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Krimi-Bestenliste April: Ein Abgleich

(c) Nautilus

Nachdem mich die Krimi-Bestenliste im März ein wenig skeptisch werden ließ, beruhigt mich der April wieder einigermaßen. Hier sind also doch noch Genre-Krimis zu Hause. Besonders freut mich dabei der Einzug von Wallace Stroby (Platz zwei) und Reginald Hill (Platz fünf). Stroby ist ohnehin Pflicht für mich.

Fein finde ich es auch, dass Marlon James hier Platz findet, obwohl das meinem Wunsch nach klassicher Krimikost widersprechen mag. Aber wie gesagt: Ich mag ja grundsätzlich Kriminalliteratur, die Genregrenzen auslotet. Bloß die März-Liste war mir in ihrer Gesamtheit einfach zu weit weg vom Genre. “Eine kurze Geschichte von sieben Morden” ist bloß sooo lang (864 Seiten), ich weiß nicht, ob ich da nicht lieber zwei, drei andere Krimis lese (Stroby und Hill etwa).

Oder auch die neue Nummer eins, “Der Block” – das klingt schon sehr interessant: “Rechtsradikalismus authentique”, schreibt die Bestenlisten-Jury.

Wie auch immer: Der Frühling ist Krimi-Zeit (wie der Sommer, Herbst und Winter übrigens auch ;-)).

Die Liste im Überblick:
1. Jérôme Leroy – Der Block (4)
2. Wallace Stroby – Geld ist nicht genug (-)
3. Marlon James – Eine kurze Geschichte von sieben Morden (-)
4. Jerome Charyn – Winterwarnung (2)
5. Reginald Hill – Die letzte Stunde naht (-)
6. Graeme Macrae Burnet – Sein blutiges Projekt (3)
7. Peter May – Moorbruch (9)
8. Max Annas – Illegal (7)
9. Kanae Minato – Geständnisse (-)
10. Denis Johnson – Die lachenden Ungeheuer (1)

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KrimiZeit-Bestenliste im April: Ein Abgleich

(c) Unionsverlag

(c) Unionsverlag

Nachdem ich im März tatsächlich null Übereinstimmungen mit der KrimiZeit-Liste hatte, habe ich im Vergleich dazu nun zwei Bücher aufgeholt. Und mit Nummer eins und zwei der April-Liste habe ich zwei wirklich herausragende Kriminalromane gelesen. Der eine, “Bitter Wash Road”, ist ein australischer Krimi aus der Jetztzeit, der andere ein US-Klassiker der nun erstmals unverstümmelt lesbar ist. Die Erstausgabe von “Porkchoppers” war einst nur mit der Hälfte der Seiten erschienen. Ein Leseverbrechen sondergleichen!

Die Bücher von Pflüger, Gattis und Panowich liegen bereits bei mir ziemlich hoch am Bücherstapel herum, jetzt müssen sie halt noch gelesen werden. Und ich weiß nicht, ob ich nicht den neuaufgelegten Krimiklassiker “Fünf schräge Vögel” von Donald Westlake einschieben werde.

(c) Atrium

(c) Atrium

Ich gebe zu: Das Buch habe ich schon allein wegen des stimmungsvollen Covers gekauft.

In Declan Burkes “The Big O” habe ich schon reingeschnuppert, allerdings kam mir dann Garry Dishers Buch in die Hände. Da muss ich also den Lesefaden erst wieder aufnehmen. Auch Tom Coopers Buch würde mich sehr reizen, spricht mich momentan aber nicht ganz so an.

James Lee Burkes “Mississippi Jam” werde ich wohl auslassen, um dann sein demnächst erscheinendes “Fremdes Land” zu lesen. Obwohl mich Dave Robicheaux’s neues Abenteuer nach der Lektüre von “Sturm über New Orleans” schon sehr reizen würde.

Die Liste im Überblick:

1 (1) Garry Disher: Bitter Wash Road
2 (3) Andreas Pflüger: Endgültig
3 (4) Ross Thomas: Porkchoppers
4 (-) Ahmed Mourad: Vertigo
5 (2) Ryan Gattis: In den Straßen der Wut
6 (-) Brian Panowich: Bull Mountain
7 (-) Gioacchino Criaco: Schwarze Seelen
8 (-) Declan Burke: The Big O
9 (-) Tom Cooper: Das zerstörte Leben des Wes Trench
10 (-) James Lee Burke: Mississippi Jam

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Krimis, die man 2015 lesen sollte (IV)

(c) Alexander Verlag Berlin

(c) Alexander Verlag Berlin

Diesmal bin ich mit meinen Tipps zu den Krimierscheinungen im April sehr spät dran. Buch Nummer eins ist daher schon seit einem Monat (1. April) erhältlich – genau genommen aber auch schon viel länger. Denn “Miami Blues” zählt eigentlich zu den Klassikern des Genres und ist im Original 1984, auf Deutsch erstmals 1987 erschienen. Ich muss aber gleich gestehen, ich habe Charles Willefords Buch noch nicht gelesen, daher bin ich auch froh über diese Alt-Neuerscheinung. Auf krimi-couch.de wird er als “das für lange Zeit verkannte und unbeachtete Pulp-Genie Amerikas” bezeichnet.

Der Verlag schreibt zur Handlung: “Frederick Frenger Junior kommt gerade aus dem Knast. Doch viel Zeit, seine wiedergewonnene Freiheit in Ruhe zu genießen, bleibt ihm nicht. Am Flughafen von Miami bricht er einem ihm lästigen Krishna-Anhänger aus Bosheit einen Finger. Da nimmt das absurde Unheil seinen Lauf: Der Angegriffene stirbt völlig unvermutet an dem erlittenen Schock. Doch da hat sich Frenger schon längst aus dem Staub gemacht. Als er nur wenig später mit der Bedienung Susan in einem Coffee-Shop anbandelt, ahnt er nicht, dass er sich ausgerechnet die Schwester seines Opfers ausgesucht hat. Erst als sie in den Verdacht gerät, in den Tod ihres Bruders verwickelt zu sein, dämmert ihm, wie tief er in der Klemme sitzt. Kurz entschlossen plant er einen großen Coup, der alle seine Probleme mit einem Schlag lösen soll. Aber da ist ihm der Ermittler Hoke Moseley schon dicht auf der Spur.”

(c) Suhrkamp

(c) Suhrkamp

Auch Don Winslows “China Girl” ist nicht mehr ganz frisch. Der zweite Teil aus Winslows Neal-Carey-Serie ist im Original 1992 erschienen und wird nun (seit 7. April erhältlich) endlich wieder aufgelegt. Über Winslow zu schwärmen, erspare ich mir. Jeder Leser dieses Blogs weiß ohnehin von meiner Vorliebe für diesen Autor. Ich werde mir die Carey-Serie (aus der ja bis Ende des Jahres noch weitere Teile erscheinen) aber für später vornehmen. Ich komme angesichts der vielen spannenden Neuerscheinungen der letzten Monate momentan einfach nicht dazu.

Der Verlagstext: “Robert Pendleton ist ein Chemiegenie; was er entwickelt, bedeutet nicht nur Fortschritt, es bedeutet vor allem Reichtum und Macht. Als er plötzlich verschwindet, sind alle in Aufruhr: die CIA, die chinesische Regierung und die »Bank«, die sehr viel Geld in Pendletons Forschung investiert hat. Neal Carey soll ihn wiederfinden – ein Routinejob, wie er glaubt, bis er auf die schöne und geheimnisvolle Li Lan trifft. Im dunklen Herzen Chinas soll Neal die Antwort auf alle Fragen finden – oder den Tod.”

(c) Limes

(c) Limes

Seit 27. April ist Caryl Fereys Thriller “Jähzorn” erhältlich. Dieser ist wirklich neu 😉 Das Buch steht bei mir ziemlich weit oben auf der Leseliste. Das hat drei Gründe. Erstens ist Ferey Franzose und als alter Schotten-, Iren-, Nordiren- und US-Crime-Fiction-Fan bin ich froh über Spannungsliteratur abseits meiner üblichen (aber geliebten!) Pfade. Zweitens scheint mir “Jähzorn” thematisch sehr interessant – Ferey entführt uns nach Argentinien und wird wohl mit einer interessanten Geschichtsstunde aufwarten. Und drittens hätte mich eigentlich schon sein Vorgänger “Zulu” interessiert, der mit Orlando Bloom in der Hauptrolle verfilmt wurde. Dieses Buch spielte in Südafrika. Ferey liebt also ungewöhnliche und unterschiedliche Orte – das finde ich sehr angenehm, denn normalerweise begnügen sich Autoren mit jenem Setting, in dem sie schon einmal erfolgreich waren.

Der Verlag schreibt: “Rubén ist der Sohn des berühmten aufständischen Dichters Calderón, der in den Verliesen der argentinischen Diktatur zu Tode gefoltert wurde. Rubén selbst entkam nur knapp, doch er ist fürs Leben gezeichnet. Dreißig Jahre später widmet er sich der Verfolgung der damaligen Täter und sucht nach anderen Überlebenden wie ihm. Als er eines Tages der indianischen Bildhauerin Jana begegnet, die ihn damit beauftragt, die brutalen Mörder einer Prostituierten zu finden, ändert sich sein Leben für immer – denn beide verbinden sowohl Schmerz als auch Wut. Doch im heutigen wie im damaligen Argentinien ist es nie gut, zu viele Fragen zu stellen, denn der Tod und seine Henker lauern überall …”

Tja, der April war vergleichsweise schwach, gönnt mir aber die Möglichkeit, ein paar der vielversprechenden Krimis aus dem März nachzuholen, nachdem mich zuletzt Greg Iles mit seinem 1000-seitigen Rassismus-Epos “Natchez Burning” ein wenig aufgehalten hat. Aber dazu bald mehr!

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KrimiZeit-Bestenliste April: Ein Abgleich

(c) Kunstmann

(c) Kunstmann

Diesmal versammeln sich jene Bücher, die ich von der aktuellen KrimiZeit-Bestenliste schon gelesen habe bzw. gerade lese am Ende: auf den Plätzen 8-10. Dave Zeltsermans “Killer” ist wirklich ein Krimi-Highlight, hier zahlt sich das Lesen schon allein wegen des genialen Schlusses aus.

“Natchez Burning” von Greg Iles lese ich gerade. Die Lektüre dauert allerdings etwas länger. Ich habe gerade 500 Seiten hinter mir und somit 500 Seiten vor mir. Bisher ist das ein feines Rassismus-Drama, das Iles episch ausbreitet. Zwischendurch habe ich auch James Lee Burkes “Sturm über New Orleans” zu lesen begonnen, und damit mit einer meiner alten Leseregeln gebrochen. Normalerweise lese ich nie zwei Krimis gleichzeitig. Doch hier entpuppt sich das als optimal – denn beide Bücher beziehen sich auf New Orleans nach dem verheerenden Sturm Katrina.

Wenn ich den Iles-Wälzer absolviert habe, freue ich mich schon auf etwas schlankere Bücher wie “Die Suche nach Tony Veitch” oder “Die verlorenen Schwestern”. Von “Perfida” werde ich vorerst die Finger lassen, zwei 1000-seitige Krimis kurz hintereinander vertrage ich einfach nicht.

Tja, und krimimäßig würde ich auch gern wieder mal nach Australien (“Prime Cut”) reisen. Und dann wäre da natürlich auch “Schwarzblende”, wo mir von allen Seiten der Mund wässrig gemacht wird.

Die Liste im Überblick:

1 (1) William McIlvanney: Die Suche nach Tony Veitch
2 (9) Zoë Beck: Schwarzblende
3 (-) James Ellroy: Perfidia
4 (3) Mike Nicol: Bad Cop
5 (-) Giancarlo de Cataldo/Carlo Bonini: Suburra
6 (-) Adrian McKinty: Die verlorenen Schwestern
7 (2) Alan Carter: Prime Cut
8 (8) Dave Zeltserman: Killer
9 (-) Greg Iles: Natchez Burning
10 (-) James Lee Burke: Sturm über New Orleans

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KrimiZeit-Bestenliste April: Ein Abgleich

(c) liebeskind

(c) liebeskind

Der Spitzenreiter der KrimiZeit-Bestenliste aus dem März hat auch im April die Nase vorn: “GB84” von David Peace. Was ich davon gehalten habe, war hier ja schon zu lesen: Das Buch liest sich wie ein literarischer Grabenkampf. Auch über Daniel Woodrell (“In Almas Augen”), momentan auf Platz drei, und Jan Costin Wagner (“Tage des letzten Schnees”, hier habe ich erstmals 10 von 10 Punkten vergeben), Platz vier, habe ich geschrieben.

Und dann habe ich noch einen der fünf Neueinsteiger gelesen, über den ich auch meinen nächsten Beitrag hier verfassen werde: “Spademan” von Adam Steinbergh. Eines vorab und um ein wenig die Spannung zu steigern (ich weiß, das ist fies): Ich bin bei diesem Buch, das fast überall gelobt wird, anderer Meinung. Meine Begründung schon bald!

Von den anderen Neueinsteigern interessiert mich vor allem Urban Waites “Wüste der Toten”, das jetzt auf meiner Leseliste wieder weiter nach vorne rückt. Für Oliver Bottini, den ich bislang noch nicht kenne, wird es eigentlich auch Zeit, ebenso wie Sascha Arangos Buch, von dem  ich auch viel Gutes gehört habe. Dass es wieder einmal ein afrikanisches Buch – wenn auch nur knapp – in die Liste geschafft hat, finde ich auch fein!

Die Liste im Überblick:

  1. David Peace: “GB84” (1)
  2. Oliver Bottini: “Ein paar Tage Licht” (-)
  3. Daniel Woodrell: “In Almas Augen” (5)
  4. Jan Costin Wagner: “Tage des letzten Schnees” (2)
  5. Sascha Arango: “Die Wahrheit und andere Lügen” (-)
  6. Adam Steinbergh: “Spademan” (-)
  7. Urban Waite: “Wüste der Toten” (-)
  8. Karim Miské: “Entfliehen kannst du nie” (10)
  9. Uta-Maria Heim: “Wem sonst als dir” (8)
  10. Mukoma wa Ngugi: “Nairobi Heat” (-)

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