Tag Archives: Dagger Awards

Dagger Awards 2015: Preise für Michael Robotham und Karin Slaughter

(c) Goldmann

(c) Goldmann

Bereits Ende September sind die “CWA Dagger Awards” vergeben worden. Neben den Edgars sind die Daggers die wohl wichtigsten Preise für außergewöhnliche Kriminalliteratur. Spät aber doch liefere ich hier die beiden wichtigsten Preisträger nach. Die gute Nachricht: ein Preisträger-Buch ist bereits auf Deutsch erhältlich, ein weiteres ist demnächst verfügbar.

Als bester Kriminalroman des Jahres (“Gold Dagger”) wurde Michael Robothams Spannungsroman “Um Leben und Tod” ausgezeichnet. Robotham hat es damit auch auf die KrimiZeit-Bestenliste (Platz acht im Oktober) geschafft. Tja, nun bin ich natürlich noch einmal neugieriger geworden. Das Buch befindet sich bereits in meinem Besitz, aber momentan stehen so viel tolle Neuerscheinungen an, dass ich gar nicht sicher bin, ob ich tatsächlich demnächst zur Lektüre kommen werde.

Der Verlagstext: Audie Palmer hat zehn Jahre im Gefängnis verbracht wegen eines bewaffneten Raubüberfalls, bei dem vier Menschen starben und sieben Millionen Dollar verschwanden. Jeder glaubt, dass Audie weiß, wo das Geld ist. Deshalb wurde er nicht nur von seinen Mitinsassen bedroht, sondern auch von den Wärtern schikaniert. Und dann bricht Audie aus – nur wenige Stunden vor seiner Entlassung. Spätestens jetzt sind alle hinter ihm her, dabei will Audie nur ein Leben retten, und es ist nicht sein eigenes …

(c) Blanvalet

(c) Blanvalet

Zum besten Thriller des Jahres (“Steel Dagger”) wurde Karin Slaughters “Cop Town” gewählt (erscheint Anfang November). Slaughter ist ebenso unbekanntes Krimi-Terrain für mich wie Robotham. Auch hier wird es eigentlich Zeit, eine kriminalliterarische Wissensslücke zu schließen. Bislang war Slaughter im deutschsprachigen Raum für ihre Grant-County- und ihre Georgia-Serien, die mich ehrlich gesagt beide nicht gereizt haben, bekannt. “Cop Town” ist nun erstmals ein Stand-alone – und für mich vor allem auch deshalb interessant, weil es das amerikanische Gegenstück zu den ausgezeichneten Krimis des Briten William Shaw (“Abbey Road Murder Song”, “Kings of London”) sein könnte. Spielen Shaws Krimis in den 1960er Jahren, entführt uns Slaughter in die 1970er Jahre. Und in beiden Fällen dreht sich viel um die Rolle von Polizistinnen in einem noch stark männerdominierten Arbeitsumfeld.

Atlanta, 1974: Kate Murphy fürchtet, dass ihr erster Tag beim Police Department gleichzeitig ihr letzter sein könnte. Denn ein Killer terrorisiert die Stadt – seine Opfer sind ausschließlich Cops. Und als würde das nicht reichen, machen auch Kates männliche Kollegen ihr den Job zur Hölle: Eine weibliche Polizistin zählt in ihren Augen keinen Cent. Zum Glück ist Kate nicht allein. Auch ihre Partnerin Maggie Lawson spürt, wie die Stimmung unter den männlichen Kollegen kippt. Ihnen ist jedes Mittel recht, um den Killer zur Strecke zu bringen. Und plötzlich befindet sich Atlanta im Ausnahmezustand – denn die Cops beginnen eine brutale Menschenjagd und werden so gefährlich wie der Killer selbst.

Advertisements

Leave a comment

Filed under Awards

Dagger Awards 2014: Preise für Wiley Cash und Robert Harris

(c) Fischer

(c) Fischer

Die begehrten Dagger Awards, neben dem Edgar aus meiner Sicht die wichtigsten Krimipreise, sind vergeben! Der “Gold Dagger” für den besten Kriminalroman des Jahres geht heuer an Wiley Cash. Robert Harris wurde für den besten Thriller mit dem “Steel Dagger” geehrt und der mir noch unbekannte Ray Celestin erhielt den “New Blood Dagger” als bester Newcomer.

Die gute Nachricht: Sowohl “Schaut nicht zurück” von Wiley Cash als auch “Intrige” von Robert Harris sind bereits auf Deutsch erschienen.

Ich habe im Vorjahr Cashs Erstling “Fürchtet euch” gelesen und war recht angetan: “Cash erzählt ohne Hast, scheut jegliche Art von Gefühlsduselei und verleiht dem Buch dadurch ein hohes Maß an Authentizität. Eindrucksvoll zeigt er, wie knapp unter der Oberfläche das Grauen manchmal lauert und wie die unglückliche Verkettung kleiner Ereignisse zu großen Katastrophen führen kann.” Ich habe damals 7 von 10 Punkten vergeben. In “Schaut nicht zurück” entführt ein Vater seine zwei Töchter ohne zu bedenken, in welche Gefahr er seine Kinder dadurch bringt. Fest steht: Cash schreibt keine rasanten Pageturner, er ist ein behutsamer Erzähler. Ich bin gespannt, denn sein Buch steht schon seit längerem fix auf meiner Leseliste, nun rückt es noch eine Spur weiter vor.

(c) Heyne

(c) Heyne

Dass Robert Harris niveauvolle Thriller schreibt, weiß man eigentlich seit seinem ersten Welterfolg “Vaterland”. Zuletzt hat er mich mit “Angst” nicht ganz überzeugt, dennoch dürfte sich die Lektüre von “Intrige” auf alle Fälle lohnen. Harris erzählt darin die Dreyfus-Affäre nach und verschiebt darin den Blickwinkel. Meine Kollegin Duygu Özkan sprach von einem bemerkenswert gut choreografierten Buch. “Was das Buch nicht gestrig macht, ist das ewige Spiel um Macht und Kontrolle. Zudem schreibt Harris in der Gegenwartsform, ein raffinierter Griff, um die Affäre seinen Lesern so darzustellen, als passierte sie gerade.”

“The Axeman’s Jazz” spielt im New Orleans des Jahres 1919. In Celestins Krimi treibt ein Serienkiller sein Unwesen. Das Buch ist bislang nicht übersetzt.

1 Comment

Filed under Awards