Krimi-Bestenliste im April: Ein Abgleich

(c) Liebeskind

James Sallis ist einer der besten Kriminalautoren überhaupt. Er erzählt in wenigen Sätzen mehr als andere in hunderten Seiten. “Driver” und “Driver 2” sind dafür die besten Beispiele. Kein Wunder also, dass er sich auf Platz 1 der Krimi-Bestenliste wiederfindet. Obwohl eigentlich schon, denn “Willnot” ist kein Kriminalroman, nicht einmal in entferntesten Sinn. Dazu fehlt eine klar erkennbare Handlung sowie ein gewisser Spannungsbogen. Meiner Meinung nach ist das auch kein Noir. Es ist ein sehr guter Roman, der allerdings nichts mit Kriminalliteratur zu tun hat, außer dass er von einem Krimiautor geschrieben ist. Aber dazu werde ich hier in Kürze mehr schreiben.

Fein, dass Don Winslows monumentales “Jahre des Jägers” nun auch auf der Liste auftaucht. Winslow ist ja auch ein Hauptgrund, warum es diesen Blog hier gibt. Mit “Tage der Toten” hat er mich damals, vor fast zehn Jahren, endgültig mit dem Krimi-Virus infiziert. Das fast 1000-seitige “Jahre des Jägers” ist nun der würdige Abschluss seiner Kartell-Trilogie. Der Feind sitzt im eigenen Land und nicht in Mexiko.

Wer es lieber aus erster Hand, also aus mexikanischer Sicht hat, der sollte bei Antonio Ortuño zugreifen. Bereits “Die Verdammten” war vor drei Jahren eine außergewöhnliche Lektüre. Stand damals die Flüchtlingsproblematik im Vordergrund, geht es diesmal um Korruption und Gier.

Weiters von der Liste gelesen habe ich bereits “Bluebird, Bluebird” und “Lola”. Das Buch von Attica Locke ist wirklich herausragend, vor allem aufgrund seiner Menschlichkeit. “Lola” ist ein tolles Debüt einer jungen Autorin mit einer Drogendealerin als Heldin, das aber auch einige Schwächen hat. Über beide Bücher werde ich hier in Kürze ebenfalls schreiben.

Die Liste im Überblick:

1. James Sallis: Willnot (2)
2. Heinrich Steinfest: Der schlaflose Cheng (4)
3. Sara Gran: Das Ende der Lügen (7)
4. Gary Victor: Im Namen des Katers (3)
5. Attica Locke: Bluebird, Bluebird (1)
6. Leonardo Padura: Die Durchlässigkeit der Zeit (8)
7. Jonathan Robijn: Kongo Blues (-)
8. Melissa Scrivner Love: Lola (-)
9. Don Winslow: Jahre des Jägers (-)
10. Antonio Ortuño: Die Verschwundenen (-)

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1 Comment

Filed under Krimi-Bestenliste

One response to “Krimi-Bestenliste im April: Ein Abgleich

  1. Giesbert

    Lola habe ich nach 100 Seiten abgebrochen. Konnte keinen Zugang finden. Finde das Buch auch sehr schlecht geschrieben. Überhaupt nicht mein Fall.

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