Massimo Carlotto: Blues für sanfte Halunken und alte Huren

Manche Verlage bewerben den banalsten Regionalkrimi als Noir. Wer wirklich wissen will, was zu diesem Genre gehört, kommt allerdings am Italiener Massimo Carlotto nicht vorbei. Sowohl seine Kriminalromane rund um Marco Buratti, den “Detektiv ohne Lizenz”, als auch jene rund um den bösartigen Verbrecher Giorgio Pellegrini (“Am Ende eines öden Tages”) zeigen die Menschen von ihren hässlichsten Seiten. Diesmal lässt der Autor die beiden Figuren aufeinanderprallen.

Verschärfend kommt in diesem Fall hinzu, dass Pellegrini – den Buratti und seine Kollegen verfolgen – als V-Mann mit der Polizei kollaboriert. Und dann gibt es da noch die Dottoressa Marino, die im Innenministerium ihr ganz eigenes Süppchen kocht.

Moral? Fehlanzeige – sowohl diesseits als auch jenseits des Gesetzes. Besonders reizvoll: Wien ist ein Hauptschauplatz dieses abgründigen Werks.

8 von 10 Punkten

Massimo Carlotto: “Blues für sanfte Halunken und alte Huren”, übersetzt von I. Ickler, Folio Verlag, 223 Seiten.

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