Horst Eckert: Wolfsspinne

(c) Wunderlich

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Horst Eckert hat mich einst mit “Schwarzer Schwan” schwer überzeugt, ich halte das für einen der besten Thriller über die internationale Finanzkrise. “Schwarzlicht”, seinen Auftakt der Serie rund um Ermittler Vincent Veih, fand ich solide, aber so ganz überzeugt war ich damals nicht. Aber zumindest schrieb ich: “Mit Ermittler Vincent Veih hat Eckert eine interessante Figur erschaffen, die wohl auch eine Serie tragen könnte.”

Tja, und mit “Wolfsspinne” zeigt Eckert wieder, was er kann – und wie. Kaum ein anderer deutschsprachiger Autor versteht es so gut, klassische Polizeikrimis mit zeitgenössischen, brisanten Themen zu verknüpfen. Eckert hat nun eine beängstigende, weil realistische Interpretation der Geschehnisse rund um den Tod von zwei NSU-Mitgliedern geschrieben, die Zweifel an der offiziellen Version nährt.

“Zugleich surrten die Aktenvernichter in den Verfassungsschutzämtern von Dresden, Hannover und Magdeburg, München und Düsseldorf. Auch einige Polizeidienststellen löschten fleißig. In Thüringen verschwanden Ermittlungsakten zum sogenannten Heimatschutz, in Berlin gingen Berichte von V-Leuten verloren, und beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden lösten sich die jüngsten Telefondaten von Liese Schittko in Wohlgefallen auf.”

Vor allem aber erschafft er Figuren, die einem nicht gleichgültig bleiben. Diesmal ist es vor allem der verdeckte Ermittler Ronny, dessen Leidensfähigkeit mehr als nur auf die Probe gestellt wird. Eckert porträtiert diesen Menschen, der sich eigentlich ständig in Ausnahmesituationen befindet, mit sehr viel Sympathie, ohne ihn allerdings hochzustilisieren.

Überhaupt ist er ein Meister darin, mehrere Erzählstränge zu verweben, um diese dann auch am Ende perfekt wieder zu entwirren. Ich mag diese Erzählart besonders. Aber nicht viele – vor allem deutschsprachige – Autoren beherrschen das so gut wie Eckert. Ich will gar nicht viele weitere Worte verlieren. Ich ziehe meinen Hut und freue mich auf den nächsten Vincent-Veih-Roman.

9 von 10 Punkten

Horst Eckert: “Wolfsspinne”, 489 Seiten, Wunderlich Verlag.

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2 Comments

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2 responses to “Horst Eckert: Wolfsspinne

  1. Klingt super und steht schon lange auf meiner Liste. Ich mag Eckert auch sehr und werde auf jeden Fall wieder zugreifen.

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