekrönte Brite David Peace schreibt in “GB 84” (10. Februar) über das titelgebende Jahr 1984 in Großbritannien. Das Land befindet sich zu diesem Zeitpunkt im Ausnahmezustand. Die Grenzen zwischen Politik und Verbrechen verschwimmen zunehmend. Es wird mein erstes Buch von David Peace sein, an dem sich die Krimigeister zu scheiden scheinen. Entweder liebt oder hasst man ihn. Mal sehen, wo ich mich einreihen kann.

(c) Knaur

(c) Knaur

Tja, Urban Waites “Wüste der Toten” (3. Februar) klingt nach einem klassischen, harten Krimi. Im Verlagstext steht: Rays Leben ist nicht besonders gut gelaufen. Vor zehn Jahren hatte er eine Frau, einen kleinen Sohn und eine Zukunft. Jetzt hat er nichts mehr. Auch nicht zu verlieren. Einen letzten Job für seinen Boss, einen Drogenbaron, muss er noch erledigen. In Coronado, einem Kaff in der Wüste von New Mexico, das schon bessere Tage gesehen hat. Aber zehn Jahre sind eine verdammt lange Zeit, die Spielregeln haben sich geändert. Als der Coup daneben geht, begreift Ray schnell, dass sein Leben auf Messers Schneide steht …

(c) List

(c) List

Weniger hart, aber umso komischer dürfte es in Eoin Colfers “Hinterher ist man noch immer tot” (28. Februar) zugehen. Dan McEvoy, der irische Gangster mit Haarimplantat, der schon in “Der Tod ist ein bleibender Schaden” auf die Leser losgelassen wurde, kehrt zurück.

Alles in allem ein wunderbares Menü, das die Vielfalt des Genres zeigt. Da ist für jeden etwas dabei.

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Spannendes zum Amerikanischen Bürgerkrieg

Steven Spielbergs “Lincoln” ist soeben in den Kinos angelaufen. Bei den Oscars zählt der Film zu den großen Favoriten. Über den Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) wurden in der Vergangenheit aber auch einige fesselnde Bücher geschrieben.

Besonders hervorzuheben ist hier Daniel Woodrells (“Winters Knochen”, “Der Tod von Sweet Mister”) “Zum Leben verdammt”, das übrigens auch von niemand geringerem als Regisseur Ang Lee unter dem Titel “Wer mit dem Teufel reitet” (1999) verfilmt wurde. Im Zentrum der Geschichte steht der junge Roedel, der im Bürgerkrieg in einer irregulären Einheit auf seiten der Konföderierten kämpft. Jake ist an Übergriffen gegen Zivilisten beteiligt. Als sein bester Freund stirbt, beginnt er zu zweifeln und desertiert…

Fans historischer Spannungsliteratur werden aber auch mit den erstmals auf Deutsch erscheinenden “Starbuck Chronicles” von Bernard Cornwell auf ihre Kosten kommen. Im Mai bringt Rowohlt Teil eins der Saga, “Starbuck. Der Rebell”, auf den Markt. Hier dreht sich alles um Nathaniel Starbuck, dem Sohn eines Pastors aus Boston, der die Südstaaten hasst. “Nach einem Skandal flieht Nate zu seinem Studienfreund Adam nach Virginia. Krieg liegt in der Luft, und beinahe lynchen die braven Bürger von Richmond Nate als Spion. Gerettet wird er von Adams Vater: Washington Faulconer ist reich, faszinierend und er stellt ein Regiment auf. Nate wird aus Bewunderung erst Offizier, dann Kriegsheld und am Ende zum erbitterten Feind seines Gönners”, heißt es im offiziellen Text des Verlages.

Wer fühlt sich da nicht an “Fackeln im Sturm” von John Jakes erinnert? In den 1980er Jahren kam man an diesen Büchern kaum vorbei, zumal Patrick Swayze als Orry Main eine ganze Nation vor den Fernseher fesselte. Kurz zur Erinnerung: Im Mittelpunkt stehen hier zwei Familien: der Industriellen-Clan der Hazards aus Pennsylvania und die Mains, Plantagenbesitzer und Sklavenhalter in South Carolina. Ihre Söhne begegnen sich auf der Militärakademie von West Point. Sie werden Freunde und sind wie Brüder zueinander. Doch der Krieg wird sie zu Feinden machen…

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