Lee Child: Im Visier

(c) Blanvalet

“Im Visier” ist Jack Reachers 19. Abenteuer. Ich liebe die Figur von Lee Child einfach, daran kann auch dieser eher mittelmäßige Band nichts ändern. Diesmal verlässt der ehemalige Militärpolizist sogar sein gewohntes Terrain, die US-Bundesstaaten des Mittleren Westen, um sich einem Scharfschützen in Europa entgegenzustellen. Überraschenderweise dauert es rund 100 Seiten, bis die Geschichte Fahrt aufnimmt. Sehr ungewöhnlich für einen Reacher-Roman. Zwischen den Seiten 100 bis 300 spielt der Autor dann auch gekonnt alle seine Stärken aus. Nette Wendungen, Reachers untrüglicher Instinkt und sein typisches Wissen über alles Mögliche.

Dann verflacht die Geschichte leider wieder. Bei einem Scharfschützen als Gegenspieler hätte ich mir einen besseren Showdown erwartet, stattdessen wird es zunehmend unlogisch. Auffallend waren diesmal auch die vielen Fehler, die das Lektorat übersehen hat. Selten entdeckt man so viele Fehler. Dennoch freue ich mich schon auf den nächsten Reacher im nächsten Sommer – noch.

5 von 10 Punkten

Lee Child: “Im Visier”, übersetzt von Wulf Bergner, Blanvalet, 414 Seiten.

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