Krimi-EM: England wird Europameister

(c) Tropen

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Meine Kollegin Doris Kraus hatte die Idee, anlässlich der Fußball-EM die europäischen Krimi-Auswahlen gegeneinander antreten zu lassen: “Fred gegen die All-Stars aus dem Norden”. Mit anderen Worten, Frankreich hätte mit Fred Vargas an der Spitze gute Chancen auf den Sieg.

Ich habe diese Idee zum Anlass genommen, um eine fiktive Krimi-EM zu veranstalten. Ich habe mir die sechs EM-Gruppen hergenommen und streng objektiv – also nach meinem persönlichen Krimi-Geschmack 😉 – die jeweiligen Gruppenersten- und zweiten aufsteigen lassen, sowie die drei besten Gruppendritten.

Die Achtelfinalpaarungen sehen demnach folgendermaßen aus:

  • Schweiz – Deutschland
  • Spanien – Schweden
  • England -Kroatien
  • Österreich – Italien
  • Nordirland – Portugal
  • Irland – Türkei
  • Frankreich – Ukraine
  • Russland – Island

Der Sieg Deutschlands im Achtelfinale gegen die Schweiz erklärt sich aus einer simplen Tatsache: Die Mannschaft, nicht der Einzelne zählt. Das ist auch der Grund für den nordischen Favoriten-Sieg gegen die Fußball-Macht Spanien. Das Team aus Schweden beherrscht das mörderische Tackling wie keine andere Mannschaft. England, das Mutterland des Fußballs ist auch das Mutterland des klassischen Krimis, das muss auch Kroatien neidlos anerkennen. Für eine der großen Überraschungen des Turniers sorgt das Team aus Österreich, das mit schrägen Einlagen für eine der größten Sensationen dieser EM sorgt. Das “Gurkerl” (vom Tunneln ist hier die Rede ;-)) zwei Minuten vor Schluss wird in die Geschichte eingehen. Nordirlands Ausnahme-Stürmer Adrian McKinty hat einen guten Tag und schießt Portugal mit einem Triple-Pack vom Platz. Irland wiederum hat seinen Aufstieg dem perfekten Doppelpass-Spiel seines genialen Duos Ken Bruen und Gene Kerrigan zu verdanken. Frankreichs Sieg überrascht kaum jemanden, der Sieg Islands durch ein Elfmeter-Tor von Arnaldur Indridason umso mehr.

Die Viertelfinale-Partien lauten daher:

  • Deutschland – Schweden
  • England – Österreich
  • Nordirland – Irland
  • Frankreich – Island

Deutschland hat die Schweden im Griff – das mag auch dem frühen Treffer durch Jan Costin Wagner gelegen haben, dem deutsch-nordischen Experten schlechthin. Österreich, hoch ambitioniert, muss erkennen, dass gegen England mit Howard Linskey, Oliver Harris und vor allem gegen den im Abschluss eiskalten Tom Wood kein Kraut gewachsen ist. Das irische Bruderduell endet mit der nächsten großen Überraschung: Adrian McKinty spielt weiter in Höchstform, er allein fixiert den Sieg Nordirlands. Frankreich ist für Island zu stark, da hilft auch der Führungstreffer durch Indridason nicht.

Die Semifinal-Spiele:

  • Deutschland – England
  • Nordirland – Frankreich

Deutschland scheitert erst im Elfmeterschießen an England. Wieder ist es Wood, der im entscheidenden Moment trifft. Der Mann hat keine Nerven. Nordirland mauert sich nach dem Führungstor durch McKinty kurz vor der Pause eine Halbzeit lang ein. Die hoch favorisierten Franzosen scheitern nach einem unbelohnten Sturmlauf Mal für Mal.

Das Finale:

  • England – Nordirland

Im Finale ist dann für Außenseiter Nordirland nichts zu holen. Der Ball läuft nahezu ungestoppt durch die englischen Reihen. Das Team ist traumhaft eingespielt, auf allen Positionen perfekt besetzt. Dennoch dauert es bis zur 78. Minute ehe Philip Kerr (ja ich weiß, er ist gebürtiger Schotte ;-)) mit einem heftig umstrittenen Schuss endlich für England trifft. Wieder wird, wie einst bei Diego Maradona, von der “Hand Gottes” die Rede sein. McKinty bleibt da nur der schwache Trost, unangefochten Torschützenkönig zu werden.

Entschuldigt bitte diesen ungewöhnlichen Ausflug in die Welt des Kriminalromans, aber mir war einfach gerade danach. Das nennt man dann wohl EM-Fieber…

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4 Comments

Filed under Krim(i)skrams

4 responses to “Krimi-EM: England wird Europameister

  1. Nach unserem Osteuropa-Spezial aus dem letzten Jahr muss ich dir sagen: Du hast die Polen unterschätzt. Außerdem: England gewinnt gegen Deutschland im Elfmeterschießen…*kopfschüttel* 😉

  2. Dass Belgien die Vorrunde halte ich ebenfalls für unwahrscheinlich – Altmeister Simenon kann’s allein nicht richten.
    Viel zuzutrauen ist hingegen Italien mit dem Bollwerk Giuseppe Fava und Leonardo Sciascia, dem kreativen Kollektiv Luther Blisset und dem fast-österreichischen Knipser Kurt Lanthaler.

  3. Also EUROPA-Meister werden sie jetzt ja wohl nicht mehr, bestenfalls Inselmeister ;-))

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