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Krimis, die man 2015 lesen sollte (XI)

(c) rororo

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Da durchforste ich ständig im Internet alle möglichen Neuerscheinungslisten und dennoch ist der Weg ins Buchgeschäft manchmal einfach unabdingbar (gut so!). Bei “Auf kurze Distanz” (seit Anfang November erhältlich) war das der Fall. Ich hatte noch nie von diesem Krimi bzw. dem Autor gehört. Das Cover hat mich angesprochen und als ich dann den Rückentext gelesen habe, war ich sofort angefixt. Spontankauf. Jetzt muss ich es nur noch lesen.

Der Verlag schreibt:

Klaus Burck ist Polizist mit Leib und Seele. Als er wegen Unterschlagung von Beweismaterial verhaftet wird, bricht für ihn eine Welt zusammen. In der Zelle dann die Überraschung: Alles war fingiert, er soll verdeckt ermitteln. Im Wettmilieu, wo man den Ausgang von Sportereignissen manipuliert. Das milliardenschwere Geschäft wird von der Mafia kontrolliert. Organisierte Kriminalität – eine Welt mit eigenen Gesetzen. Es klingt ganz einfach: Burck wird in den Goric-Clan eingeschleust, soll das Vertrauen von Luka, dem Neffen des «Paten» gewinnen. Und die Aktivitäten des Clans torpedieren. Doch je tiefer er in diese fremde Welt eintaucht, desto mehr beginnt er zu zweifeln. Kann er die, denen er mittlerweile sein Leben verdankt, verraten?

Holger Karsten Schmidt ist ein erfolgreicher Drehbuchautor und hat sich für das brisante Thema seines ersten Kriminalromans von Experten unterstützen lassen. Auf kurze Distanz wird derzeit verfilmt und voraussichtlich Ende 2015 ausgestrahlt.

(c) Blanvalet

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Die erfolgreiche Krimiautorin Karin Slaughter hat mich bislang so gar nicht interessiert (schon allein diese Blumencover mit Blutspritzern haben mich abgeschreckt). Ihr Stand-alone “Cop Town” (seit 12. November im Handel) klingt für mich nun aber erstmals vielversprechend. Nachdem mich zuletzt “Kings of London”, William Shaws Zeitreise in das London der 1960er Jahre gefesselt hat, erwarte ich mir hier ähnliches – nur eben eine Zeitreise in das Atlanta der 1970er Jahre. Das Buch erhielt vor Kurzem den begehrten “Steel Dagger Award” als bester Thriller des Jahres.

Atlanta, 1974: Kate Murphy fürchtet, dass ihr erster Tag beim Police Department gleichzeitig ihr letzter sein könnte. Denn ein Killer terrorisiert die Stadt – seine Opfer sind ausschließlich Cops. Und als würde das nicht reichen, machen auch Kates männliche Kollegen ihr den Job zur Hölle: Eine weibliche Polizistin zählt in ihren Augen keinen Cent. Zum Glück ist Kate nicht allein. Auch ihre Partnerin Maggie Lawson spürt, wie die Stimmung unter den männlichen Kollegen kippt. Ihnen ist jedes Mittel recht, um den Killer zur Strecke zu bringen. Und plötzlich befindet sich Atlanta im Ausnahmezustand – denn die Cops beginnen eine brutale Menschenjagd und werden so gefährlich wie der Killer selbst.

(c) Polar

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Wieder einmal Mexiko. Vor drei Jahren habe ich Hawkens Kriminalroman “Die Frauen von Juarez” gelesen, der sich ebenfalls mit dem von den Drogenkämpfen erschütterten Mexiko beschäftigt. Im Zentrum dieses Romans standen die spurlos verschwundenen Frauen von Juarez. Diesmal verwebt er drei Schicksale aus der Grenzregion zu einer Geschichte. Ich bin schon sehr gespannt auf “Kojoten”, das seit November erhältlich ist. Wer “Die Verbrannten” (momentan auf Platz 3 der KrimiZeit-Bestenliste) von Antonio Ortuno mag, wird wohl auch an diesem Buch nicht vorbeikommen.

Mehr als 11 Millionen illegale Einwanderer leben und arbeiten in den USA. Die meisten passieren die Grenze über Mexiko. In der heißen Einöde von Texas verbindet Sam Hawken drei Schicksale miteinander. Das der Texas Rangerin Ana Torres, die in der Nähe der Grenzstadt Presidio während einer Kontrolle die Leiche eines Mexikaners findet. Das des ehemaligen Kojoten Luis Gonzales, der früher Einwanderer in die USA schmuggelte und dessen freiwilliger Rückzug als Ladenbesitzer endet, als der Coyote-Boss Ángel Luis‘ erneut seine Dienste in Anspruch nehmen will. Und das der jungen Marisol Herrera, die von El Salvador aufbricht, um ihren Traum zu verwirklichen, in die USA auszuwandern. Hawken beschreibt das eindrucksvolle Porträt einer Grenzregion, in der Menschen spurlos auf der Suche nach dem Glück verschwinden. Mitten im Niemandsland, in dem ein Menschenleben nichts bedeutet.

(c) Heyne

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Der deutsche Autor Jacques Berndorf fehlt mir auch noch auf meiner “Gelesen”-Liste. Ich habe weder seine hoch gelobten Eiffelkrimis noch die BND-Romane gelesen. “Lockvogel” (seit 23. November) scheint gerade nach den tragischen Ereignissen in Paris hochaktuell zu sein, zumal es darin auch um die Rekrutierung von gewaltbereiten Jugendlichen in Europa durch Islamisten geht.

Als die CIA einen wichtigen BND-Informanten angreift und dessen Familie gefangen setzt, schickt der BND seinen besten Mann, Karl Müller, zu einem hochbrisanten Solo in den Jemen. Müllers Freundin und Kollegin Svenja Takamoto ist zeitgleich einer ganz neuen terroristischen Bedrohung auf der Spur. Ein reicher Ölhändler aus Hamburg zieht als Lockvogel durchs Land: Er schart desillusionierte junge Deutsche um sich, lädt sie ein nach Mallorca – doch von dort geht es plötzlich weiter nach Karatschi. Könnte das Ziel der Gruppe ein Terrorcamp sein? Svenja verfolgt die mutmaßlichen Terroristen in spe unter größten Gefahren bis ins pakistanische Stammesgebiet. Wo der Bruderdienst aus den USA natürlich auch schon wieder verdeckt operiert . . .

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Dagger Awards 2015: Preise für Michael Robotham und Karin Slaughter

(c) Goldmann

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Bereits Ende September sind die “CWA Dagger Awards” vergeben worden. Neben den Edgars sind die Daggers die wohl wichtigsten Preise für außergewöhnliche Kriminalliteratur. Spät aber doch liefere ich hier die beiden wichtigsten Preisträger nach. Die gute Nachricht: ein Preisträger-Buch ist bereits auf Deutsch erhältlich, ein weiteres ist demnächst verfügbar.

Als bester Kriminalroman des Jahres (“Gold Dagger”) wurde Michael Robothams Spannungsroman “Um Leben und Tod” ausgezeichnet. Robotham hat es damit auch auf die KrimiZeit-Bestenliste (Platz acht im Oktober) geschafft. Tja, nun bin ich natürlich noch einmal neugieriger geworden. Das Buch befindet sich bereits in meinem Besitz, aber momentan stehen so viel tolle Neuerscheinungen an, dass ich gar nicht sicher bin, ob ich tatsächlich demnächst zur Lektüre kommen werde.

Der Verlagstext: Audie Palmer hat zehn Jahre im Gefängnis verbracht wegen eines bewaffneten Raubüberfalls, bei dem vier Menschen starben und sieben Millionen Dollar verschwanden. Jeder glaubt, dass Audie weiß, wo das Geld ist. Deshalb wurde er nicht nur von seinen Mitinsassen bedroht, sondern auch von den Wärtern schikaniert. Und dann bricht Audie aus – nur wenige Stunden vor seiner Entlassung. Spätestens jetzt sind alle hinter ihm her, dabei will Audie nur ein Leben retten, und es ist nicht sein eigenes …

(c) Blanvalet

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Zum besten Thriller des Jahres (“Steel Dagger”) wurde Karin Slaughters “Cop Town” gewählt (erscheint Anfang November). Slaughter ist ebenso unbekanntes Krimi-Terrain für mich wie Robotham. Auch hier wird es eigentlich Zeit, eine kriminalliterarische Wissensslücke zu schließen. Bislang war Slaughter im deutschsprachigen Raum für ihre Grant-County- und ihre Georgia-Serien, die mich ehrlich gesagt beide nicht gereizt haben, bekannt. “Cop Town” ist nun erstmals ein Stand-alone – und für mich vor allem auch deshalb interessant, weil es das amerikanische Gegenstück zu den ausgezeichneten Krimis des Briten William Shaw (“Abbey Road Murder Song”, “Kings of London”) sein könnte. Spielen Shaws Krimis in den 1960er Jahren, entführt uns Slaughter in die 1970er Jahre. Und in beiden Fällen dreht sich viel um die Rolle von Polizistinnen in einem noch stark männerdominierten Arbeitsumfeld.

Atlanta, 1974: Kate Murphy fürchtet, dass ihr erster Tag beim Police Department gleichzeitig ihr letzter sein könnte. Denn ein Killer terrorisiert die Stadt – seine Opfer sind ausschließlich Cops. Und als würde das nicht reichen, machen auch Kates männliche Kollegen ihr den Job zur Hölle: Eine weibliche Polizistin zählt in ihren Augen keinen Cent. Zum Glück ist Kate nicht allein. Auch ihre Partnerin Maggie Lawson spürt, wie die Stimmung unter den männlichen Kollegen kippt. Ihnen ist jedes Mittel recht, um den Killer zur Strecke zu bringen. Und plötzlich befindet sich Atlanta im Ausnahmezustand – denn die Cops beginnen eine brutale Menschenjagd und werden so gefährlich wie der Killer selbst.

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