Sechs Jahre crimenoir!

Sechs Jahre betreibe ich nun meinen Krimi-Blog schon. Und ich muss zugeben, ich bin ein wenig schreibmüde geworden. Weiterhin ist die Kriminalliteratur genau mein Genre. Daran hat sich nichts verändert. Aber die Muse, diese zu reflektieren, ist mir in den letzten Monaten spürbar abhanden gekommen. Auch einigen anderen Krimibloggern scheint es leider ähnlich zu gehen. Einige Blogs melden sich nur mehr sporadisch zu Wort. Die Gründe kann ich mir denken.

Ohne mir nun deshalb einen Neujahrsvorsatz aufzuzwingen habe ich allerdings das Gefühl, dass sich diese Blogger-Müdigkeit bei mir in nächster Zeit wieder legen könnte.

Das liegt auch an so tollen Blogs wie Krimiscout.de, den ich erst jetzt so richtig entdeckt habe. Ja, freie Tag sind halt etwas Feines! Bloß war mir zuletzt kaum Zeit geblieben, die vielen tollen Texte der Blogger-Kollegen zu lesen. Auch das hervorragende Crimemag hält leuchtturmartig seine Stellung und lässt mich manchmal zweifeln, ob meine Stimme überhaupt noch nötig ist. Denn dort wird so umfangreich und so viel ausführlicher als bei mir über gute Kriminalliteratur geschrieben. Eigentlich ist da schon fast alles gesagt.

Aber eben nur fast alles: Denn wenn es Aidan Truhens “Fuck You Very Much” – für mich der mit Abstand katastrophalste Krimi des Jahres – tatsächlich auf Platz vier der Jahresbestenliste des Crimemag 2018 schafft, sehe ich mich gezwungen, auch weiterhin meinen eigenen Senf abzugeben 😉

Also auf ins neue Krimijahr.

Und hier auch gleich jene fünf Kriminalromane, denen ich am meisten entgegenfiebere:

  • Attica Locke: “Bluebird, Bluebird”
  • James Sallis: “Willnot”
  • Don Winslow: “Jahre des Jägers”
  • Lou Berney: “Destination Dallas”
  • Adrian McKinty: “Cold Water”

Diese Liste sagt jetzt zwar etwas anderes aus (vier Männer, nur Attica Locke ist eine Frau), aber ein Grund, warum mir Kriminalliteratur momentan so viel Spaß macht, liegt sehr maßgeblich daran, dass ich immer mehr Genre-Autorinnen für mich entdecke. Keine Ahnung, warum ich so lange dafür gebraucht habe. Vermutlich habe ich jahrelang die falschen, vorhersagbaren, mainstreamigen Autorinnen probiert und falsche Vorurteile aufgebaut. Man darf eben nie aufhören sich selbst und seine Lesegewohnheiten zu hinterfragen! Um hier nur kurz Werbung zu machen: Anne Goldmann und Simone Buchholz (aber auch Gudrun Lerchbaum) etwa haben unverwechselbare Erzählerinnnen-Stimmen. Genauso Denise Mina und Candice Fox.

Auch 2019 wird in diesem Sinne gut: Ellen Dunnes “Schwarze Seele” erscheint schon in wenigen Tagen, Sara Grans “Das Ende der Lügen” im Februar und Melissa Scrivner Loves “Lola” im März. Im Mai kommt dann endlich auch “Der dunkle Bote” von Alex Beer auf den Markt. Zudem hoffe ich auf Neues von Monika Geier.

Eine Hoffnung habe ich auch noch: Dass André Pilz (zuletzt “Der anatolische Panther”) demnächst wieder mit einem außergewöhnlichen Kriminalroman aufwartet.

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14 Comments

Filed under Krim(i)skrams

14 responses to “Sechs Jahre crimenoir!

  1. Philipp Elph

    Don Winslow und Sara Gran, auf deren Bücher warte ich auch.

  2. Ganz herzlichen Dank für Dein ausdauerndes Bloggen – hier habe ich doch schon viele Tipps für gute Krimis und Thriller herausgeangelt, die mich einfach gut unterhalten haben!

  3. Schließe mich an, schaue immer wieder gerne bei dir rein. Und ist ist kein Zufall, dass ich mich auf fast die gleiche Bücher wie du freue. Ich würde noch Wallace Stroby ergänzen.

  4. Vielleicht wäre auch “Der gute Sohn” von Yu-jeong ganz interessant.

  5. wassollichlesen

    Hallo, alles Gute und Tausend Dank für das ewige Bezwingen der Unlust, der ich auch schon “zum Opfer gefallen” bin. Auch, wenn ich hier nicht mehr häufig schreibe, so lese ich deinen Blog weiterhin regelmäßig und hole mir immer wieder Empfehlungen und fasse Bücher mit deiner Bewertung von <7 gar nicht an. Unsere Geschmäcker sind eben nicht sehr verschieden.
    Ich bin noch auf 2 andere Bücher gestoßen, auf die ich mich 2019 freue: "USA Noir", 15 Kurzgeschichten u.a. mit Don Winslow und Dennis Lehane und auf "The Chain" von Adrian McKinty (erscheint im Original im Juli).
    Beste Grüße

  6. Giesbert

    Super Blog! Mach weiter so!

    Auf McKinty und Winslow freue ich mich auch. Klar. Attica Locke sowieso.

    Und die neuen Bücher von:
    Wallace Stroby
    Simon Beckett
    Alafair Burke
    Ian Rankin

  7. Auch von meiner Seite aus noch etwas verspätete Glückwünsche. Viel Freude und Inspiration beim Bloggen – allerdings ohne Druck, etwas abliefern zu müssen. Mach weiter so, ich lese hier sehr gerne mit!

  8. Mit ganz, ganz viel Verspätung reiche ich auch mal meine Glückwünsche nach. Ich war leider zu dieser Zeit Blog-technisch komplett abgetaucht und haben deinen “Geburtstag” deshalb leider komplett verpasst.

    Trotzdem nochmal ein dickes Lob für sechs Jahre informatives Bloggen über das schönste Genre der Welt. Dein Blog ist längst eine Institution geworden und ich freue mich auf die kommenden Jahre mit Crimenoir.

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