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D.B. Blettenberg: Falken jagen

(c) Pendragon

Ehrlich, ich war ein wenig enttäuscht. Von dem zweimaligen Deutscher Krimipreis-Sieger D.B. Blettenberg hätte ich mir mehr erwartet. Nun ist “Falken jagen” kein schlechter Kriminalroman, aber aus meiner Sicht eben auch nur ein durchschnittlicher. Warum also wird dieser Autor mit Krimipreisen überhäuft? Da finde ich vor allem die deutschen Krimiautorinnen Monika Geier, Simone Buchholz und Zoë Beck im Vergleich viel frischer. Mir fehlt die handwerkliche Raffinesse: Die Schreibe ist etwas zu träge, die Handlung plätschert sehr konventionell vor sich hin, Spannung kommt dadurch eigentlich nicht auf. Es müssen ja nicht ständige Turns und Cliffhanger sein, aber ein wenig davon wäre nicht schlecht. Zumindest die Charaktere funktionieren einigermaßen und wirken glaubwürdig.

Das Positive: Blettenberg greift ein gern verdrängtes und vergessenes Kapitel deutscher Geschichte auf – die Verbrechen der Wehrmacht in Griechenland während des Zweiten Weltkrieges. Das tut der Autor auch sehr sensibel und für das Aufgreifen dieses Themas gebührt ihm Dank. Man soll gewisse Dinge nicht vergessen. Aber wie gesagt, so richtig auf die Reise mitnehmen konnte mich Blettenberg aus den oben erwähnten Gründen nicht. Auch der Bezug zum Massaker der US-Armee in der vietnamesischen Ortschaft My Lai war für mich nicht ganz nachvollziehbar.

Ich bin ein wenig ratlos, aber bei mir ist der Funke leider nicht übergesprungen. Ein Lob habe ich aber noch: Das Cover finde ich echt gelungen, weil es auch gut zum Inhalt passt.

4 von 10 Punkten

D.B. Blettenberg: “Falken jagen”, Pendragon Verlag, 384 Seiten.

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