Tawni O’Dell: Wenn Engel brennen

(c) Ariadne

Dove Carnahan, vor Kurzem 50 Jahre alt geworden, ist Polizeichefin von Buchanan, einem Ort mitten in einer vom exzessiven Kohleabbau zerstörten Landschaft. Als eines Tages die Leiche eines Mädchens in einer glühenden Erdspalte gefunden wird, ist es mit der Beschaulichkeit – in diesem Fall ohnehin eher Trägheit statt Gemütlichkeit – rasch vorbei.

Verwüstet sind hier vor allem die Menschen: Sie sind feindselig, verhärmt und wortkarg. Doch Autorin Tawni O’Dell porträtiert ihre gewöhnungsbedürftigen, oft unsympathischen Figuren ausgewogen. Auch wie sich Frauen in dieser unfreundlichen Welt durchschlagen müssen, wird glaubwürdig thematisiert. “Wenn Engel brennen” überrascht bei allem Realismus allerdings auch mit trockenem Humor und unverhofftem Optimismus.

“Wer auf faszinierende Charaktere steht, wird bei Tawni O’Dell grandios bedient”, schreibt Herausgeberin Else Laudan im Vorwort. Ganz genau.

9 von 10 Punkten

Tawni O’Dell: “Wenn Engel brennen”, übersetzt von Daisy Dunkel, Ariadne Verlag, 352 Seiten.

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