Tag Archives: Barry Award

Barry Award: Steve Hamilton und Adrian McKinty sind nominiert

(c) Droemer

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Die Nominierten in vier Kategorien für den wichtigen Krimipreis, der am 12. Oktober vergeben wird, sind da. Steve Hamilton ist mit “Das zweite Leben des Nick Mason” für den besten Kriminalroman nominiert. Das Buch erscheint ja am 1. März auf Deutsch. Die Konkurrenz ist stark, denn er befindet sich in prominenter Gesellschaft. Nominiert sind in der Hauptkategorie ebenso Reed Farrel Coleman (“Where It Hurts“), Michael Connelly (“The Wrong Side of Goodbye”), Laura Lippman (“Wild Lake”), Louise Penny (“A Great Reckoning”) und David Swinson (“The Second Girl”).

Für das beste Debüt sind unter anderem Joe Ide (“IQ”) und Nicholas Petrie (“Drifter”) nominiert. Beide Bücher sind bereits auf Deutsch erschienen und ich habe beide bereits gelesen, allerdings hier noch nicht besprochen. Ich würde aber “IQ” definitiv vorziehen. Nominiert ist auch Bill Beverlys “Dodgers”, das Buch konnte bereits 2016 bei anderen namhaften Krimipreisen groß abräumen. Also, liebe deutschsprachige Verlage: Rasch übersetzen!

(c) Suhrkamp Nova

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Besonders freut mich die Nominierung von Adrian McKintys “Rain Dogs” – das soeben auf Deutsch erschienen ist – in der Kategorie “Best Paperback Original”. Das steigert die Vorfreude gleich noch einmal. Das Buch ist damit bereits für den insgesamt fünften Krimipreis nominiert, wie McKinty auf seinem Blog “The Psychopathology of Everyday Life” schreibt. Das dürfte ein Rekord sein, wie der Autor vermutet. Drei Nominierungen blieben erfolglos, er ist aber neben dem Barry Award auch bei den Edgar Awards noch im Rennen. Ich freue mich wirklich schon sehr auf die Lektüre!

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Barry Award 2015 geht an Greg Iles

(c) Rütten & Loening

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Kürzlich habe ich hier über die Dagger Awards berichtet. In der Zwischenzeit wurde ein weiterer wichtiger Krimipreis – den Michael Connelly und Dennis Lehane bereits zweimal gewinnen konnten – vergeben: Der Barry Award 2015 geht an “Natchez Burning” von Greg Iles.

Ich habe das Buch auf crimenoir bereits im Mai besprochen und dem 1000-seitigen Krimi 6 von 10 möglichen Punkten gegeben. Mein Fazit damals: “Iles ist sein äußerst ambitioniertes Werk hoch anzurechnen. Denn “Natchez Burning” ist nur der Auftakt zu einer Trilogie (der nicht minder dicke Teil zwei, “The Bone Tree”, ist soeben in den USA erschienen). Dennoch verwundert es, dass ausgerechnet bei einem episch ausgebreiteten Thriller wie diesem eine eigene starke schwarze Stimme fehlt – zumal Iles auf vielen Perspektiven erzählt.  (…) Iles erzählt sehr konventionell, ihm fehlen die sprachliche Extravaganz eines Ellroy und die Raffinesse eines Winslow.”

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Krimipreis-Reigen: Barry, Anthony und Shamus vergeben

(c) Atria Books

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Vor wenigen Tagen sind wieder die neben dem Edgar wichtigsten US-Krimipreise im Zuge der Bouchercon-Veranstaltung (dem wohl größten Krimi-Kongress) vergeben worden: Barry Award, Anthony Award und Shamus Award. Ich will mich hier vor allem den Barry- und Anthony-Preisträgern widmen, da mir die heurigen Shamus-Preisträger relativ wenig sagen. Wer aber mehr wissen will, kann hier ein wenig schmökern. Ich werde meinen Fokus vor allem auf im deutschsprachigen Raum bekannte Autoren legen.

Der große Gewinner zählt übrigens nicht dazu: William Kent Krueger – von dem bislang nur “Indianischer Winter” (2000) auf Deutsch übersetzt wurde – hat mit “Ordinary Grace” sowohl in der Hauptkategorie bei den Barry- als auch den Anthony-Awards gewonnen. Ihm ist damit in einem Jahr ein unglaubliche Hattrick gelungen, denn er hatte damit bereits im Mai den begehrten Edgar erhalten. Da eine Publikation des Buches auf Deutsch bislang bei keinem Verlag geplant ist, werde ich die Lektüre demnächst wohl im Original beginnen. Ich bin echt schon gespannt.

Zur Erinnerung noch einmal, was der Verlag über das Buch schreibt: New Bremen, Minnesota, 1961. The Twins were playing their debut season, ice-cold root beers, were selling out at the soda counter of Halderson’s Drugstore, and Hot Stuff comic books were a mainstay on every barbershop magazine rack. It was a time of innocence and hope for a country with a new, young president. But for thirteen-year-old Frank Drum, a preacher’s son, it was a grim summer in which death visited frequently and assumed many forms. Accident. Nature. Suicide. Murder.

Told from Frank’s perspective forty years later, Ordinary Grace is a brilliantly moving account of a boy standing at the door of his young manhood, trying to understand a world that seems to be falling apart around him. It is an unforgettable novel about discovering the terrible price of wisdom and the enduring grace of God.

Barry Award

Krueger hat in der Hauptkategorie “Best Novel” Konkurrenz wie Ian Rankin (“Mädchengrab”), Robert Crais (“Suspect”, auf Deutsch noch nicht erschienen) und Jussi-Adler Olssen ausgestochen.

(c) suhrkamp nova

(c) suhrkamp nova

Besonders freut mich, dass Adrian McKinty mit “Die Sirenen von Belfast” den Preis in der Kategorie “Best Paperback Original” gewonnen hat. Er stach damit auch Gene Kerrigans 2012 mit dem Golden Dagger ausgezeichneten Krimi “Die Wut” aus.

Als bester Newcomer wurde Barry Lancet mit seinem auf Deutsch erhältlichen “Japantown” ausgezeichnet. Diesen Krimi hatte ich bisher gar nicht auf meinem Radar. Lancet setzte sich damit auch gegen Becky Masterman (“Der stille Sammler”) und Derek B. Miller (“Ein seltsamer Ort zum Sterben”) durch.

Als bester Thriller wurde Taylor Stevens für den dritten Teil der Mission-Munroe-Serie (“Die Geisel”) geehrt. Er setzte sich damit auch gegen Roger Hobbs “Ghostman”, Stuart Nevilles “Der vierte Mann” (lese ich gerade!), Mick Herrons “Dead Lions” (mit dem er 2013 den “Golden Dagger” gewann, bislang leider keine deutsche Übersetzung geplant) und Jason Matthews “Operation Red Sparrow” durch, das im Jänner 2015 erscheint.

Anthony Award

(c) Goldmann

(c) Goldmann

Bei den Anthonys hat Krueger in der Hauptkategorie “Best Mystery” unter anderem Hank Phillippi Ryan mit seinem Buch “Schwarze Wahrheit” ausgestochen, das im Mai 2015 auf Deutsch erscheinen soll.

Als Newcomer wurde Matt Coyle mit seinem Krimi “Yesterday’s Echo” ausgezeichnet. Er hat sich damit gegen die bereits erwähnten Roger Hobbs und Becky Masterman durchgesetzt.

Tipp: “Stop, You’re Killing me!”

Für alle die es interessiert, auf der soeben von mir entdeckten Webseite “Stop, You’re Killing me!” findet ihr übersichtlich alle wichtigen Crime-Fiction-Awards für englischsprachige Kriminalliteratur (inklusive Gewinner und Nominierte) aufgelistet. Schaut rein!

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Barry Awards für Peter May und Daniel Silva

(c) rororo

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Gestern habe ich hier über die Vergabe der Anthony- und Shamus-Awards geschrieben. Am selben Wochenende wurden aber auch die Barry- und Macavity-Awards vergeben. Mehr dazu hat der feine Krimiblog kriminalakte geschrieben, dort sind alle Gewinner nachzulesen.

Ich will mich hier auf die Barry-Awards konzentrieren, die mir relevanter erscheinen. Gewinner in der Hauptkategorie “Bester Roman” ist Peter May mit “Blackhouse”. Das ist interessant, denn das Buch ist bereits Anfang 2011 unter dem gleichnamigen Titel auf Deutsch erschienen. Offenbar wurde Mays Buch also erst 2012 in den USA publiziert. “Blackhouse” ist der Auftakt der Lewis-Trilogie (benannt nach der “Isle of Lewis” vor der Küste Schottlands), die der Autor im Original bereits abgeschlossen hat. Auf Deutsch ist aber bislang nur Teil 1 erschienen.

(c) Piper

(c) Piper

In der Kategorie “Bester Thriller” hat Daniel Silva mit “The Fallen Angel” gewonnen. Es handelt sich dabei um Teil zwölf der Serie rund um den Spion Gabriel Allon. Die ersten elf Teile sind bereits auf Deutsch erschienen. Zu “The Fallen Angel” habe ich aber noch kein geplantes Erscheinungsdatum gefunden. Ich habe Teil vier der Serie, “Der Zeuge” (“A Death in Vienna”), gelesen. Dieses Buch kann ich sehr empfehlen, nachdem mich “Der Maler” vom gleichen Autor nicht überzeugen konnte. Mehr über Daniel Silvas Romanfiguren erfährt man übrigens auf der Verlagsseite.

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Steve Hamilton: Der Mann aus dem Safe

(c) Droemer

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Mit “Der Mann aus dem Safe” ist Steve Hamilton ein Hattrick gelungen: Er hat die drei begehrtesten Preise für Spannungsliteratur gewonnen: Edgar Award, Ian Fleming Steel Dagger Award und Barry Award. Und so viel sei vorab gesagt: Er hat es sich verdient. Das Buch rund um den 17-jährigen Schlosskünstler Michael ist ein Stück große Literatur. Michael ist nach einem traumatischen Erlebnis im Alter von acht Jahren verstummt. Seitdem hat er kein Wort mehr gesprochen. Dafür hat er ein Talent entdeckt: Türschlösser knacken. Beschrieben wird das fast wie eine Art von Kunst bzw. als sinnliches Erlebnis (der englische Titel “The Lock Artist” trifft es daher eigentlich viel besser). Als Verbrecher auf seine Fähigkeiten aufmerksam werden, steckt er schließlich in der Zwickmühle.

Hamilton erzählt die Geschichte des Außenseiters Michael angenehm unaufgeregt. Zu der überzeugenden Krimihandlung gesellt sich zudem eine außergewöhnliche und rührende Liebesgeschichte, die man nicht oft zu lesen bekommt. Vor allem nicht in dieser Kombination – und noch dazu hundertprozentig kitschfrei. Der stumme Michael findet seinen ganz eigenen Weg mit dem Mädchen seiner Träume zu kommunizieren – mehr soll hier nicht verraten werden.

Wer immer sich jetzt für “Der Mann aus dem Safe” interessieren sollte: Bitte nicht Klappen- und Rückentext des Verlages lesen! Darin werden Dinge herausposaunt, die im Buch erst sehr spät vorkommen – das kann den Lesespaß schon erheblich trüben.

In meinem fünf Worte umfassenden Fazit zitiere ich einfach krimiblog.de, weil es die Sache so perfekt auf den Punkt bringt: “Ein Schlüsselroman – im doppelten Sinne”.

9 von 10 Punkten

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