Tag Archives: Beste Krimis

Meine Lieblingskrimis 2017

Es ist eine meiner liebsten Beschäftigungen im neuen Jahr. Darüber zu grübeln, welche Krimis im Vorjahr bei mir die meisten Spuren hinterlassen haben. Hier mein Ergebnis:

(c) Rororo

Platz 10: Bios

Ich habe von Daniel Suarez bereits einen dystopischen, in der Zukunft spielenden Thriller (“Darknet”) gelesen, die mich zwar fasziniert, aber gleichzeitig – vor allem erzählerisch – nicht ganz überzeugt haben. Ich wollte daher eigentlich die Finger von ihm lassen. Tja, erzählerisch hat der Autor immer noch einige Luft nach oben. Aber die im Jahr 2045 spielende Geschichte rund um Kenneth Durand hat mich so richtig gefesselt.

Gen-Kriminalität ist zu einem großen globalen Problem geworden. Interpol-Agent Durand ist auf der Jagd nach dem Verbrecherboss Marcus Demang Wyckes. Bis er eines Tages im Körper seines Feindes aufwacht. Er hat die DNA des Mannes, den er jagt. Wie ist das möglich?

Es ist ein teilweise erschreckendes Zukunftsszenario mit dem Suarez da aufwartet. Und so weit ist das Jahr 2045 nun auch wieder nicht. Vieles, was er in seinem Buch beschreibt, ist bis dahin vermutlich schon möglich.

(c) Löcker

Platz 9: Langer Marsch

Clementine Skorpil schreibt meiner Meinung nach die besten China-Krimis aus nicht-chinesischer Feder. Vermutlich auch deshalb, weil es ihr ausgezeichnet gelingt, eine nicht-westliche Sicht auf die Dinge zu vermitteln. Ich lasse mich unheimlich gern von ihr in die mittlerweile vertraute Welt rund um ihre einprägsamen Figuren entführen.

Diesmal wagt sie sich an den Schlüsselmythos der chinesischen Kommunistischen Partei, den Langen Marsch. Diesen Todesmarsch überlebten von 80.000 Soldaten nur rund 8000. Die österreichische Autorin erzählt aber vor allem von den kleinen Menschen und ihrer Not. Ihre große Kunst ist es, durch kleine Geschichten die große Geschichte begreifbar zu machen.

Wer Skorpil noch nicht kennt, sollte das unbedingt ändern. Hier taucht man in eine unbekannte Welt ein, in die man sonst niemals vordringen könnte (ähnlich wie bei Suarez). Was kann Kriminalliteratur besseres tun?

(c) Suhrkamp

Platz 8: Crimson Lake

“Hades” von Candice Fox war meine persönliche Krimi-Enttäuschung des Vorjahrs. Ich konnte den Hype nicht nachvollziehen. Ich habe daher nach der Lektüre beschlossen, die beiden folgenden Bände der Trilogie nicht zu lesen. Da ich sehr selten zu solchen Schlüssen komme, habe ich entschieden, der Autorin noch eine Chance zu geben. Mit “Crimson Lake”, dem Auftakt zu einer neuen Reihe, habe ich es nun also getan. Zum Glück.

Fox hat mich nun wirklich überrascht, um nicht zu sagen: umgehauen. Ihr Buch ist einfach die pure Krimi-Unterhaltung. Nicht besonders realistisch, aber wunderbar abgefahren: Mit einer Mörderin und einem Pädophilen (wenn man dem Volkszorn glauben kann) als ermittelnde Hauptfiguren. So etwas Schräges liest man doch selten.

Wider Erwarten hat sich Fox aber als durchaus sensible Erzählerin entpuppt. Sensibel und schräg zugleich: Das ist schon eine besondere Mischung.

(c) Suhrkamp Nova

Platz 7: Beton Rouge

Vieles ist ungewöhnlich im Universum der Hamburger Staatsanwältin Chastity Riley, die es diesmal mit einem besonderen Fall zu tun bekommt: Vor einem Verlagsgebäude steht eines Morgens ein Käfig. Darin liegt nackt, misshandelt und betäubt ein Manager des Verlags. Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ist gewiss. Nur so viel sei verraten: Es wird nicht der letzte Käfig sein.

Der Autorin gelingt es immer wieder auf faszinierende Weise, gesellschaftliche Phänomene aufzugreifen und dann mit einer wilden, eigenwilligen, ausufernden Geschichte zu vermischen. Ihre Bücher leben vor allem von dem nicht immer ganz verständlichen, oft widersprüchlichen und daher sehr authentischen Innenleben der Hauptfigur. Chastity Riley ist eine völlig unangepasste, eigenwillige Frau, die sich in keine der üblichen Schubladen einordnen lässt.

Das Cover von “Beton Rouge” zählt für mich zu einem der besten des heurigen Krimijahres. Sehr stimmungsvoll. Auch in Kombination mit dem ungewöhnlichen Titel.

(c) Limes Verlag

Platz 6: Der zweite Reiter

Wien im Jahr 1919. Polizeiagent August Emmerich hat es ohnehin nicht leicht: Nicht nur muss er mit den Folgen einer schweren Kriegsverletzung kämpfen, gleichzeitig muss er diese im Polizeidienst auch verheimlichen, weshalb er zu Schmerzmitteln aller Art (auch Heroin) greift. Und auch sein privates Glück löst sich plötzlich in Luft auf.

Es sind die alltäglichen Kleinigkeiten, die in “Der zweite Reiter” neben einer spannenden Geschichte für hohe Authentizität sorgen: Ob es nun die geheizten, strombetriebenen Straßenbahnen sind, in die sich die Wiener an kalten Wintertagen flüchten oder jene Kleinkriminellen, die günstige Schiffsreisen ins paradiesische Exil versprechen, um sich daran zu bereichern. Man saugt Seite für Seite neues historisches Wissen auf.

Zudem zeichnet Alex Beer ihre Figuren sehr fein, mit viel Sympathie. Am besten hat mir definitiv der letzte Satz im Buch gefallen: “Diese Geschichte war noch nicht vorüber.” Tatsächlich erscheint im Mai 2018 “Die rote Frau”, der zweite Teil der Serie. Gut so!

(c) Suhrkamp

Platz 5: Vagabond

Über den britischen Thrillerautor Gerald Seymour gäbe es unendlich viel zu sagen. Er trägt eine große Mitschuld daran, dass ich vom Krimifieber infiziert wurde. Ich habe in den 1990er Jahren fast alle seine politischen Thriller (u.a. “Heimkehr in den Tod”, “Aus nächster Nähe”, “Tod der Schmetterlinge”) gelesen. Später habe ich dann auch “Holding the Zero” und “A Line in the Sand” (für mich einer der besten Kriminalromane überhaupt) im Original verschlungen. Absolut unverständlich ist für mich daher, dass seine Bücher seit mehr als 15 Jahren nicht mehr ins Deutsche übersetzt wurden.

“Vagabond” ist sehr repräsentativ für Seymours Werk. Er läuft darin wieder zu Höchstform auf und erzählt die Geschichte des Nordirland-Konfliks besser als das jeder Sachbuchautor könnte. Aus vielen Perspektiven macht er klar, dass es im weltweiten Spiel der Geheimdienste eigentlich nur Verlierer gibt. Alle Beteiligten sind nur kleine Rädchen im System.

(c) Zsolnay

Platz 4: Moorbruch

Peter May hat mit “Moorbruch” einen wunderbarer Kriminalroman geschrieben, der von lebensechten Charakteren, kargen Landschaften und einer außergewöhnlichen Handlung mit zahlreichen Wendungen lebt. May ist ein begnadeter Erzähler, das spürt man schon nach wenigen Seiten. Hat er einen einmal gepackt, lässt er einen auch nicht mehr los.

Worum es geht? 17 Jahre sind vergangen, seit Roddy Mackenzie verschwunden ist. Doch ein Moorbruch fördert das Wrack von Mackenzies Flugzeug zu Tage. Ex-Polizist Fin Macleod (um den sich die Serie dreht), der Mackenzie einst kannte, beginnt zu ermitteln. Dabei verwebt der Autor gekonnt teilweise zwei Jahrzehnte zurückliegende Ereignisse mit aktuellen Geschehnissen. Er entschlüsselt überzeugend ein in der Vergangenheit liegendes Geheimnis.

Die Hauptfigur des Fin Macleod bleibt über die Lektüre hinaus haften. Es ist seine Menschlichkeit, die ihn auszeichnet.

(c) Suhrkamp

Platz 3: Die Ratten von Perth

David Whish-Wilsons “Die Ratten von Perth”, Auftakt zu einer Trilogie, kann man durchaus als Gegenthese zu den wilden, schrägen Thrillern von Candice Fox (Platz 8) betrachten.

Die Geschichte spielt im Perth des Jahres 1975. Die Chefin eines Luxusbordells ist ermordet worden. Offenbar will niemand so genau wissen, was passiert ist, denn alle Ermittlungen verlaufen im Nichts. Bloß Superintendent Frank Swann will das nicht akzeptieren.

Der Autor ist ein nüchterner Erzähler. Sein Buch ist das einfühlsame Porträt eines unbeugsamen, einsamen Aufrechten, der gegen ein allgegenwärtiges korruptes System ankämpft. Ich mochte den unaufgeregten, realistischen Stil des Autors sehr und freue mich bereits auf Teil 2, “Die Gruben von Perth”, der im August 2018 erscheinen wird.

(c) Ariadne Kriminalroman

Platz 2: Alles so hell da vorn

Monika Geier ist eine großartige, vielschichtige Erzählerin, die mit einem ausgeprägten Gespür für Details viel über unsere Welt zu sagen hat. Sie formuliert pointiert und zeichnet ihre Charaktere sehr feinfühlig. Wie die Kriminalkommissarin Bettina Boll ihren Job und die beiden Kinder oft mehr schlecht als recht unter einen Hut bringt, liest sich sehr authentisch.

Man darf sich bei “Alles so hell da vorn” aber nicht täuschen lassen, die heitere Erzählweise kippt nie ins Gemütliche – dazu ist das Hauptthema der Kinderprostitution zu schwerwiegend: Ausgerechnet in einem Vorstadtbordell wird Bolls ehemaliger Kollege Ackermann von einer jungen Prostituierten erschossen. Als die Täterin kurz darauf in einer Schule eine weitere Bluttat begeht, wird alles immer rätselhafter.

Geier schafft es immer wieder zu überraschen. Ihre Figur Boll hat einiges zu durchleben, Wendungen gibt es bis zum Schluss.

(c) Penguin

Platz 1: Die Treibjagd

Antonin Varenne seziert erbarmungslos die Strukturen kleinstädtischen Lebens, ohne dieses zu verdammen. Mit viel Feingefühl für seine Figuren und einem scharfen Blick für Details liefert er für mich den besten Kriminalroman des Jahres 2017.

Varenne erzählt in seinem Krimi Die Treibjagd” nüchtern eine aus der Zeit gefallene Geschichte mit einem einsamen Helden – und viel, viel Wald. Man könnte es auch einen Western in Frankreich nennen. Statt Indianern ziehen Sinti, die im Ort ebenso angefeindet werden wie Umweltschützer, durch die Landschaft. Wenig verwunderlich spielt die eigentliche Hauptrolle der Schauplatz: R., ein Ort im Zentralmassiv. Seit Generationen kämpfen dort zwei einflussreiche Familien um die Herrschaft. Über die Jahre haben sie alle kleinen Bauernhöfe aufgekauft, die Gegend mehr oder weniger zweigeteilt. Bloß Revierjäger Remi Parrot, der seit einem Unfall entstellt ist, lässt sich von keiner Seite vereinnahmen. Er ist der einsame Held, wie man ihn eben aus amerikanischen Western kennt – mit ganz eigenem Moralkodex.

Der Autor hat damit einfach meinen Nerv getroffen, er hat mich von Beginn an auf die Reise mitgenommen.

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KrimiZeit-Jahresbestenliste 2016: Ein Abgleich

(c) Unionsverlag

(c) Unionsverlag

Seit einer Woche ist die KrimiZeit-Jahresbestenliste 2016 da. Meine davon gelesenen Bücher können sich sehen lassen: Über den Sieger “Bitter Wash Road” habe ich hier genauso geschrieben wie über das zweitplatzierte “Blaue Nacht” und auch das drittplatzierte intensive Krimi-Kurzstück “Die Mauer”.

Tja, und in der Lektüre des viertplatzierten Buchs “Miss Terry” stecke ich momentan. Schon allein diese vier Krimis zeigen, wie vielseitig das Genre ist. Von Malla Nunn habe ich übrigens soeben das “falsche” Buch fertiggelesen: “Zeit der Finsternis” befindet sich zwar auf der aktuellen Dezember-Liste auf Platz drei, aber für die Jahresliste hat es nicht gereicht, dort ist eben das im Frühjahr erschienene “Tal des Schweigens” zu finden.

Was sagt mir die Liste sonst: Südafrika bleibt ein Hotspot und mit Nunn bin ich erstmals auch dorthin vorgedrungen – wohl nicht zum letzten Mal. Auch Australien scheint auf der Krimi-Landkarte fix verankert. Ich hoffe 2017 ja auf das Erscheinen von Dishers angekündigten Krimi “Hitze”, der bei Pulpmaster erscheinen könnte. Aber wer den von mir hoch geschätzten Kleinstverlag kennt, weiß, dass daraus auch 2018 werden könnte. Egal, die Vorfreude ist groß.

Und in ein paar Tagen gibt es hier meine persönliche Bestenliste für das Jahr 2016. Lasst euch überraschen, denn die Überschneidungen sind nicht so groß.

Die Liste im Überblick:

1 Garry Disher: Bitter Wash Road
2 Simone Buchholz: Blaue Nacht
3 Max Annas: Die Mauer
4 Liza Cody: Miss Terry
5 Franz Dobler: Ein Schlag ins Gesicht
6 Giancarlo De Cataldo/Carlo Bonini: Die Nacht von Rom
7 Andreas Pflüger: Endgültig
8 James Grady: Die letzten Tage des Condor
9 Dominique Manotti: Schwarzes Gold
10 Malla Nunn: Tal des Schweigens

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KrimiZeit-Jahresbestenliste 2015: Ein Abgleich

(c) Ariadne Kriminalroman

(c) Ariadne Kriminalroman

Die Jahresbestenliste der KrimiZeit ist für mich jedes Jahr ein großes Highlight. Natürlich schaffe ich es nie, alle Bücher dieser Liste zu lesen, dafür reicht einfach die Zeit nicht, aber dennoch bin ich immer wieder gespannt, wie groß die Übereinstimmungen am Ende des Jahres sind.

Nun ja, drei der Krimis befinden sich auch auf meiner persönlichen Bestenliste des Jahres 2015. Ohne meine persönliche Reihung, die noch nicht hundertprozentig feststeht, vorwegzunehmen: Es handelt sich dabei um “Havarie”, “Die Verbrannten” und “Die Unantastbaren”.

Zudem habe ich von der Liste Friedrich Anis “Der namenlose Tag” gelesen, das ich ebenfalls großartig fand. Dennoch hat es das Buch nicht auf meine persönliche Liste geschafft hat. Dort finden sich eben auch Bücher, die mir am meisten Spaß gemacht haben – es ist ja eben meine sehr persönliche Liste.

Von Autor James Lee Burke habe ich mit “Sturm über New Orleans” ein anderes Buch auf der Liste. Von William McIlvanneys “Laidlaw”-Trilogie habe ich erst Teil zwei, “Die Suche nach Tony Veitch”, gelesen. “Fremde Treue” steht demnächst am Programm.

Mein Fazit also: Ich habe vier der 10 Krimis gelesen, aber immerhin sechs von in der Liste angeführten Autoren.

Die Liste im Überblick:

  1. Merle Kröger: “Havarie” (Ariadne bei Argument, 256 S., 15 Euro)
  2. Friedrich Ani: “Der namenlose Tag” (Suhrkamp, 302 S., 19,95 Euro)
  3. Fred Vargas: “Das barmherzige Fallbeil” (Limes, 512 S., 19,99 Euro)
  4. James Lee Burke: “Glut und Asche” (Heyne, 696 S., 17,99 Euro)
  5. William McIlvanney: “Fremde Treue” (Kunstmann, 352 S., 19,95 Euro)
  6. Antonio Ortuño: “Die Verbrannten” (Kunstmann, 256 S., 19,95 Euro)
  7. Carol O’Connell: “Kreidemädchen” (btb, 541 S., 9,99 Euro)
  8. Richard Price: “Die Unantastbaren” (S. Fischer, 432 S., 24,99 Euro)
  9. Jeong Yu-jeong: “Sieben Jahre Nacht” (Unionsverlag, 524 S., 19,95 Euro)
  10. James Ellroy: “Perfidia” (Ullstein, 956 S., 25 Euro)

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13 Krimis, die ich heuer auch noch lesen wollte

Ich habe heuer bisher immerhin 38 Krimis hier auf crimenoir besprochen, Buch Nummer 39 und 40 folgen noch vor Silvester. Ich glaube, ich habe noch nie zuvor so viele Bücher in einem Jahr gelesen. Auch die folgenden Krimis wollte ich heuer unbedingt lesen, doch ich habe es einfach nicht geschafft.

Ich verweise daher hier auf Rezensionen meiner Lieblings-Blogs und -Krimiseiten:

(c) liebeskind

(c) liebeskind

James Carlos Blake: “Das Böse im Blut”

“Das Böse im Blut” ist derartig finster, dass dagegen selbst die Fernsehserie “Deadwood”, die vor knapp zehn Jahren so manches Westernklischee auf seinen gewalttätigen Kern zurückführte, so harmlos wirkt wie “Bonanza”, schreibt Krimi-Welt-Blogger Marcus Müntefering auf “Spiegel Online”. “In “Das Böse im Blut”, das von US-Kritikern mit Cormac McCarthys Meisterwerk “Die Abendröte im Westen” auf eine Stufe gestellt wird, erzählt Blake die Besiedelung des amerikanischen Westens als Blutbad.”

(c) Zsolnay

(c) Zsolnay

Dror Mishani: “Vermisst”

“So hat es Avraham in seiner Industrievorstadt mit “Bagatelldelikten zu tun, über die niemand etwas lesen möchte”. Trotzdem gelingt es Mishrani, gewissermaßen vom untersten denkbaren Ausgangspunkt startend, aus dem unspektakulären Fall des vermissten Ofer Sharabi eine spannende, hintergründige Geschichte zu machen”, schreibt Tobias Gohlis in der “Zeit”.

(c) Droemer

(c) Droemer

Friedrich Ani: “M”

“Erst durch „M“ habe ich gemerkt, wie sehr ich Tabor Süden eigentlich vermisst habe. Und plötzlich ist es doch kein so großer Mist mehr für mich, dass ich noch ein paar Bände nachzuholen habe. Tabor, wir lesen uns ganz, ganz bald wieder!”, schreibt Nicole in ihrem Blog “My Crime Time”. Sie lobt Anis “höchst eigene poetische Sprache: schnörkellos, unaufgeregt und sehr, sehr genau.”

(c) Scherz

(c) Scherz

Gillian Flynn: “Gone Girl”

“Vorneweg eine Warnung: in diesem Buch, ist nichts wie es scheint!” heißt es bei “bookwives”. Und die Autorin gibt zu, gewisse Startprobleme beim Lesen gehabt zu haben. “Die Autorin hat hier eine wirklich perfide Geschichte gestrickt. Der Plot ist unglaublich. Dazu hat sie sehr vielschichtige Charaktere erschaffen, die wir als Leser sehr tief kennen lernen. Um es in einem Wort auszudrücken: krass.”

(c) Suhrkamp

(c) Suhrkamp

Don Winslow: “Manhattan”

“Zu diesem Buch möchte man die Jazz-Songs hören, die so häufig genannt werden, und anschließend noch einmal einige Beat-Poeten lesen. „Manhattan“ ist ein eleganter und altmodischer Thriller mit wohl komponierten Sätzen – und ein großes Vergnügen”, schreibt Sonja in ihrem Blog “zeilenkino”. Und auch Nicole (“My Crime Time”) empfiehlt dazu: “Leute, kramt eure Jazz- und Beat-Platten raus, wenn ihr diesen Krimi lest!”

(c) Dumont

(c) Dumont

James Sallis: “Stiller Zorn”

“Das ist, wie immer bei James Sallis, der auch Dichter und Musiker ist, poetisch geschrieben, erinnert von seiner Konstruktion und Erzählweise eher an ein Musikstück mit musikalischen Verweisen, Call-and-Response-Strukturen und refrainartig wiederauftauchenden Themen, als an einen traditionellen Privatdetektivroman, in dem der Detektiv zielstrebig den Fall aufklärt. Wie sagt man so schön: Lesebefehl!”, steht bei “kriminalakte” zu lesen.

(c) Pulp Masters

(c) Pulp Masters

Dave Zeltserman: “Paria”

“Zeltserman ist so raffiniert, uns Lesern ganz allmählich den Teppich unter den Füßen wegzuziehen”, schwärmt Thomas Klingenmaier in seiner Kolumne “Killer & Co.”. Zeltserman “stellt offen genau das in Frage, was er selbst bravourös betreibt, die Verwandlung des Kriminellen in Gruselkitzel. Wer „Paria“ liest, kann nicht einfach fasziniert wegschmökern, sondern muss zu seiner eigenen Antwort finden, warum er das eigentlich tut.”

(c) C. Bertelsmann

(c) C. Bertelsmann

Stephen Dobyns: “Das Fest der Schlangen”

“Hör auf!” ist das letzte Wort im Buch. Pure Leserprovokation. Dieser Stephen Dobyns weiß, dass – der Ankündigung zum Trotz, alles werde bald enden – niemand aufhören will, weiterzulesen, und doch ist Schluss”, schreibt Tobias Gohlis in seinem Blog “recoil”. “”Das Fest der Schlangen” ist ein Erzählfest,  festlich übersetzt von Rainer Schmidt.”

(c) KiWi

(c) KiWi

Megan Abbott: “Das Ende der Unschuld”

“«Das Ende der Unschuld» ist ein Psychodrama mit mehreren äusserst fragilen Oberflächen, ein in der Sommerhitze flimmerndes Bild aus jugendlich übersteigerten Vorstellungen und Einbildungen, ein schmerzhaftes Buch über Jugend und sexuelles Erwachen. Sehr viel feiner gebaut und gedacht als Megan Abbotts unterhaltsame Gangsternovellen, aber im Abgang genauso hart”, urteilt der Schweizer “Tagesanzeiger”.

(c) Page & Turner

(c) Page & Turner

Robert Wilson: “Stirb für mich”

“Das Vergnügen konventioneller Krimireihen, auf stets verlässlich einzuschätzendes Personal zu treffen, kontrastiert Wilson mit ambitionierter Psychologie. Bei ihm wachsen, retardieren, korrumpieren, verzweifeln, resignieren oder reifen die Charaktere.” Alf Mayer erklärt auf “culturmag.de” ausführlich, warum “Stirb für mich” ein gutes Buch ist.

(c) Suhrkamp

(c) Suhrkamp

Walter Mosley: “Manhattan Fever”

Und noch einmal Sonja von “zeilenkino”: “Walter Mosley erzählt facettenreich und voller Details, ohne aber schwatzhaft zu werden. Stattdessen ist allein schon die Eröffnungsszene am Bahnhof unvergesslich – und hier führt Walter Mosley mühelos seine Hauptfigur sowie die Schatten vergangener Taten ein.”

(c) Heyne

(c) Heyne

Olen Steinhauer: “Die Spinne”

“Steinhauers elegantes Erzählen, das vor allem mit intelligentem Überlagern von Zeitebenen und Erzählperspektiven arbeitet, die – wie die erzählte Handlung auch – erst peu à peu enthüllen und preisgeben, um was es geht, fordert den cleveren und kompetenten Leser”, schreibt Thomas Wörtche auf “culturmag.de”.

(c) Suhrkamp Nova

(c) Suhrkamp Nova

Hanna Jameson: “Kalter Schmerz”

“Aus der Perspektive des Killers schreibt sie präzise und schonungslos über einen Kosmos, in dem Verbrechen eher beiläufig geschehen – gelegentlich nur als Nebeneffekt von zu viel Koks oder Heroin. Gewalt ist an der Tagesordnung, Gefühle eher störend. Starkes Debüt”, schreibt Sabine Nedele in der Krimi-Kolumne “Killer & Co.”.

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