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Krimipreis-Reigen: Barry, Anthony und Shamus vergeben

(c) Atria Books

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Vor wenigen Tagen sind wieder die neben dem Edgar wichtigsten US-Krimipreise im Zuge der Bouchercon-Veranstaltung (dem wohl größten Krimi-Kongress) vergeben worden: Barry Award, Anthony Award und Shamus Award. Ich will mich hier vor allem den Barry- und Anthony-Preisträgern widmen, da mir die heurigen Shamus-Preisträger relativ wenig sagen. Wer aber mehr wissen will, kann hier ein wenig schmökern. Ich werde meinen Fokus vor allem auf im deutschsprachigen Raum bekannte Autoren legen.

Der große Gewinner zählt übrigens nicht dazu: William Kent Krueger – von dem bislang nur “Indianischer Winter” (2000) auf Deutsch übersetzt wurde – hat mit “Ordinary Grace” sowohl in der Hauptkategorie bei den Barry- als auch den Anthony-Awards gewonnen. Ihm ist damit in einem Jahr ein unglaubliche Hattrick gelungen, denn er hatte damit bereits im Mai den begehrten Edgar erhalten. Da eine Publikation des Buches auf Deutsch bislang bei keinem Verlag geplant ist, werde ich die Lektüre demnächst wohl im Original beginnen. Ich bin echt schon gespannt.

Zur Erinnerung noch einmal, was der Verlag über das Buch schreibt: New Bremen, Minnesota, 1961. The Twins were playing their debut season, ice-cold root beers, were selling out at the soda counter of Halderson’s Drugstore, and Hot Stuff comic books were a mainstay on every barbershop magazine rack. It was a time of innocence and hope for a country with a new, young president. But for thirteen-year-old Frank Drum, a preacher’s son, it was a grim summer in which death visited frequently and assumed many forms. Accident. Nature. Suicide. Murder.

Told from Frank’s perspective forty years later, Ordinary Grace is a brilliantly moving account of a boy standing at the door of his young manhood, trying to understand a world that seems to be falling apart around him. It is an unforgettable novel about discovering the terrible price of wisdom and the enduring grace of God.

Barry Award

Krueger hat in der Hauptkategorie “Best Novel” Konkurrenz wie Ian Rankin (“Mädchengrab”), Robert Crais (“Suspect”, auf Deutsch noch nicht erschienen) und Jussi-Adler Olssen ausgestochen.

(c) suhrkamp nova

(c) suhrkamp nova

Besonders freut mich, dass Adrian McKinty mit “Die Sirenen von Belfast” den Preis in der Kategorie “Best Paperback Original” gewonnen hat. Er stach damit auch Gene Kerrigans 2012 mit dem Golden Dagger ausgezeichneten Krimi “Die Wut” aus.

Als bester Newcomer wurde Barry Lancet mit seinem auf Deutsch erhältlichen “Japantown” ausgezeichnet. Diesen Krimi hatte ich bisher gar nicht auf meinem Radar. Lancet setzte sich damit auch gegen Becky Masterman (“Der stille Sammler”) und Derek B. Miller (“Ein seltsamer Ort zum Sterben”) durch.

Als bester Thriller wurde Taylor Stevens für den dritten Teil der Mission-Munroe-Serie (“Die Geisel”) geehrt. Er setzte sich damit auch gegen Roger Hobbs “Ghostman”, Stuart Nevilles “Der vierte Mann” (lese ich gerade!), Mick Herrons “Dead Lions” (mit dem er 2013 den “Golden Dagger” gewann, bislang leider keine deutsche Übersetzung geplant) und Jason Matthews “Operation Red Sparrow” durch, das im Jänner 2015 erscheint.

Anthony Award

(c) Goldmann

(c) Goldmann

Bei den Anthonys hat Krueger in der Hauptkategorie “Best Mystery” unter anderem Hank Phillippi Ryan mit seinem Buch “Schwarze Wahrheit” ausgestochen, das im Mai 2015 auf Deutsch erscheinen soll.

Als Newcomer wurde Matt Coyle mit seinem Krimi “Yesterday’s Echo” ausgezeichnet. Er hat sich damit gegen die bereits erwähnten Roger Hobbs und Becky Masterman durchgesetzt.

Tipp: “Stop, You’re Killing me!”

Für alle die es interessiert, auf der soeben von mir entdeckten Webseite “Stop, You’re Killing me!” findet ihr übersichtlich alle wichtigen Crime-Fiction-Awards für englischsprachige Kriminalliteratur (inklusive Gewinner und Nominierte) aufgelistet. Schaut rein!

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Anthony- und Shamus-Awards vergeben

(c) Heyne

(c) Heyne

Am Wochenende sind in Albany, New York, zwei begehrte US-Krimipreise vergeben worden: Anthony- und Shamus Award. Der wichtigste Preis, der Edgar Award, war ja bereits im Mai an Dennis Lehane vergeben worden (mehr dazu…).

Anthony Award

Welchen Wert aber gerade der Anthony-Award hat, ist mir nicht ganz klar. Die Autorin Louise Penny hat nun bereits zum vierten Mal hintereinander gewonnen. Offenbar dürfen bei der Preisverleihung Krimifans abstimmen. Zwar haben sich Jahr für Jahr wirklich erlesene Autoren und Autorinnen auf der Liste befunden (hier nachzulesen), aber dass immer die gleiche Autorin gewinnt, stimmt mich ein wenig skeptisch. Für mich sind daher die anderen Anthony-Kategorien interessanter.

Beim besten Krimi-Debüt hat sich Chris Pavone – wie übrigens auch bei den Edgars – mit “Expats” (dt. “Die Frau, die niemand kannte”) durchgesetzt. Fein finde ich aber vor allem, dass der Preis in der Kategorie “Nonfiction” an “Books to die for”, herausgegeben von John Connolly und Declan Burke, geht. In dem Buch empfehlen einige der besten Krimiautoren ihre Lieblingswerke des Genres. Da kann man wirklich auf Krimis stoßen, auf die man sonst niemals gekommen wäre. So bin ich etwa auf Donald Goines “Daddy Cool” gestoßen, das mittlerweile in meinem Regal Platz genommen hat (mehr dazu…). “Books to die for” ist eigentlich ein Muss für jeden Krimi-Fan abseits von 08/15-Lesekost.

Shamus Award

Für mich ist der Shamus-Award generell aussagekräftiger. Bedingung ist hier allerdings, dass sich die Geschichte um einen privaten Ermittler (“Private Eye”) dreht – meist Detektive, aber auch Anwälte und Reporter sind erlaubt. Polizisten und Geheimagenten als Hauptfiguren sind hier nicht zugelassen. Zu den Gewinnern in der Hauptkategorie zählten in den vergangenen Jahren Don Winslow (“Die Sprache des Feuers” – mehr dazu), Michael Connelly (“Der Mandant”), Ken Bruen (“Jack Taylor fliegt raus”, “Ein Drama für Jack Taylor”) und der hierzulande leider kaum bekannte Reed Farrel Coleman (von ihm ist auf Deutsch bislang nur “Tower”, geschrieben gemeinsam mit Bruen erschienen).

Und die erfreuliche Nachricht: Der Sieger 2013, “Taken” von Robert Crais, erscheint am 11. November als “Straße des Todes” auf Deutsch. Es ermittelt das legendäre Duo Elvis Cole und Joe Pike. Und für mich bietet sich die Chance, den Autor, dessen Ruf ich seit Jahren kenne, endlich kennenzulernen. Ich hatte das Buch schon vor der Auszeichnung fix auf meiner Leseliste für 2013. Nun ist der Anreiz natürlich noch einmal größer.

Als bester Neuling wurde Michael Sears mit “Am Freitag schwarz” ausgezeichnet. Eine sehr gute Wahl, wie ich finde und hier auch schon im Februar begründet habe.

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