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Das wichtigste monatliche Krimi-Ranking

Krimi-Bestenliste im März: Ein Abgleich

(c) Rowohlt

Die neue Krimi-Bestenliste hat mich auf den ersten Blick diesmal ein wenig enttäuscht. Was sich da finden lässt, fällt großteils nur bei sehr großzügiger Auslegung in die Kategorie Krimi. Damit habe ich grundsätzlich kein Problem, denn ich bin ein Suchender, der gern abseits der ausgetretenen Krimipfade wandelt. Und natürlich gibt mir die Liste auch diesmal Hilfe. Auf “Sein blutiges Projekt” oder “Der Block” wäre ich sonst wohl nie gestoßen.

Aber ein wenig beschleicht mich die Befürchtung, dass ein Krimi künftig möglichst wenig Krimi sein soll, um es auf die Liste zu schaffen. Das fände ich schade. Ein guter Krimi ohne eindeutige politische Botschaften oder literarische Ansprüche? Das scheint es momentan offenbar nicht zu geben, zumindest wenn man der Krimi-Bestenliste glaubt. Ich vermute, dass jedes Buch auf der Liste einzeln betrachtet durchaus herausragend ist, aber kurzzeitig habe ich mir schon gedacht: Wo bin ich hier jetzt eigentlich gelandet?

Offenbar bin ich doch ein konservativerer Krimileser, als ich bisher dachte. Klassische Krimis sind diesmal in der Minderzahl, darum will ich extra darauf hinweisen: “Gefrorener Schrei”, “Sea Detective – Ein Grab in den Wellen”, “Die Straße ins Dunkel” und “Moorbruch”. Das letztgenannte Buch habe ich schon gelesen und kann es jedem ans Herz legen.

Die Liste im Überblick:

1. Denis Johnson: Die lachenden Ungeheuer (-)
2. Jerome Charyn: Winterwarnung (2)
3. Graeme Macrae Burnet: Sein blutiges Projekt (-)
4. Jérôme Leroy: Der Block (-)
5. Tana French: Gefrorener Schrei (1)
6. Mark Douglas-Home: Sea Detective – Ein Grab in den Wellen (9)
7. Max Annas: Illegal (-)
8. Paul Mendelson: Die Straße ins Dunkel (3)
9. Peter May: Moorbruch (-)
10. Federico Axat: Mysterium (-)

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Krimi-Bestenliste im Februar: Ein Abgleich

(c) Scherz

(c) Scherz

Die aktuelle Krimibestenliste bringt gleich sechs Neueinstiege und aus meiner persönlichen Sicht endlich auch wieder einmal mehr Lese-Übereinstimmungen als zuletzt. Ich habe hier bereits Jerome Charyns “Winterwarnung”, Liza Codys “Miss Terry”“Der anatolische Panther” von Andrè Pilz und Bernhard Aichners “Totenrausch” besprochen. Und in der Lektüre von Joe Ides außergewöhnlichem Kriminalroman stecke ich gerade!

Pilz hatte ich auf der Krimiliste sehr vermisst, umso mehr freut mich seine Berücksichtigung – noch dazu auf dem tollen fünften Platz. Vielleicht denkt die Jury ja auch noch über Horst Eckert (“Wolfsspinne”) nach, der meiner Meinung nach noch immer schwer unterschätzt wird.

“Der Vergewaltiger” von Les Edgerton ist jedenfalls auch fix eingeplant, obwohl ich jetzt schon weiß, dass das keine einfache Lektüre wird. Der Titel sagt eigentlich schon alles. Aber ich habe beschlossen, kein Pulp Master-Buch mehr auszulassen. Leser, die nur Rätselkrimis lieben, sollten davon definitiv die Finger lassen.

Ich wiederhole mich vermutlich: Aber auch diese Liste zeigt wunderbar, wie vielseitig das Krimi-Genre ist. Simple Wohlfühl-Krimis sind allerdings wieder einmal keine dabei.

Die Liste im Überblick:

1. Tana French: Gefrorener Schrei (4)
2. Jerome Charyn: Winterwarnung (-)
3. Paul Mendelson: Die Straße ins Dunkel (-)
4. Liza Cody: Miss Terry (2)
5. André Pilz: Der anatolische Panther (-)
6. Bernhard Aichner: Totenrausch (-)
7. Patrick McGinley: Bogmail (1)
8. Joe Ide: IQ (6)
9. Mark Douglas-Home: Sea Detective (-)
10. Les Edgerton: Der Vergewaltiger (-)

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Krimibestenliste seit Januar in neuem Gewand: Ein Abgleich

(c) Steidl Verlag

(c) Steidl Verlag

Die KrimiZeit-Bestenliste ist tot! Die Krimibestenliste (ab sofort zu finden unter faz.net/krimibestenliste) lebt! Ab sofort arbeitet die Krimi-Jury nicht mehr mit der “Zeit” zusammen, sondern mit der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” und “Deutschlandradio Kultur”. Grundsätzlich ändert sich nichts, 19 Krimi-Experten unter Federführung von Tobias Gohlis wählen in bewährter Manier die besten Kriminalromane des Monats. Sehr fein, dass dieses Projekt weiterlebt.

“Bogmail”, die neue Nummer eins, wurde im Original bereits 1978 geschrieben und hat den vielsagenden Beititel “Roman mit Mörder”. Angeblich geht es um Sinn und Nutzen des Mordens – das ist doch mal eine Ansage! Vom Steidl-Verlag habe ich bisher noch gar nichts gehört, immer fein, wenn neue Verlage im Krimibereich mitmischen.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Liza Codys “Miss Terry” und Malla Nunns “Zeit der Finsternis” habe ich unter meine Lieblingskrimis 2016 gewählt. Joe Ides “IQ” drängt sich mir nun erneut auf, nachdem ich diesen Krimi fast übersehen hätte. Wie mir das passieren konnte, wo doch Conny Lösch Übersetzerin und Thomas Wörtche Herausgeber ist… Das Buch hat es daher bereits in mein Regal geschafft, auch weil Adrian McKinty das Buch am Rückentext empfiehlt.

Tana Frenchs “Gefrorener Schrei” klingt spannend, ist mir aber in diesem Fall zu dick, da lese ich lieber zwei Bücher. Und von Volker Kutscher habe ich mir nun “Der nasse Fisch”, den Auftakt zu seiner Gereon-Rath-Reihe besorgt – ich will das der Reihe nach angehen.

Die Liste im Überblick:

1. Patrick McGinley: Bogmail (Neueinstieg)
2. Liza Cody: Miss Terry
3. Franz Dobler: Ein Schlag ins Gesicht
4. Tana French: Gefrorener Schrei (Neu)
5. Malla Nunn: Zeit der Finsternis
6. Joe Ide: IQ (Neu)
7. Peter Temple: Die Schuld vergangener Tage
8. Rosamund Lupton: Lautlose Nacht (Neu)
9. Nicola Lagioia: Eiskalter Süden (Neu)
10. Volker Kutscher: Lunapark (Neu)

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KrimiZeit-Jahresbestenliste 2016: Ein Abgleich

(c) Unionsverlag

(c) Unionsverlag

Seit einer Woche ist die KrimiZeit-Jahresbestenliste 2016 da. Meine davon gelesenen Bücher können sich sehen lassen: Über den Sieger “Bitter Wash Road” habe ich hier genauso geschrieben wie über das zweitplatzierte “Blaue Nacht” und auch das drittplatzierte intensive Krimi-Kurzstück “Die Mauer”.

Tja, und in der Lektüre des viertplatzierten Buchs “Miss Terry” stecke ich momentan. Schon allein diese vier Krimis zeigen, wie vielseitig das Genre ist. Von Malla Nunn habe ich übrigens soeben das “falsche” Buch fertiggelesen: “Zeit der Finsternis” befindet sich zwar auf der aktuellen Dezember-Liste auf Platz drei, aber für die Jahresliste hat es nicht gereicht, dort ist eben das im Frühjahr erschienene “Tal des Schweigens” zu finden.

Was sagt mir die Liste sonst: Südafrika bleibt ein Hotspot und mit Nunn bin ich erstmals auch dorthin vorgedrungen – wohl nicht zum letzten Mal. Auch Australien scheint auf der Krimi-Landkarte fix verankert. Ich hoffe 2017 ja auf das Erscheinen von Dishers angekündigten Krimi “Hitze”, der bei Pulpmaster erscheinen könnte. Aber wer den von mir hoch geschätzten Kleinstverlag kennt, weiß, dass daraus auch 2018 werden könnte. Egal, die Vorfreude ist groß.

Und in ein paar Tagen gibt es hier meine persönliche Bestenliste für das Jahr 2016. Lasst euch überraschen, denn die Überschneidungen sind nicht so groß.

Die Liste im Überblick:

1 Garry Disher: Bitter Wash Road
2 Simone Buchholz: Blaue Nacht
3 Max Annas: Die Mauer
4 Liza Cody: Miss Terry
5 Franz Dobler: Ein Schlag ins Gesicht
6 Giancarlo De Cataldo/Carlo Bonini: Die Nacht von Rom
7 Andreas Pflüger: Endgültig
8 James Grady: Die letzten Tage des Condor
9 Dominique Manotti: Schwarzes Gold
10 Malla Nunn: Tal des Schweigens

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KrimiZeit-Bestenliste Dezember: Ein Abgleich

(c) Ariadne Kriminalroman

(c) Ariadne Kriminalroman

Ich muss feststellen, dass meine eigenen Krimi-Lesegewohnheiten in den vergangenen Monaten ziemlich von der KrimiZeit-Bestenliste abweichen. Aber eigentlich macht das gar nichts. Dadurch werden mir allmonatlich immer wieder Kriminalromane vor Augen geführt, von denen ich sonst eher die Finger lassen würde. Immer wieder siegt dann das schlechte Gewissen und ich denke mir: Hmm, vielleicht sollte ich das doch probieren. Soeben ist das etwa bei Malla Nunns “Zeit der Finsternis” der Fall. Nach einem Drittel kann ich sagen: Die Lektüre lohnt sich außerordentlich.

Auch Liza Codys “Miss Terry” wollte ich nach ersten weniger berauschenden Kritiken eigentlich auslassen, doch nun ist das Buch sogar auf Platz eins der Liste eingestiegen. Ich werde dieser Miss Terry also in Kürze begegnen.

Dann muss ich aber auch sagen, dass die KrimiZeit mir manchmal ein wenig zu sehr auf gewohnte und bekannte (zugegeben sehr gute!) Autoren setzt. Ich liebe es jedoch, wenn hier vor allem eher unbekannte Autoren und Autorinnen auftauchen, die man erst so richtig entdecken kann. Ich will hier kurz für “Wolfsspinne” von Horst Eckert (den man natürlich nicht mehr entdecken muss), “Der anatolische Panther” von André Pilz sowie “Asphaltseele” von Gregor Weber plädieren (die ich auch alle in Kürze hier besprechen werde).

Die Liste im Überblick:

1 (-) Liza Cody: Miss Terry
2 (-)  Patrick McGinley: Bogmail
3 (2) Malla Nunn: Zeit der Finsternis
4 (1) Franz Dobler: Ein Schlag ins Gesicht
5 (4) Peter Temple: Die Schuld vergangener Tage
6 (5) Matthias Wittekindt: Der Unfall in der Rue Bisson
7 (-) Ian McEwan: Nussschale
8 (3) Giancarlo de Cataldo/Carlo Bonini: Die Nacht von Rom
9 (-) Christian von Ditfurth: Zwei Sekunden
10 (7) Friedrich Ani: Nackter Mann, der brennt

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KrimiZeit-Bestenliste November: Ein Abgleich

(c) Tropen

(c) Tropen

Die KrimiZeit-Bestenliste im November wird durch drei australische (Temple, Carter, Fox) und drei deutsche (Dobler, Wittekindt, Ani) Kriminalromane geprägt. An der Spitze steht mit Franz Dobler der Deutsche Krimipreisträger 2015 (für “Ein Bulle im Zug”). Erneut steht Robert Fallner, mittlerweile Ex-Bulle, im Zentrum der Geschichte. Diesmal soll er eine bekannte Schauspielerin vor einem Stalker schützen.

Peter Temples hoch gelobtes “Tage des Bösen”, das allerdings ein Politthriller ist, war nicht wirklich mein Fall. Aber vielleicht kann mich Temple mit seinen klassischen Krimis eher überzeugen. Immerhin kenne ich auch ein paar Örtlichkeiten. Denn ich war schon einmal zwei Wochen im australischen Bergarbeiterdorf Ballarat, wo einige von Temples Romanen spielen. Der Autor lebt auch dort.

Von den zehn Büchern auf der Liste habe ich nur eines gelesen: Benjamin Whitmers “Nach mir die Nacht”, das ich zuletzt hier besprochen habe.

Ein Buch werde ich definitiv nicht lesen: “Eden” von Candice Fox. “Hades” war für mich eine der großen Enttäuschungen des heurigen Krimijahres. Den Hype darum verstehe ich überhaupt nicht.

Die Liste im Überblick:

1 (-) Franz Dobler: Schlag ins Gesicht
2 (10) Malla Nunn: Zeit der Finsternis
3 (1) Giancarlo de Cataldo/Carlo Bonini: Die Nacht von Rom
4 (-) Peter Temple: Die Schuld vergangener Tage
5 (-) Matthias Wittekindt: Der Unfall in der Rue Bisson
6 (6) Alan Carter: Des einen Freud
7 (2) Friedrich Ani: Nackter Mann, der brennt
8 (7) Benjamin Whitmer: Nach mir die Nacht
9 (-) Candice Fox: Eden
10 (4) Patrícia Melo: Trügerisches Licht

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KrimiZeit-Bestenliste Oktober: Ein Abgleich

(c) Folio Verlag

(c) Folio Verlag

Die KrimiZeit-Bestenliste für den Oktober ist da. Wieder einmal zeigt die aktuelle Liste, wie wunderbar breitgefächert das Krimi-Genre ist. Da sollte doch für jeden etwas dabei sein.

Ich gehe es der Reihe nach durch. Ich kippe gerade ein wenig in die italienischen Krimis rein, die ich bislang eher wenig gelesen habe. Daher wird es hier demnächst mehr über Massimo Carlottos “Am Ende eines öden Tages” sowie Paolo Roversis “Schwarze Sonne über Mailand” zu lesen geben. Eines vorweg: Beide Kriminalromane sind keine klassischen Mafia-Krimis. Tja, “Die Nacht von Rom” würde da eigentlich perfekt dazupassen. Mal sehen.

Über Friedrich Ani muss man eigentlich nichts sagen. Er ist ein Garant für einfühlsame Bücher, wie er 2015 auch mit “Der namenlose Tag” ein weiteres Mal unter Beweis gestellt hat.

McNamee und Melo klingen beide gut und ich habe auch schon viele wohlwollende Kritiker gelesen. Ich werde aber wohl nicht zum Lesen kommen.

Iain Levisons “Gedankenjäger” habe ich hingegen schon gelesen, auch dazu gibt es hier bald mehr. Ebenso zu Benjamin Whitmers “Nach mir die Nacht”, da stecke ich gerade mitten in der Lektüre.

Zu den restlichen Büchern der Liste: Als Australien-Fan reizt mich Alan Carters “Des einen Freud” sehr, zumal ich im Vorjahr “Prime Cut” verpasst habe. Donald Ray Pollock ist eigentlich immer auf Pflicht. Arne Dahl lockt mich jetzt nicht so und Malla Nunn kenne ich immer noch nicht. Wie immer: Die Qual der Wahl ist groß!

Die Liste im Überblick:

1 (2) Giancarlo de Cataldo/Carlo Bonini: Die Nacht von Rom
2 (6) Friedrich Ani: Nackter Mann, der brennt
3 (7) Eoin McNamee: Blau ist die Nacht
4 (4) Patrícia Melo: Trügerisches Licht
5 (9) Iain Levison: Gedankenjäger
6 (–) Alan Carter: Des einen Freud
7 (–) Benjamin Whitmer: Nach mir die Nacht
8 (1) Donald Ray Pollock: Die himmlische Tafel
9 (–) Arne Dahl: Sieben minus eins
10 (-) Malla Nunn: Zeit der Finsternis

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