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Gratulation! Edgar Award für Adrian McKinty

(c) Suhrkamp Nova

Die Edgar Awards 2017 sind vergeben worden. Als bester Kriminalroman wurde “Vor dem Fall” von Noah Hawley ausgezeichnet. Ich hatte vergangenes Jahr immer wieder überlegt, mir dieses Buch zuzulegen, es dann aber dann doch nicht getan. Das war offenbar ein Fehler. Mal schauen, ob ich demnächst doch noch dazu komme.

Als bester Krimierstling wurde “Under the Harrow” von Flynn Berry ausgezeichnet – und hat sich damit auch gegen die bereits auf Deutsch erhältlichen Krimis “IQ” von Joe Ide und “Drifters” von Nicholas Petrie (die Besprechung der beiden Bücher erfolgt hier in Kürze; Ide wäre auch preiswürdig gewesen) durchgesetzt. Auch Favorit Bill Beverly mit “Dodgers”, Gewinner des “Gold Dagger”, ging leer aus.

Besonders erfreulich: Adrian McKinty konnte mit “Rain Dogs” in der Kategorie “Best Paperback” gewinnen. Meine Besprechung folgt hier auch so rasch wie möglich.

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Deutscher Krimi Preis 2017: Max Annas und Donald Ray Pollock siegen

(c) rororo

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Die Deutschen Krimi Preise 2017 sind vergeben. Wie schon in den Jahren zuvor gab es keine großen Überraschungen. Vier der sechs ausgezeichneten Kriminalromane habe ich gelesen: Zwei der Kategorie national und zwei der Kategorie International.

“Die Mauer” hat mich dabei nicht so begeistert wie den Großteil der Krimikritiker- und blogger. Irgendetwas hat mir gefehlt, um mich restlos zu begeistern. Der Krimi ist flüssig erzählt, immer spannend und auch fein gezeichnete Charaktere. Aber ein wenig hatte ich das Gefühl, nicht wirklich tiefer einzutauchen, nur an der Oberfläche zu bleiben. “Blaue Nacht” war ebenfalls eine kurzweilige Lektüre. Hier begeisterte mich vor allem die ungewöhnliche Heldin Chastity Riley – vor allem deren eigensinnige, unbequeme und auch nicht immer ganz nachvollziehbare Art.

Sehr gespannt bin ich auf die neuen Krimis von Annas (“Illegal”, ab März) und Buchholz (“Beton Rouge”, ab August), die heuer erscheinen werden.

Sieger National:

  1. Max Annas: Die Mauer
  2. Simone Buchholz: Blaue Nacht
  3. Franz Dobler: Ein Schlag ins Gesicht

In der Kategorie International hat die Jury eine gute Wahl getroffen. Ich habe zwar Donald Ray Pollocks aktuelles Werk “Die himmlische Tafel” noch immer nicht gelesen (das schlechte Gewissen steigt wieder eine Spur), dennoch weiß ich über dessen Qualitäten spätestens seit “Knockemstiff” Bescheid. “Miss Terry” (Platz 6) habe ich ebenso wie “Bitter Wash Road” (Platz 4) zu meinen Lieblingskrimis des Jahres 2016 gezählt.

Sieger International:

  1. Donald Ray Pollock: Die himmlische Tafel
  2. Liza Cody: Miss Terry
  3. Garry Disher: Bitter Wash Road

 

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Auf diese sieben Krimis freue ich mich 2017 am meisten

(c) Suhrkamp Nova

(c) Suhrkamp Nova

Das Krimijahr 2017 kann kommen – und ich will gleich sieben gute Gründe liefern. Die folgenden Bücher kommen in den nächsten Monaten in die Regale der Buchgeschäfte und vor allem in mein eigenes 😉

Wenn ich einem Krimiautor momentan blind vertraue, dann ist das der Nordire Adrian McKinty, der mittlerweile in Australien lebt. “Rain Dogs” (ab 6. Februar) ist der fünfte Teil seiner bislang bestechend guten Serie rund um den katholischen Bullen Sean Duffy, der es nun bereits zum zweiten Mal mit einem “locked room mystery” zu tun bekommt. Ich bin schon sehr gespannt, wie McKinty das löst. Zuletzt ist aus der Reihe Ende 2015 “Gun Street Girl”, der für mich bislang beste Teil, erschienen.

Der Verlagstext: Die Journalistin Lily Bigelow wird im Hof von Carrickfergus Castle, wo sie sich allem Anschein nach über Nacht hat einschließen lassen, tot aufgefunden. Selbstmord, glaubt man, aber ein paar Dinge geben Sean Duffy zu denken, und er weigert sich, es dabei zu belassen. Duffy findet heraus, dass Bigelow an einer verheerenden Enthüllung in Sachen Korruption und Amtsmissbrauch innerhalb der höchsten Regierungskreise Großbritanniens und darüber hinaus gearbeitet hat. Und so sieht er sich mit zwei schwerwiegenden Problemen konfrontiert: Wer hat Lily Bigelow umgebracht? Und was wollte er oder sie damit vertuschen?

(c) Droemer

(c) Droemer

Noch eine Spur mehr freue ich mich aber auf Steve Hamiltons Auftakt zu einer neuen Serie. Eigentlich war “Das zweite Leben des Nick Mason” (ab 1. März) schon vor einem Jahr angekündigt, aus welchen Gründen auch immer wurde die Veröffentlichung dann aber verschoben. Warum dieser Autor so gut ist? Lest doch bitte einfach “Der Mann aus dem Safe” und dann widersprecht mir! Für mich ist das definitiv einer der besten Krimis des letzten Jahrzehnts.

Nick Mason war immer ein sauberer Gangster – soweit das in seinem Gewerbe möglich ist. Bis einer seiner Kumpels einen verdeckten Ermittler erschoss. Nick hielt sich an den Ehrenkodex, verriet seinen Komplizen nicht und ging in den Bau. Totschlag, Mindeststrafe: 25 Jahre. Im Gefängnis wird Darius Cole, der Pate von Chicago, auf ihn aufmerksam und macht ihm ein verlockendes Angebot: Nick soll Coles Mann für besondere Aufgaben werden, sein Ausputzer – und dafür wird er ihn raushauen. Und so ist Nick nach fünf Jahren wieder draußen. Eigentlich könnte er jetzt sein Leben in Freiheit genießen. Wenn da nicht dieses Handy wäre, das man ihm bei der Rückkehr nach Chicago überreicht hat. Wann wird es das erste Mal klingeln?

(c) Suhrkamp

(c) Suhrkamp

Mit Gerald Seymour wird der britische Großmeister des anspruchsvollen Politthrillers nach eineinhalb Jahrzehnten endlich wieder ins Deutsche übersetzt. Ich wollte vor zwei Jahren einen ausführlichen Beitrag über Seymour und seine Bedeutung in meiner Werdung zum Krimisüchtigen schreiben, habe das dann aber leider nie getan. Nun bietet sich also schon bald die Gelegenheit und ich möchte mehr als nur eine übliche Besprechung abliefern. “Vagabond” ist ab 6. März erhältlich.

›Vagabond‹ ist der Deckname eines britischen Geheimagenten, der in Nordirland brutale Operationen gegen die IRA durchgeführt hat. Ausgebrannt zieht er sich für lange Jahre in die Normandie zurück und verdient seinen Lebensunterhalt als Touristenführer an den Invasionsstränden. Aber seine ehemaligen Vorgesetzten wollen ihn nicht ganz vom Haken lassen und zwingen ihn in eine MI-5-Aktion zurück: Er soll den Aufpasser für einen vom Geheimdienst erpressten Waffenhändler spielen, damit Waffenlieferungen aus Russland an die letzten, vom Friedensschluss frustrierten IRASplittergruppen unterbunden werden. Das erzählt man Vagabond zumindest, der gute Miene zum fiesen Spiel machen muss.

(c) Pendragon

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Sehr begeistert hat mich vor ziemlich genau einem Jahr Wallace Strobys Krimidebüt “Kalter Schuss ins Herz”“Geld ist nicht genug” (ab 20. März) ist nun der zweite Teil rund um die Berufsverbrecherin Crissa Stone, die mit Richard Starks Parker und Garry Dishers Wyatt verwandt sein könnte. Beim ersten Band lief aus meiner Sicht noch nicht alles ganz rund, aber das Potenzial war spürbar. Ich bin also schon sehr gespannt.

Metallteile und Plastik schlittern über den Asphalt. Volltreffer. Crissa Stone hebelt den Geldautomaten mit der Schaufel eines Frontladers aus der Verankerung und balanciert ihn auf die Ladefläche ihres Pick-ups. Sie liebt saubere Lösungen und fette Beute. Crissa hat das System des Bankraubs ohne Bank perfektioniert, aber ihre Partner verlieren die Nerven. Gangster, die sich gegenseitig umbringen – wie unprofessio­nell. Zum Glück wartet schon wieder ein neuer Job: Ein verstorbener Mafiaboss soll die Millionen eines Raubs jahrelang versteckt haben. Leider ist Crissa nicht die Einzige, die es auf das Geld abgesehen hat. Sie gerät zwischen die Fronten und muss fliehen: Vor dem Gesetz und einer Mafia-Gang aus New York. Was mit einem rasanten Knalleffekt startet, steigert sein Tempo Seite für Seite.

(c) Droemer

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Was soll ich über Don Winslow noch sagen? Sein Drogen-Epos “Tage der Toten” ist ein herausragendes Werk, das mich vor ungefähr sechs Jahren endgültig wieder zum Krimi zurückgebracht hat. Ich erwarte mir von “Corruption” (ab Juni) ein ähnlich beeindruckendes, diesmal in New York spielendes Krimi-Epos.

In den Straßenschluchten von New York lässt der internationale Star-Autor Don Winslow ein alptraumhaft realistisches Szenario von Drogen, Menschenhandel, Mord entstehen. Er zeichnet die todbringende Allianz von staatlichen Stellen und organisiertem Verbrechen: Sie sehen sich als Elitetruppe der Polizei, eine verschworene Einheit, ausgestattet mit weitreichenden technischen und rechtlichen Möglichkeiten. Gemeinsam sollen sie für Ruhe und Ordnung in ihrem Revier sorgen, dem nördlichen Manhattan. Und genau das tun sie. Hier gelten ihre Spielregeln, hier geschieht nichts ohne ihr Wissen. Doch die Truppe ist extremem Stress ebenso ausgesetzt wie extremen Risiken … und extremen Verlockungen …
Don Winslows neues Meisterwerk – erschütternd, brutal und unnachgiebig.

(c) Suhrkamp

(c) Suhrkamp

Eigentlich wollte ich Zoe Becks “Schwarzblende” 2015 unbedingt lesen, doch es hat sich einfach nicht ergeben. Das ärgert mich bis jetzt. Aber 2017 wird das Jahr sein, in dem ich diese Autorin endlich kennenlerne. Und “Die Lieferantin” (ebenfalls ab Juni) klingt sehr vielversprechend:

London, in einer nicht wirklich fernen Zukunft: Die Kugel, die in der Nacht einen Mann im Hafen tötete, war eigentlich für sie gedacht: Elliot Johnson. Sie leitet das heißeste Start-up Londons und zugleich das illegalste: Über ihre App bestellt man Drogen in höchster Qualität, und sie werden von Drohnen geliefert. Anonym, sicher, perfekt organisiert. Die Sache hat nur einen Haken – die gesamte Londoner Unterwelt fühlt sich von ihrem Geschäftsmodell bedroht und will Elliot tot sehen. Ein Kopfgeld wird auf sie ausgesetzt. Elliot beschließt zu kämpfen – ihre Gegner sind mächtig, und sie sitzen überall. Bei Scotland Yard, in den Gerichtssälen, im Parlament, in der Zentrale des Geheimdienstes. Und sie lauern an jeder Straßenecke.

(c) Goldmann

(c) Goldmann

Länger warten muss man auf Norbert Horsts neuen Krimi “Kaltes Land”, der erst für September angekündigt ist. Der Autor hat mich 2015 mit “Mädchenware” sehr begeistert. Dabei war mir das Buch eigentlich nur per Zufall und dank der KrimiZeit in die Hände gefallen. Horst widmet sich wieder einem brisanten Thema:

Er hat Macht, er hat Geld, doch seine Identität kennt niemand. Aus dem Dunkel zieht er die Fäden und handelt mit allem, was viel Geld bringt: Drogen, Waffen und Menschen. Sein Glück: Mit dem Flüchtlingsstrom kommen viele Verzweifelte nach Deutschland und müssen abtauchen. Unter ihnen findet er die willfährigen Handlanger für seine Geschäfte. Als einer von ihnen an einem verschluckten Päckchen Kokain stirbt, ermittelt Kommissar Steiger. Steiger, der sich mit seinen Chefs anlegt, der aber Gerechtigkeit will um jeden Preis, auch für die, die offiziell gar nicht existieren. Er wird nicht aufgeben, bis er ihn gefunden hat – den Mann im Hintergrund.

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