Krimis, die man 2015 lesen sollte (IV)

(c) Alexander Verlag Berlin

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Diesmal bin ich mit meinen Tipps zu den Krimierscheinungen im April sehr spät dran. Buch Nummer eins ist daher schon seit einem Monat (1. April) erhältlich – genau genommen aber auch schon viel länger. Denn “Miami Blues” zählt eigentlich zu den Klassikern des Genres und ist im Original 1984, auf Deutsch erstmals 1987 erschienen. Ich muss aber gleich gestehen, ich habe Charles Willefords Buch noch nicht gelesen, daher bin ich auch froh über diese Alt-Neuerscheinung. Auf krimi-couch.de wird er als “das für lange Zeit verkannte und unbeachtete Pulp-Genie Amerikas” bezeichnet.

Der Verlag schreibt zur Handlung: “Frederick Frenger Junior kommt gerade aus dem Knast. Doch viel Zeit, seine wiedergewonnene Freiheit in Ruhe zu genießen, bleibt ihm nicht. Am Flughafen von Miami bricht er einem ihm lästigen Krishna-Anhänger aus Bosheit einen Finger. Da nimmt das absurde Unheil seinen Lauf: Der Angegriffene stirbt völlig unvermutet an dem erlittenen Schock. Doch da hat sich Frenger schon längst aus dem Staub gemacht. Als er nur wenig später mit der Bedienung Susan in einem Coffee-Shop anbandelt, ahnt er nicht, dass er sich ausgerechnet die Schwester seines Opfers ausgesucht hat. Erst als sie in den Verdacht gerät, in den Tod ihres Bruders verwickelt zu sein, dämmert ihm, wie tief er in der Klemme sitzt. Kurz entschlossen plant er einen großen Coup, der alle seine Probleme mit einem Schlag lösen soll. Aber da ist ihm der Ermittler Hoke Moseley schon dicht auf der Spur.”

(c) Suhrkamp

(c) Suhrkamp

Auch Don Winslows “China Girl” ist nicht mehr ganz frisch. Der zweite Teil aus Winslows Neal-Carey-Serie ist im Original 1992 erschienen und wird nun (seit 7. April erhältlich) endlich wieder aufgelegt. Über Winslow zu schwärmen, erspare ich mir. Jeder Leser dieses Blogs weiß ohnehin von meiner Vorliebe für diesen Autor. Ich werde mir die Carey-Serie (aus der ja bis Ende des Jahres noch weitere Teile erscheinen) aber für später vornehmen. Ich komme angesichts der vielen spannenden Neuerscheinungen der letzten Monate momentan einfach nicht dazu.

Der Verlagstext: “Robert Pendleton ist ein Chemiegenie; was er entwickelt, bedeutet nicht nur Fortschritt, es bedeutet vor allem Reichtum und Macht. Als er plötzlich verschwindet, sind alle in Aufruhr: die CIA, die chinesische Regierung und die »Bank«, die sehr viel Geld in Pendletons Forschung investiert hat. Neal Carey soll ihn wiederfinden – ein Routinejob, wie er glaubt, bis er auf die schöne und geheimnisvolle Li Lan trifft. Im dunklen Herzen Chinas soll Neal die Antwort auf alle Fragen finden – oder den Tod.”

(c) Limes

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Seit 27. April ist Caryl Fereys Thriller “Jähzorn” erhältlich. Dieser ist wirklich neu 😉 Das Buch steht bei mir ziemlich weit oben auf der Leseliste. Das hat drei Gründe. Erstens ist Ferey Franzose und als alter Schotten-, Iren-, Nordiren- und US-Crime-Fiction-Fan bin ich froh über Spannungsliteratur abseits meiner üblichen (aber geliebten!) Pfade. Zweitens scheint mir “Jähzorn” thematisch sehr interessant – Ferey entführt uns nach Argentinien und wird wohl mit einer interessanten Geschichtsstunde aufwarten. Und drittens hätte mich eigentlich schon sein Vorgänger “Zulu” interessiert, der mit Orlando Bloom in der Hauptrolle verfilmt wurde. Dieses Buch spielte in Südafrika. Ferey liebt also ungewöhnliche und unterschiedliche Orte – das finde ich sehr angenehm, denn normalerweise begnügen sich Autoren mit jenem Setting, in dem sie schon einmal erfolgreich waren.

Der Verlag schreibt: “Rubén ist der Sohn des berühmten aufständischen Dichters Calderón, der in den Verliesen der argentinischen Diktatur zu Tode gefoltert wurde. Rubén selbst entkam nur knapp, doch er ist fürs Leben gezeichnet. Dreißig Jahre später widmet er sich der Verfolgung der damaligen Täter und sucht nach anderen Überlebenden wie ihm. Als er eines Tages der indianischen Bildhauerin Jana begegnet, die ihn damit beauftragt, die brutalen Mörder einer Prostituierten zu finden, ändert sich sein Leben für immer – denn beide verbinden sowohl Schmerz als auch Wut. Doch im heutigen wie im damaligen Argentinien ist es nie gut, zu viele Fragen zu stellen, denn der Tod und seine Henker lauern überall …”

Tja, der April war vergleichsweise schwach, gönnt mir aber die Möglichkeit, ein paar der vielversprechenden Krimis aus dem März nachzuholen, nachdem mich zuletzt Greg Iles mit seinem 1000-seitigen Rassismus-Epos “Natchez Burning” ein wenig aufgehalten hat. Aber dazu bald mehr!

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2 Comments

Filed under Krimis, die man lesen sollte

2 responses to “Krimis, die man 2015 lesen sollte (IV)

  1. Danke für den Ferey-Tipp, Zulu hab ich schon länger auf der Watchlist und mir war nicht bewusst, dass es dazu einen Roman gibt. Bei dem Cover hätte ich wahrscheinlich auch nicht unbedingt einen zweiten Blick riskiert, umso besser also dass du den hier vorstellst. “Miami Blues” liegt hier auch schon, allerdings in einer 50 Cent Rowohlt Ausgabe vom Antiquariat.

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