Tag Archives: Blut Salz Wasser

Krimis, die man 2018 lesen sollte (VII)

(c) Ariadne

Val McDermid bezeichnet Denise Mina als die “ungekrönte Königin des schottischen Thrillers”. Mich hat die Autorin mit ihrem Alex-Morrow-Roman “Das Vergessen” jedenfalls überzeugt. Nun ist “Blut Salz Wasser” erschienen. Pflichtlektüre, würde ich sagen.

Das schreibt der Verlag: Iain Fraser stammt aus Helensburgh. War lange weg, eine Haftstrafe absitzen. Jetzt ist er zurück. Und muss tun, was sein Boss von ihm erwartet, egal wie, egal was. Aber eine arglose Frau zu töten ist verdammt finster. Das wird Iain nicht mehr los. Inzwischen steht Detective Inspector Alex Morrow vor einem Rätsel. Die von der Polizei überwachte Roxanna Fuentecilla ist verschwunden – sehr peinlich, zumal die Spanierin in einen Fall von Wirtschaftskriminalität verwickelt ist, der dem frisch verschlankten Budget der zuständigen Ermittlungsabteilung helfen sollte. Die Leiche, die im Loch Lomond treibt, ist jedoch nicht die der Gesuchten. Morrow hat also zusätzlich einen Mordfall am Hals. Und der führt sie nach Helensburgh …

(c) Rowohlt Polaris

Jane Harper hat mit ihrem Debüt “The Dry” (Achtung: die Taschenbuchausgabe heißt nun “Hitze”) gleich den “Gold Dagger Award” gewonnen. Nun legt sie mit “Ins Dunkel” also nach. Hier meine Meinung dazu.

Grausamer als die Natur ist nur der Mensch: Fünf Frauen unternehmen eine Wanderung durch den australischen Busch, organisiert von ihrer Firma, ausgerüstet nur mit Kompass und Landkarte. Tage später kommen nur vier von ihnen zurück. Aaron Falk, Ermittler der australischen Polizei, muss die vermisste Alice Russell unbedingt finden. Sie ist seine Informantin bei einem Unternehmen, das unter dem Verdacht der Geldwäsche steht. Alice kennt nicht nur die Machenschaften der Firma, sondern auch die dunklen Geheimnisse ihrer Kolleginnen, mit denen sie unterwegs war. Die Wildnis ist unerbittlich, lange wird Alice hier nicht überleben. Doch die wahre Gefahr droht von ganz anderer Seite ...

(c) Rowohlt Polaris

Wenn ich ehrlich bin, bei diesem Buch bin ich skeptisch. Natürlich sind Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit nicht wegzudiskutieren. Mir erscheint das Szenario (“Die meisten Deutschen mit fremden Wurzeln befinden sich in Übergangslagern”) des Buches aber als übertrieben. Die Vorgänger “Die Mauer” und “Illegal” haben mich zudem nicht wirklich überzeugt.

Die EU gibt es nicht mehr. Überall in Europa haben Nationalisten und Fremdenfeinde das Sagen. Leute ohne deutschen Pass werden aus ihren Wohnungen abgeholt, Staatsbürgerschaften aufgekündigt. Die meisten Deutschen mit fremden Wurzeln befinden sich in Übergangslagern, sie hoffen auf eine internationale Lösung, ein Abkommen mit einem Land, das sie aufnehmen wird. Doch auch die korruptesten Regimes weigern sich. Zu schlecht integrierbar, heißt es. Was sie meinen ist: zu viel aufrührerisches Potential. In Finsterwalde, einer geräumten Provinzstadt, hat man Tausende Schwarze kaserniert. Unter ihnen Marie mit ihren beiden Kindern. Die Versorgung ist spärlich, die Grenzzäune sind streng bewacht, Strukturen müssen erst noch geschaffen werden. Die Devise heißt Überleben. Da geht das Gerücht, in Berlin seien drei schwarze Kinder zurückgeblieben, vergessen von allen. Marie beschließt, einen Weg aus dem Lager zu finden, um die drei vor dem sicheren Tod zu retten.

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Krimi-Bestenliste Juli: Ein Abgleich

(c) Ariadne

Die Krimi-Bestenliste im Juli hat relativ wenig Veränderungen gebracht. Denise Minas “Blut Salz Wasser” hat den Spitzenplatz gehalten. Eine weiterer Anreiz, dieses Buch zu lesen. Dahinter folgt mit Dominique Manottis “Kesseltreiben” gleich ein weiteres Buch aus der Ariadne-Reihe. Und auf Platz vier kommt dann mit Joyce Carol Oates (“Pik-Bube”) die dritte Frau unter den ersten vier Rängen.

Soweit so gut. Dann folgen zwei vielversprechende Neuerscheinungen, ehe Aidan Truhens “Fuck You Very Much” auf Platz sieben folgt. Meine Enttäuschung darüber habe ich hier schon kundgetan. Daher bin ich mir auch nicht so sicher, ob “Shootout” wirklich mein Fall wäre.

Lisa McInerneys “Glorreiche Ketzereien” war bisher nicht auf meinem Radar. Ich bin mir aber auch nicht ganz sicher, ob das so ganz mein Fall ist, obwohl das schon charmant klingt.

Die Liste im Überblick:

1. Denise Mina: Blut Salz Wasser (1)
2. Dominique Manotti: Kesseltreiben (6)
3. Dan Chaon: Der Wille zum Bösen (2)
4. Joyce Carol Oates: Pik-Bube (9)
5. Dietrich Kalteis: Shootout (-)
6. Tom Bouman: Im Morgengrauen (-)
7. Aidan Truhen: Fuck You Very Much (3)
8. Philip Kerr: Kalter Frieden (8)
9. Douglas E. Winter: Run (4)
10. Lisa McInerney: Glorreiche Ketzereien (-)

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Krimi-Bestenliste Juni: Ein Abgleich

(c) Ariadne

Spät, aber doch serviere ich die aktuelle Krimi-Bestenliste für den Monat Juni. Denise Mina hat mit “Blut Salz Wasser” tatsächlich den Sprung an die Spitze geschafft. scheint Pflichtlektüre zu sein. Seit “Das Vergessen” bin ich ein Fan der Autorin und möchte daher auch das neueste Werk unbedingt lesen.

Über Dan Chaons “Der Wille zum Bösen” hört man teilweise hymnische Kritiken. Aber mich schreckt dieses Serienmöder-Element schon sehr massiv ab. Aidan Truhens “Fuck You Very Much” und Douglas E. Winters “Run” wiederum klingen nach der idealen Urlaubslektüre.

Fein, dass der kürzlich verstorbene Philip Kerr erneut in der Liste auftaucht, ich werde aber wohl trotzdem auf einen späteren Band der Bernie-Gunther-Serie warten. “Kalter Frieden” spricht mich thematisch nicht so ganz an.

Hideo Yokoyamas “64” ist somit das einzige Buch der Liste, das ich bisher gelesen habe.

Die Liste im Überblick:

1. Denise Mina: Blut Salz Wasser (2)
2. Dan Chaon: Der Wille zum Bösen (-)
3. Aidan Truhen: Fuck You Very Much (4)
4. Douglas E. Winter: Run (-)
5. Graeme Macrae Burnet: Der Unfall auf der A 35 (10)
6. Dominique Manotti: Kesseltreiben (-)
7. Hideo Yokoyama: 64 (1)
8. Philip Kerr: Kalter Frieden (9)
9. Joyce Carol Oakes: Pik-Bube (-)
10. Friedemann Hahn: Foresta Nera (-)

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