50 Jahre “I have a dream” und ein vergessener Krimiautor

(c) Old School Books

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Heute vor 50 Jahren hat der Bürgerrechtler Martin Luther King seine berühmte “I have a dream”-Rede gehalten (Wer mehr über die Hintergründe der Rede wissen will, kann hier weiterlesen). Das ist doch ein guter Zeitpunkt an einen schwarzen Krimiautor zu erinnern, der zuletzt 1995 auf Deutsch publiziert wurde: Donald Goines. Zudem hat es sein Buch gerade heute in meinen Postkasten geschafft.

Donald wer? Ja, das hätte ich mich vor wenigen Tagen auch noch gefragt. Doch ich habe mir die vom Krimi-Depeschen-Dienststellenleiter empfohlene E-Book-Ausgabe von “Books to die for” heruntergeladen. Darin schreiben namhafte Krimiautoren über Crime Fiction, die sie beeinflusst hat bzw. die sie für wichtig halten. Der irische Krimiautor Ken Bruen empfiehlt in seinem Beitrag “Daddy Cool” von Donald Goines.

Goines (1937-74) wusste, worüber er schrieb. Er saß mehrmals im Gefängnis, ehe er zwischen 1971 und 1974 sechzehn Bücher schrieb. Er verarbeitete darin seine Erfahrungen, ehe er im Oktober 1974 aus bis heute nicht geklärten Gründen erschossen wurde.

Vor allem seine Sprache wird gelobt. “He began using a blend of basic English, suffused with the dialect of the black neighborhoods, to create his own style”, schreibt Bruen, demzufolge “Daddy Cool” zu einer Art Bibel für Rapper wurde: Ice-T, RZA und Tupac Shakur gaben an, von ihm beeinflusst worden zu sein. Tupac Shakur nannte Goines sogar “meine Vaterfigur”. Auch Rapper DMX, der Goines Werke entdeckte, als er selbst im Gefängnis einsaß, meinte über den Autor: “Er war ein großer Geschichtenerzähler, du liest seine Bücher und du warst … dort.”

Abschließend will ich den Beginn des Buches zitieren: “Larry Jackson, better known as ‘Daddy Cool’, stopped on the litter-filled street in the town of Flint, Michigan. His prey, a slim, brown-complexioned man, walked briskly ahead. He was unaware that he was being followed by one of the deadliest killers the earth had ever spawned.”

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3 Comments

Filed under Altmeister, Erste Seiten

3 responses to “50 Jahre “I have a dream” und ein vergessener Krimiautor

  1. Oliver

    heyy,

    ich bin zufällig auf deinen Blog gestoßen und ich bin selber Hobby Leser von guten Krimi/Gangstergeschichten.

    Ich lese noch nicht so lange regelmäßig (bin 25) aber ich habe bisher ein paar Romane von Sidney Sheldon gelesen so wie gerade mit Jo Nesbo angefangen da ihn mir ein Arbeitskollege empfohlen hat …

    ich suche immer mal wieder neue Sachen und Donald Goines hört sich nach genau dem richtigen Autor an.

    Ich hätte da nur noch eine Frage. Muss ich alle Bücher auf Englisch lesen, oder gibt es dazu eine gute Übersetzung?
    habe bisher nichts gefunden (aber denke auf englisch wäre es sowieso besser nehme ich an)

    Hoffe du liest das noch 😉

    • Hi!
      Das ist immer fein, Gleichgesinnte zu finden 🙂 Ich kann dir hier einmal alle Bücher von Don Winslow bedenkenlos empfehlen. Antiquarisch (habe kurz bei amazon.de geguckt) gibt es auch noch Goines-Bücher auf deutsch. Die Qualität der Übersetzung bei Goines kann ich leider nicht beurteilen, da ich diese nicht gelesen habe. Das Original empfiehlt sich natürlich immer.
      Ach ja, und ich lese gerade Dennis Lehanes “In der Nacht” (ganz frisch am Markt) – das empfiehlt sich auf alle Fälle.

      lg
      Peter

      • Oliver

        cool danke für die schnelle Antwort 🙂

        habe bei “In der Nacht” kurz einen “Blick ins Buch” geworfen bei Amazon … das liest sich richtig gut, werde ich mir wohl zulegen … danke schonmal für diese Empfehlung und ich werde mir demnächst die Werke von Don Winslow anschauen …

        sind denn eigentlich alle Bücher von Goines zu empfehlen (sind ja nicht so viele)?? bin da schon sehr auf die Kenyatta Serie gespannt.
        Ich kann auch eigentlich gut Englisch aber was ich fragen wollte, ist das gehobenes Englisch oder eher “colloquial language”?

        und ich bin hier auch auf den Namen Jim Thompson gestoßen und ich wollte fragen ob da auch “alle” zu empfehlen sind (also keine Totalausfälle dazwischen sind) oder ob du da eher nur ein paar hervorheben würdest?

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