Deutscher Krimipreis 2018: Wo sind die Frauen?

(c) Dumont

Fast hätte ich die Vergabe des Deutschen Krimipreises 2018 verpasst. Ich habe zwei der sechs ausgezeichneten Bücher gelesen und beide haben ihre Auszeichnung verdient. Monika Geiers “Alles so hell da vorn” ist bei meinen Lieblingskrimis des Vorjahres auf Platz zwei gelandet, Jérôme Leroys “Der Block” habe ich erst in letzter Minute aus der Liste gestrichen, es war also bei meinen Favoriten weit vorn dabei. Genau genommen auf Platz 11 😉

Alles in allem haben wohl alle sechs Bücher ihren Platz hier verdient, aber ich sehe es ähnlich wie Marius auf seinem Blog Buch-Haltung: Das Vorjahr stand ganz im Zeichen vieler außergewöhnlicher Krimis aus Frauenhand. Dem trägt diese Liste nur bedingt Rechnung.

Vielleicht erklärt sich das auch ein wenig mit der Zusammensetzung der Jury: in dieser sitzen 16 Männer und acht Frauen (wenn ich richtig gezählt habe).

Kategorie: National

  1. Oliver Bottini: “Der Tod in den Winkeln des Lebens”
  2. Monika Geier: “Alles so hell da vorn”
  3. Andreas Pflüger: “Niemals”

Die Bücher von Oliver Bottini und Andreas Pflüger wollte ich eigentlich auch unbedingt lesen, aber man muss halt Prioritäten setzen, die man dann aber sofort bei Bekanntwerden solcher Preise wieder schwer in Frage stellt. Grrr.

(c) Ullstein

Kategorie: International

  1. John Le Carré: “Das Vermächtnis der Spione”
  2. Viet Than Nguyen: “Der Sympathisant”
  3. Jérôme Leroy: “Der Block”

Von den vier nicht gelesenen Krimis reizt mich Viet Than Nguyens “Der Sympathisant” am meisten.

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2 Comments

Filed under Awards

2 responses to “Deutscher Krimipreis 2018: Wo sind die Frauen?

  1. *Das Vorjahr stand ganz im Zeichen vieler außergewöhnlicher Krimis aus Frauenhand. Dem trägt diese Liste nur bedingt Rechnung.

    Vielleicht erklärt sich das auch ein wenig mit der Zusammensetzung der Jury: in dieser sitzen 16 Männer und acht Frauen (wenn ich richtig gezählt habe).*

    Vielleicht war die Leistung der Autorinnen doch nicht so gut wie subjektiv empfunden? Die Sätze erinnern mich an einen Kommentar, den ich gestern auf ZON gelesen habe: *Das Leitbild der modernen Frau ist die Heulsuse.*

    Man muss nicht überall eine Verschwörung wittern, manchmal sind Frauen einfach nicht gut / bringen nicht die geforderte Leistung.

    • So kann man das auch sehen. Ich finde dennoch, dass gerade 2017 sehr außergewöhnliche Krimis erschienen sind, die von Frauen verfasst wurden. Verschwörung kann ich jetzt aber nirgends verorten, bloß weil ich mir angesehen habe, wie sich die Jury zusammensetzt. Warum die Heulsuse das Leitbild der modernen Frau sein soll, entzieht sich auch meiner Vorstellungskraft. Verstehe ich nicht.

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